In Australien wurde Luca Grünwald 22. und in Japan kam er nicht ins Ziel © www.motorradrennen.com

Luca Grünwald hat bei seinen beiden Gaststarts im Kiefer-Team überzeugt - Stefan Kiefer war nicht nur vom Talent, sondern auch von seiner Arbeitsweise begeistert

Das Kiefer-Team hat sich unter anderem der Förderung junger Nachwuchstalente verschrieben. Mit Stefan Bradl schaffte die Mannschaft im Jahr 2011 den Durchbruch und gewann die Weltmeisterschaft in der Moto2-Klasse. 2013 verlief mit Florian Alt und Toni Finsterbusch nicht nach Wunsch und man trennte sich von beiden Fahrern. 2014 wird Kiefer mit dem Venezolaner Gabriel Ramos und Luca Grünwald antreten. Grünwald ist ein vielversprechendes Talent aus Deutschland.

Der 19-Jährige gewann im Jahr 2007 den ADAC Junior-Cup. 2010 wurde er Meister in der IDM 125 und 2012 Moto3-Meister in Deutschland. Zudem kann Grünwald in den vergangenen drei Jahren auf insgesamt sieben Gaststarts in der Motorrad-WM zurückblicken. 2013 ersetzte er den verletzten Alt in Australien und Japan im Kiefer-Team. Teamchef Stefan Kiefer ist von Grünwalds Talent überzeugt: "Er war übrigens auch in der spanischen Meisterschaft recht flott unterwegs und hat sehr gute Rundenzeiten gefahren. Das haben wir auch erwartet."

"Trotzdem kann ich nicht allzu viel sagen, da er die beiden Läufe in einem anderen Team gefahren ist. Ich kann nur sagen, dass er uns bei den Rennen in Übersee sehr überrascht hat. Nicht nur, weil er auf Anhieb schneller war als unsere Einsatzpiloten, sondern auch seine Arbeitsweise, wie er an diese große Aufgabe herangegangen ist, hat uns sehr gefallen und überzeugt", sagt Kiefer im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' begeistert. "Das Ganze auf einer ihm unbekannten Maschine, auf zwei völlig unbekannten Strecken, nachdem er von der 600er Supersport kam."

"Das war schon nicht so schlecht. Die Art und Weise, wie er unseren Leuten seinen Eindruck von der Rennstrecke geschildert hat, war für uns sehr beeindruckend und hat uns ein bisschen an Stefan Bradl erinnert. Wir glauben, dass wir mit ihm die weiteren Schritte machen können, um zukünftig in der Moto3 erfolgreich zu sein." Die Hoffnungen sind groß. Die Verpflichtung Grünwalds kam trotz der guten Vorstellungen überraschend, denn die Sponsorenlage ist für deutsche Nachwuchsfahrer nicht einfach.

"In Spanien ist das etwas anders, wo der Motorradsport dritte oder vierte Sportart ist. Der Motorsport läuft dort in den Medien hoch und runter, was im nordeuropäischen Raum, insbesondere in Deutschland, Österreich und Holland überhaupt nicht der Fall ist", spricht Kiefer die Realität an. "Das macht die Sache natürlich nicht einfacher. Idealerweise hat man gute Kontakte zu Leuten, die Entscheidungen treffen können. Dann kann man etwas erreichen." Sollte ein Sponsor Interesse haben Grünwald zu unterstützen, dann wäre ein Anruf bei Stefan Kiefer sehr willkommen.

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