Kalex-KTM-Pilot Jonas Folger sicherte sich in Brünn das zweite Podium der Saison © FGlaenzel

Dank der Uneinigkeit der Estrella-Galicia-Piloten und einem beherzten Manöver schafft es Jonas Folger beim Rennen in Brünn aufs Podium

Aufgrund des geänderten Zeitplans für den Renntag auf dem Automotodrom in Brünn mussten die Moto3-Piloten bis zum Nachmittag auf ihren Einsatz warten. Für die zigtausend Fans auf den Tribünen war es jedenfalls wert, für das letzte Rennen des Tages zu bleiben. Ungeachtet seiner Fersenverletzung übernahm zunächst Luis Salom das Kommando an der Spitze, wurde allerdings mit Fortdauer der Distanz von Maverick Vinales, Alex Rins und Alex Marquez heftig unter Druck gesetzt.

Die anfänglich bis zu acht Piloten umfassende Führungsgruppe reduzierte sich später auf sechs Fahrer, von denen in der letzten Runde jeder seine Chance auf den Tagessieg nutzen wollte. Am Ende setzte sich Salom um wenige Zehntelsekunden gegenüber Vinales durch. Jonas Folger wurde dank einer energischen letzten Runde Dritter, als sich Rins und Marquez in der letzten Bergauf-Passage vor der Ziellinie gegenseitig Tempo raubten.

Folger, der sich am Samstagnachmittag als Siebter für die Startaufstellung qualifizierte, zeigte bereits vor einer Woche in Indianapolis eine tolle, konstante Performance, die ihm eine Basis gab, worauf er aufbauen konnte und an diesem Wochenende zeigte er sich in vielen Punkten noch konkurrenzfähiger. Er arbeitete von Freitag an sehr hart und fuhr ein großartiges Rennen auf dem 5.403 Meter langen Brno Circuit. Dank eines mustergültigen Starts machte der Aspar-Pilot gleich in der Auftaktrunde drei Positionen gut und mischte über die gesamte Distanz kräftig in der Spitzengruppe mit.

Wenige Runden vor der Zieldurchfahrt verlor Folger vorübergehend den Anschluss zum Führungs-Quartett, worauf er sich mächtig anstrengen musste, um den Rückstand wieder aufzuholen. Einige späte und harte Bremsmanöver verhalfen ihm zu seinem zweiten Podium in diesem Jahr. Nach seinem wohlverdienten Podium als Dritter in Jerez, zeigte er heute erneut seine Stärken, und noch dazu auf einer Rennstrecke, wo er im vergangenen Jahr einen unglaublichen Sieg feierte.

"Es war ein tolles Rennen und ich habe es in volle Zügen genossen, vom Start bis ins Ziel in der Spitzengruppe zu fighten", bemerkt Folger. "Es war ein hartes, gleichzeitig aber auch ein interessantes Kräftemessen zwischen den Top-Piloten; keiner wollte nicht einen Zentimeter von seiner Linie abweichen. In der vorletzten Runde habe ich etwas verloren, aber ich habe nicht aufgeben und die wilden Positionskämpfe vor mir gaben mir die Chance, wieder aufzuholen."

"Ich war spät und hart auf der Bremse, und ich konnte zwei Positionen zurückgewinnen. Dieses Podium haben wir uns wirklich verdient, denn wir haben dafür unbeschreiblich hart gearbeitet. Ich denke, wir können auf unseren Job an diesem Wochenende stolz sein. Ich möchte meinem Team und den Kalex-Ingenieuren ein riesengroßes Dankeschön aussprechen", so der Aspar-Pilot.

"In Indy am vergangenen Sonntag ist uns ein bedeutender Fortschritt gelungen und hier haben wir einen weiteren gemacht, daher möchte ich diese Form nach Silverstone nächstes Wochenende mitnehmen. Dieser dritte Rang, und vor allem die Tatsache, dass wir heute von Beginn bis zum Ende in der Spitzengruppe mitfighten konnten, gibt dem Selbstvertrauen einen gewaltigen Schub und es zeigt, dass ich sich unser hartes Schuften bezahlt macht", erklärt er. "Ich bin überglücklich!"

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