Der Spanier Alex Rins feierte seinen dritten Saisonsieg © Repsol

Nächster Dreifachsieg für Spanien: Alex Rins gewinnt in Indianapolis vor Alex Marquez und Maverick Vinales - Jonas Folger Vierter

Auch in Indianapolis dominierten drei Spanier das Moto3-Rennen. Alex Rins setzte sich gegen seinen Teamkollegen Alex Marquez durch und feierte seinen dritten Saisonsieg. Maverick Vinales komplettierte als Dritter das Podest. KTM feierte einen weiteren großen Erfolg. Die ersten sieben Motorräder wurden von einem KTM-Motor angetrieben. Da Luis Salom nach seinem schweren Sturz vom Vortag als Fünfter ins Ziel kam, wurde die WM wieder spannend. Vinales verkürzte den Rückstand auf Salom auf neun Punkte. Rins ist bis auf 16 Zähler herangekommen.

Jonas Folger konnte mit seiner Kalex-KTM nicht um einen Podestplatz kämpfen. Der Deutsche setzte sich in der Verfolgergruppe durch und kam als Vierter ins Ziel. Die weiteren drei Deutschen im Feld gingen leer aus. Toni Finsterbusch musste schon in der Anfangsphase an der Box aufgeben. Sein Kiefer-Teamkollege Florian Alt wurde 18. und Philipp Öttl 19. Pech hatte Jack Miller: Der Australier brach sich bei einem Sturz das rechte Schlüsselbein.

Der Start zum Rennen über 23 Runden verzögerte sich um einige Minuten, weil es ein Problem mit der Startampel gab. Als der Grand Prix schließlich gestartet wurde, setzte sich Arthur Sissis (KTM) in den ersten Kurven durch und führte das Rennen an. Dahinter sorgte Miller für eine australische Doppelführung. Folger verlor in den ersten Kurven einige Positionen im Gerangel. Im Mittelfeld stürzte Jasper Iwema von seiner Kalex-KTM.

Am Ende der ersten Runde führte Sissis vor Rins, Miller, Vinales und Marquez. Salom hatte sich auf Platz sechs nach vor gearbeitet. Folger war auf Rang neun zurückgefallen. Miller versuchte sich gegen die KTM-Meute zu wehren, doch auf den Geraden war das Motorrad aus Österreich deutlich schneller. Zu Beginn der dritten Runder übernahm Vinales erstmals die Führung. Es ging in der Anfangsphase wieder turbulent zu.

Vinales erhöhte das Tempo und zog in seinem Schlepptau Marquez, Rins und Sissis mit. Dagegen musste Miller mit der FTR-Honda kämpfen und riskierte zu viel. In der vierten Runde stieg der Australier per Highsider ab und flog in die Wiese. Sein Einsatz wurde nicht belohnt. Die Streckenposten trugen Miller auf einer Trage weg. Im Medical Centre wurde ein Bruch des rechten Schlüsselbeins festgestellt.

Somit war das Spitzenfeld wieder fest in KTM-Hand. Die drei Spanier Rins, Vinales und Marquez setzten sich im ersten Rennviertel vom Rest des Feldes ab. Folger führte als Vierter die Verfolgergruppe an. Der Deutsche konnte die Lücke zum Spitzentrio allerdings nicht zufahren. Die drei Spanier an der Spitze hatten nach zehn Runden einen Vorsprung von vier Sekunden. Sie belauerten und beobachteten sich. Die Taktikspielchen hatten früh begonnen. Durch dieses Geplänkel kam Folger wieder etwas näher heran.

Folger kann nicht um das Podest kämpfen

In der 13. Runde hatte Vinales großes Glück, denn er konnte in Kurve vier einen sich anbahnenden Highsider abfangen. Dadurch verlor er einige Motorradlängen auf die Teamkollegen Rins und Marquez. Er schaffte aber wieder den Anschluss. Die Entscheidung um den Sieg fiel in der letzten Runde. Marquez startete die letzten 4,2 Kilometer vor Rins und Vinales. Rins bremste sich in der ersten Kurve an seinem Teamkollegen vorbei und übernahm die Führung.

Das war das entscheidende Manöver. Marquez und Vinales konnten in der letzten Runde keine Attacke setzen. Rins machte seinen dritten Saisonsieg klar. "Es war kein einfaches Rennen. In der zweiten Kurve nach dem Start fand ich mich neben der Strecke wieder, doch ich habe nicht aufgegeben. Ich wusste, dass das Rennen erst in den letzten Runden entschieden wird", so Sieger Rins.

Marquez jubelte dennoch über seinen zweiten Platz, denn zum ersten Mal in seiner WM-Karriere kletterte der jüngere Bruder von Marc auf das Podest. "Ich bin sehr glücklich. In der letzten Runde habe ich noch etwas versucht, es war aber sehr schwierig ihn zu überholen. Doch wie gesagt: Ich bin zufrieden. So kann es weitergehen", freut sich Marquez. Vinales setzte als Dritter seine Podestserie fort. Der Spanier stand in allen neun Saisonrennen auf dem Treppchen. "Es war ein gutes Rennen, doch für die kommenden Rennen müssen wir uns im Training verbessern."

Keine Punkte für Alt und Öttl

Folger kam schließlich mit acht Sekunden Rückstand als Vierter ins Ziel und hielt Salom in Schach. Der KTM-Pilot verteidigte mit Platz fünf seine WM-Führung, doch sein Vorsprung schrumpfte auf neun Zähler. Hinter Salom sahen seine Ajo-Teamkollegen Sissis und Zulfahmi Khairuddin als Sechster und Siebter die Zielflagge. In der nächsten Gruppe setzte sich Miguel Oliveira (Mahindra) gegen Romano Fenati (FTR-Honda) und Jakub Kornfeil (Kalex-KTM) durch und eroberte Rang acht.

Die letzten WM-Punkte gingen an Niklas Ajo (KTM), Alexis Masbou (FTR-Honda), Alan Techer (TSR-Honda), Livio Loi (Kalex-KTM) und Matteo Ferrari (FTR-Honda). Bis zum Schluss kämpften Alt und Öttl in der letzten Gruppe um die Plätze. Im Fotofinish mussten sich die beiden Youngster Ana Carrasco (KTM) geschlagen geben. Die einzige Dame im Feld wurde 17, gefolgt von Alt und Öttl. Es kamen nur 21 der 33 Nachwuchsfahrer ins Ziel. Viele kamen zu Sturz oder schieden mit technischem Defekt aus. Der nächste Grand Prix findet bereits am kommenden Wochenende in Tschechien statt.

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