Der 16-jährige Philipp Öttl zählt zu den großen deutschen Nachwuchshoffnungen © Motorsport-Total.com

Bei den Testfahrten in Jerez hat Nachwuchshoffnung Philipp Öttl eine Basis gefunden - Das wechselhafte Wetter machte es schwierig, aber lehrreich

Philipp Öttl zählt zu den deutschen Nachwuchshoffnungen im Grand-Prix-Sport. Der 16-Jährige feierte sein Debüt beim Saisonfinale in Valencia 2012 und fuhr in der Moto3-Klasse auf Anhieb in die Punkteränge. Über den Winter hat sich der Youngster auf seine erste volle WM-Saison vorbereitet und in der Vorwoche an den Testfahrten in Jerez teilgenommen. Im Trockenen konnte Öttl, der eine Kalex-KTM fährt, den Rückstand von drei auf knapp unter zwei Sekunden drücken. Im Nassen fehlte etwas mehr auf die Spitze.

In erster Linie geht es für Öttl darum, sich an die WM heranzutasten und zu lernen. Sein persönliches Fazit nach den drei Tagen in Jerez fällt positiv aus: "Die Tests waren soweit ganz gut. Wir konnten viel probieren und sind auch zu guten Ergebnissen gekommen. Das Wetter war etwas schwierig, aber es war sehr lehrreich", sagt der Deutsche im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Es stand viel im Aufgabenheft: "Wir haben am Fahrwerk und natürlich auch an mir gearbeitet. Dazu haben wir viel mit dem Data-Recording gemacht. Dabei sind wir auf eine gute Basis gekommen."

Jerez ist nicht die schnellste Strecke, durch die zahlreichen Kurven aber knifflig, weshalb sie gut geeignet ist, um Fortschritte zu erarbeiten. "Es ist technisch eine sehr anspruchsvolle Strecke. Deshalb scheiden hier auch im Rennen die meisten Fahrer aus", lautet Öttls Schlussfolgerung. Zudem konnten auch Erfahrungen im Regen gesammelt werden, was sich noch als nützlich herausstellen kann. "Es waren dann nicht ganz so viele Fahrer unterwegs, aber es war eine gute Erfahrung."

Positiv stimmt Öttl, "dass wir auch in Jerez einigermaßen mithalten konnten. Wir waren nie schlechter als 20. Das war ganz gut." Auch sein Vater Peter Öttl, selbst fünffacher Grand-Prix-Sieger, ist mit den Tests zufrieden. "Der Test in Jerez ist ähnlich verlaufen wie in Valencia. Im Großen und Ganzen waren wir mit dem Ergebnis zufrieden."

"Philipp konnte auch wie in Valencia seine persönliche Bestzeit unterbieten. Er hat sich auf einem niedrigen Platz 20 angesiedelt. Das ist momentan sein Wert", schätzt Vater Öttl die Situation realistisch ein. "Für Philipp ist das sehr gut, weil er in der Vergangenheit bei Tests und Trainings nicht so schnell war. Seine Stärke sind mehr die Rennen. Ich denke, wenn er im Training um diese Plätze kämpft, dann ist man von den Punkterängen nicht so weit weg. Dann traue ich ihm auch zu, beim Grand Prix Punkte zu holen."

Peter Öttl hat das Team rund um seinen Sohn formiert und unterstützt ihn mit seiner reichhaltigen Erfahrung. Die nächsten Testfahrten der kleinen Klassen finden vom 18. bis 23. März ebenfalls in Jerez statt. Bis dahin gibt es weitere Arbeit zu erledigen: "Wir werden uns die Daten genau ansehen und vielleicht die Übersetzung ändern, weil ich doch etwas schneller werde", blickt Philipp Öttl voraus. "Ich muss hart trainieren, damit ich den Erfolg halten kann."

Auch sein Vater hilft bei der Erstellung des Programms mit: "Wir werden jetzt alles genau auswerten. Hier hatten wir unterschiedliche Bedingungen. Es gab einen perfekten Tag, aber dann auch Regen. Regen kann auch beim Grand Prix vorkommen. Für den nächsten Test werten wir nun alles aus und stellen dann ein Programm auf. Ich denke, die Basis ist sehr gut", meint Peter Öttl, der zwischen 1987 und 1997 in den Klassen 80 und 125 Kubikzentimetern aktiv war. "So wie wir zum Schluss gefahren sind, werden wir wieder beginnen. Wir haben noch einige Teile zum probieren. Anhand der weiteren Ergebnisse müssen wir dann schauen, wie wir vorgehen."

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