Die Motorräder von Kiefer zierten 2013 nur wenige Sponsoren-Logos © FGlaenzel

Teammanager Stefan Kiefer kritisiert die Kostenentwicklung in der Moto3 und beschreibt die Schwierigkeiten bei der Suche nach Sponsoren

Sportlich befindet sich die Moto3 zwei Jahre nach ihrer Einführung auf gutem Kurs. Ausgeglichene und spannende Rennen bestimmten 2013 das Bild, bis zum letzten Grand Prix kämpften drei Fahrer um den Titel. Doch die wirtschaftliche Entwicklung gibt Anlass zur Sorge, denn die Moto3 ist alles andere als eine kostengünstige Einsteigerklasse. Werkseinsätze wie die von KTM und Honda drehen an der Kostenspirale und machen es unabhängigen Team wie der deutschen Kiefer-Mannschaft zunehmend schwer, den Anschluss zu halten.

"Generell ist die Moto3 meiner Meinung nach im Moment zu teuer", sagt Teammanager Stefan Kiefer im Interview mit 'Motorsport-Total.com', ohne allerdings konkrete Zahlen zu nennen. Mittlerweile sei die Moto3 genau so teuer wie die mittlere Klasse Moto2. "Ich denke, dass das gesamte Paket für die Moto3 in der Anschaffung insgesamt eine Idee teurer ist als die Moto2. Über die Saison gesehen, gleicht sich das wieder aus", meint Kiefer. "Die Moto2 wird ein bisschen teurer, weil bei den Stürzen einfach viel mehr kaputt geht. Damit schnellen die Kosten für Sturzteile in die Höhe."

Diese durch entsprechende Sponsoren abzudecken sei in nordeuropäischen Raum sehr schwierig, Und das nicht nur nach einer sportlich erfolglosen Saison, wie sie Kiefer in diesem Jahr mit Toni Finsterbusch und Florian Alt erlebte. "Das haben wir auch gesehen, als wir mit Stefan Bradl sehr erfolgreich unterwegs waren", blickt Kiefer auf die Saison 2011 zurück, als das Team gemeinsam mit Bradl den Titel in der Moto2 gewann. "Da war es schwierig, Sponsoren aus Deutschland oder den Nachbarländern zu bekommen."

Dies liegt laut Kiefer vor allem an der geringen Medienpräsenz der "Ausnahmesportart" Motorradsport. Dadurch können man den Sponsoren keinen entsprechenden Gegenwert bieten. "In Spanien ist das etwas anders, wo der Motorradsport dritte oder vierte Sportart ist. Der Motorsport läuft dort in den Medien hoch und runter, was im nordeuropäischen Raum, insbesondere in Deutschland, Österreich und Holland überhaupt nicht der Fall ist", so Kiefer. "Das macht die Sache natürlich nicht einfacher."

Weiterhelfen würden bei der Suche nach Sponsoren vor allem ein gutes Netzwerk - oder die Wahl des richtigen Piloten. Im Fall von Kiefer ist das im nächsten Jahr der Venezolaner Gabriel Ramos. "Venezuela ist eine Nation, die derzeit sehr gut in das Thema Motorrad-Rennsport und auch zur Dorna passt. Und man muss auch ganz ehrlich sagen, dass er gut finanziert ist", gibt Kiefer zu. Allerdings legt der Teammanager Wert darauf, dass die Entscheidung für den 19-Jährigen nicht aus finanziellen, sondern rein aus sportlichen Gründen getroffen worden sei. In den vergangenen beiden Jahren hat Ramos sein Talent gezeigt und das Kiefer-Team überzeugt.

Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes sieht Kiefer die Moto3 mittelfristig als sportliche Heimat für sein Team: "Generell denken wir erst einmal über die Moto3 nach." Eine Rückkehr in die Moto2 möchte der Teammanager aber nicht kategorisch ausschließen. "Wenn sich ein junger Fahrer so entwickelt, dass es sportlich sinnvoll wäre in der Moto2 zu fahren, sind wir durchaus in der Lage, auch wieder den Schritt in die Moto2 zu gehen. Aber erst einmal bleiben wir in der Moto3."

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