Die GP-Kommission möchte auch in der Zukunft ein volles Moto3-Feld sicherstellen © Honda

Die Grand-Prix-Kommission antwortet mit einem Kostenlimit für das Material in der Moto3 auf die Kritik der Teammanager

Durch die Umstellung von den spitzen 125er-Zweitaktmaschinen zu den 250er-Moto3-Bikes sollten die Kosten in der kleinsten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft auf ein erträgliches Niveau gebracht werden. Doch es dauerte nicht lange, bis die Kosten auf Moto2-Niveau stiegen und die Teams entsprechend verärgert reagierten. Durch die geringen Abstände entscheidet gutes Material über Sieg oder Niederlage.

Nachdem KTM in der Saison 2013 dominierte und alle Rennen gewann, reagierte Honda und entwickelte einen neuen Prototypen, mit dem in der kommenden Saison die Vormachtstellung von KTM beendet werden soll. Dadurch steigen die Kosten in der Moto3 erneut. Der Konkurrenzkampf zwischen KTM/Husqvarna, Honda und Mahindra erschwert es den kleinen Teams, mit der Spitze Schritt zu halten.

"Die generelle Entwicklung der Moto3 ist im Moment absolut kontraproduktiv, gerade vor dem Hintergrund des Werkseinsatzes von Honda im nächsten Jahr", kritisiert Teamchef Stefan Kiefer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Bereits im Sommer erklärte Kiefer verärgert, dass die Kostenentwicklung in der Moto3 zu Problemen führen wird. Der Werkseinstieg von Honda führt zu einem Wettrüsten: "Das wird die Preise erst einmal in die Höhe treiben. Ich glaube, das kann und sollte für die Zukunft nicht der Werdegang der Moto3 sein."

Kostenoberlimit war überfällig

Dirk Heidolf, Teamchef vom Racing-Team-Germany, das in der abgelaufenen Saison meist bestes Honda-Team war, wird in der kommenden Saison einen der neuen Honda-Prototypen einsetzen. Efren Vazquez wird eine Honda fahren. Heidolf stellt sich hinter die Moto3, betont aber ebenfalls, dass man die Kosten nicht aus dem Blick verlieren sollte: "Es war natürlich schon die richtige Entscheidung, denn die Rennen sind viel spannender. Es ist ein ähnlicher Aufwand wie bei den 125er-Zweitaktern. Auch für die Hersteller war es an der Zeit, auf den Viertakter zu wechseln."

"Man muss natürlich aufpassen, dass die Kostenspirale sich nicht nach oben sondern nach unten dreht. Diesbezüglich ist die Dorna bestrebt, in den nächsten ein bis zwei Jahren neue Regeln vorzuschreiben, denn zur Zeit ist eine Saison ähnlich teuer wie damals ein Werksmotorrad in der 125er-WM", vergleicht Heidolf gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das ist nicht Sinn und Zweck der Sache, um die Klasse noch attraktiver für die Zukunft zu machen."

"Deshalb wissen die Dorna und die IRTA, in welche Richtung sie gehen müssen. Das heißt, die Kosten müssen auf eine gewisse Art und Weise eingefroren werden, und die Kostenbremse muss stärker angezogen werden", so der RTG-Teamchef. Bei einem Treffen der Grand-Prix-Kommission wurde jetzt eine Einigung zwischen KTM/Husqvarna, Honda und Mahindra erzielt. Ab der Saison 2015 gibt es ein Kostenlimit für Chassis und Motoren.

Poncharal: Moto3 ist auf dem richtigen Weg

"Die Hersteller haben finanzielle und technische Beschlüsse geeinigt, die zu Kostensenkungen führen sollen. Die Regeln für die Saison 2014 sind bereits fix. Wir haben über die Regeln für 2015 gesprochen", erklärt Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta auf der offiziellen MotoGP-Website. "Es wird Höchstpreise für Chassis und Motorenteil geben. Im Sommer 2014 muss sich jedes Team entscheiden, mit welchem Chassis-Hersteller sie 2015 antreten werden."

Konkret heißt das: Die Hersteller dürfen ab der Saison 2015 maximal 85.000 Euro für das Chassis aufrufen. Darin sollen die Updates beim Saisonwechsel inbegriffen sein. Für Motoren dürfen die Hersteller pro Fahrer und Saison maximal 60.000 Euro berechnen. Das Getriebe ist dabei aber nicht Teil des Pakets. IRTA-President Herve Poncharal ist mit den Beschlüssen sehr zufrieden. Der Franzose sieht die Moto3 auf dem richtigen Weg.

"Ich glaube, dass alle Teammanager der Serie sehr froh sein werden, wie sich die Moto3 entwickelt. Jeder möchte volle Startaufstellungen und spannende Rennen sehen. In der Moto3 hat beinahe jeder Fahrer die Chance, Rennen zu gewinnen. Ich denke, in den beiden kommenden Jahren wird es noch spannender. Die Teams können mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen", so Poncharal. Neben dem Kostenlimit wurde beschlossen, dass Strafpunkte ein Jahr lang gültig bleiben und nicht mehr am Ende der Saison gelöscht werden.

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