Alex Rins feierte in Australien seinen sechsten Saisonsieg © FGlaenzel

Alex Rins gewinnt die Windschattenschlacht auf Phillip Island und macht die WM spannend - Vinales und Salom auf dem Podest - Jonas Folger Sechster

KTM feiert den nächsten Vierfachsieg: Alex Rins setzt sich auf Phillip Island im Zielsprint gegen Maverick Vinales durch und gewinnt den Grand Prix von Australien. Mit seinem sechsten Saisonsieg machte Rins die WM spannend, denn Luis Salom kletterte als Dritter auf das Podest. Dadurch schrumpfte Saloms WM-Vorsprung auf Rins auf fünf Punkte. Vinales hat zwei Rennen vor Saisonende 22 Zähler Rückstand. Alex Marquez komplettierte als Vierter einen spanischen Vierfachsieg.

Jonas Folger mischte die gesamten 23 Rennrunden im Spitzenfeld mit und startete die letzte Runde als Führender. Nach einer Berührung mit Salom verlor der Deutsche allerdings die entscheidenden Meter und die Chance auf das Podest. Folger kam als Sechster über die Ziellinie und lag nur eine Sekunde hinter dem Sieger. Die weiteren Deutschen im Feld sammelten keine WM-Punkte. Im Moto3-Rennen entwickelte sich die erwartete Windschattenschlacht.

Beim Start setzten sich schon auf den ersten Metern Salom und Folger vom Rest des Feldes ab, und die beiden übernahmen die Führung. Folger büßte in den ersten Runden aber Platz zwei an Rins ein. Philipp Öttl kam nicht so weit, denn es gab einen Motorschaden an seiner Kalex-KTM, weshalb der Deutsche nicht starten konnte. Im Laufe der ersten Runde bremste Miguel Oliveira (Mahindra) für die Honda-Haarnadel zu spät. Es kam zu einer Kollision und Oliveira sowie Wildcard-Starter Lachlan Kavney gingen zu Boden.

In der Anfangsphase übernahmen die Spanier das Kommando. Salom, Vinales und Rins lagen an der Spitze. Folger und Jack Miller (FTR-Honda) versuchten den Anschluss zu halten. Auf der schnellen Strecke konnte sich kein Fahrer entscheidend absetzen, denn der Windschatten-Faktor war auf Phillip Island groß. Folger mischte kräftig mit und übernahm zu Beginn der siebten Runde die Führung. Der Deutsche behauptete auch lange die Spitze, obwohl ihm einige Verfolger am Hinterrad hingen. Es lag eine große Spitzengruppe zusammen. Das Feld hatte sich in drei große Gruppen aufgesplittet.

Bei Rennhalbzeit fielen vereinzelt Regentropfen, es blieb aber trocken. In der Schlussphase kämpften schließlich noch sieben Fahrer um die Podestplätze. Das waren Vinales, Marquez, Rins, Miller, Niccolo Antonelli (FTR-Honda), Salom und Folger. Es gab zahlreiche Überholmanöver in dieser Gruppe. Die Entscheidung um den Sieg fiel in der spannenden letzten Runde. Folger startete die letzte Runde als Führender, doch bei der Windschattenschlacht war alles möglich.

Entscheidung fällt im Zielsprint

In der Honda-Haarnadel übernahm Rins die Führung, Salom bremste sich ebenfalls innen neben Folger. Es kam zu einer kleinen Berührung, Folger musste aufmachen und wurde von einigen Fahrern überholt. Der Traum vom Podest war vorbei. Die Youngster preschten nebeneinander auf die Zielgerade und Rins fuhr als Erster über den Zielstrich. Er kam drei Tausendstelsekunden vor Vinales ins Ziel. Salom folgte als Dritter.

Erneut standen die drei dominierenden Spanier der Saison auf dem Podest. "Der Sieg ist für mich sehr wichtig. Das Rennen hat viel Spaß gemacht und ich habe nur um 0,003 Sekunden gewonnen", freut sich Rins. "Vor dem Rennen habe ich mir für die letzten Kurven eine Strategie zurechtgelegt. Wir haben an diesem Wochenende hart gearbeitet." Trotz der knappen Niederlage ist Vinales weiterhin im WM-Kampf. "Ich habe das Rennen sehr genossen. Für Japan müssen wir den Motor verbessern, aber das Ergebnis ist gut."

"Die WM ist offen und wir müssen alles probieren." Salom büßte als Dritter einen Teil seines Vorsprungs ein, doch mit seinem zwölften Podestplatz ist er weiterhin der Titelfavorit. "Es war ein schwieriges Rennen, aber es war doch schön. Ich wäre in einer langsamen Kurve beinahe gestürzt. Auf dem Podium zu stehen ist sehr gut. In Motegi werde ich wieder kämpfen und mein Bestes geben."

Marquez wurde vor Lokalmatador Miller Vierter. Folger kam als Sechster über die Ziellinie. Vazquez lag als Siebter am Ende der Spitzengruppe. Dem Mahindra-Piloten fehlte nur eine Sekunde auf den Sieg. Antonelli musste am Ende abreißen lassen und wurde Achter. Dahinter folgte eine große Verfolgergruppe, die sich bis auf Position 19 zog. Niklas Ajo (KTM) setzte sich durch und eroberte Rang neun. In seinem Windschatten fuhren Alexis Masbou (FTR-Honda), Zulfahmi Khairuddin (KTM), Jakub Kornfeil (Kalex-KTM), Isaac Vinales (FTR-Honda), Romano Fenati (FTR-Honda) und Brad Binder (Mahindra).

Die weiteren Deutschen im Feld sammelten keine WM-Punkte. Luca Grünwald (Kalex-KTM) kam bei seinem ersten WM-Start in diesem Jahr als 22. ins Ziel. Er lieferte sich ein Duell mit seinem Kiefer-Teamkollegen Toni Finsterbusch, der schließlich 23. wurde. Luca Amato (Mahindra) drehte am Ende des Feldes seine Runden und belegte Platz 28. Ana Carrasco (KTM) mischte in der Anfangsphase im Spitzenfeld mit, fiel dann aber auf Position 19 zurück. Der nächste Grand Prix findet bereits am nächsten Wochenende in Motegi (Japan) statt.

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