Sandro Cortese musste sich im Regen- rennen von Valencia geschlagen geben © RACE-PRESS.com

Danny Kent schnappt Teamkollege Sandro Cortese mit einem entschlossenen Manöver in der letzten Kurve den Sieg weg - Jonas Folger scheidet mit Technikdefekt aus

Weltmeisterlicher Saisonabschluss für Aki Ajos KTM-Team: Danny Kent fährt mit einer sensationellen letzten Runde zum Sieg und schnappt Weltmeister Sandro Cortese den schon sicheren Sieg weg. Cortes führte das Rennen lange an und ging mit etwa einer Sekunde Vorsprung in die letzte Runde. Doch schon vor dem Rennen stieg die Anspannung: Jonas Folger blieb auf seiner Runde in die Startaufstellung stehen und verlor damit seine Pole-Position.

Der Kalex-KTM-Pilot musste aus der Box starten. Der Fehler an der Maschine wurde kurz vor dem Startsignal beseitigt. Den Start gewann Luis Salom, der mit einer pinken Sonderlackierung unterwegs war. Cortese fiel beim Start bis auf Platz sieben zurück, obwohl er gut von der Linie wegkam. Nach der ersten Runde führte Salom vor den beiden Suter-Hondas von Miguel Oliveira und Alex Marquez. Die Top 3 konnten sich in der Startphase leicht von den Verfolgern absetzen.

Marquez ging wenig später in Führung. Der Spanier fuhr direkt eine kleine Lücke heraus, stürzte aber kurz danach. Folger arbeitete sich von ganz hinten durchs Feld und konnte die gleichen Rundenzeiten fahren wie die Spitze. 17 Runden vor Schluss musste der Aspar-Pilot aber seine Maschine mit einem Elektronikdefekt abstellen. "Es ist sehr frustrierend. Ich bin richtig enttäuscht, genau wie das Team auch", erklärt er 'MotoGP.com'. "Wir hätten ein gutes Rennen zeigen können. Wir waren vorn dabei, im Regen bin ich meist stark. Ich war bereit fürs Rennen, doch leider passiert so was etwas ab und zu im Rennsport." Bereits im Warmup rollte Folger durch einen Motorschaden aus.

Währenddessen konnte sich Louis Rossi vom Racing Team Germany an die Spitze setzen. Doch auch der Franzose hatte nicht lange das Vergnügen, das Feld anzuführen. Rossi fing beim Anbremsen einen heftigen Rutscher ab und verlor einige Positionen. Teamchef Dirk Heidolf war die Anspannung am Kommandostand anzumerken. Wenig später stürzte Adrian Martin.

Philipp Öttl fuhr ein starkes Rennen und lag bereits nach einigen Runden bereits in den Punkterängen. 15 Runden vor Ende des Rennens stürzte John McPhee, der am Freitag einen starken Eindruck im Nassen hinterließ. Weltmeister Cortese hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits bis an die Spitze herangekämpft und die Führung übernommen. Der KTM-Werkspilot konnte sich aber noch nicht vom Feld absetzen.

Efren Vazquez und Oliveira gingen wenig später zu Boden. Die Schuld am Zwischenfall hatte eindeutig Vazquez, der sich beim Anbremsen verschätzte und in Oliveira hineinrutschte. Bemerkenswert: Beide werden 2013 Teamkollegen werden. Der Kampf zwischen Salom und Maverick Vinales um Platz zwei in der Fahrerwertung spitzte sich zu, als Salom hinter Vinales zurückfiel. Öttl konnte mit den beiden Spaniern mithalten und sich gut in Szene setzen. Landsmann Toni Finserbusch war zur Halbzeit ebenfalls in den Top 15 zu finden.

Sieben Runden vor Schluss führt Cortese das Feld mit einer Sekunde Vorsprung auf Rossi, Brad Binder, Hector Faubel, Kent und Jack Miller an. Kent wurde in den finalen Runden aber immer schneller und fuhr die Lücke zu Cortese zu. Miller verabschiedete sich fünf Runden vor Rennende mit einem Sturz aus dem Kampf um einen Podestplatz. Finsterbusch ging eine Runde später zu Boden.

Der Regen setzte drei Runden vor dem Ende des Rennens erneut ein und erschwerte die Bedingungen. Vor der letzten Runde sah es aus, als ob Cortese der sichere Sieger sein würde. Doch in der letzten Kurve kann sich Teamkollege Kent durchsetzen. "Ich war das gesamte Rennen stark in der letzten Kurve. Das wollte ich in der letzten Runde nutzen", schildert der spätere Sieger.

"Ich habe gar nicht realisiert, was los war, als Kent vorbeiging", gesteht Cortese. "Ich habe beinahe 20 Runden geführt und den Sieg in der letzten Kurve verloren. Ich gratuliere Danny." Platz drei sicherte sich KTM-Pilot Zulfahmi Khairuddin und holte sich nach Malaysia einen weiteren Podestplatz. "Ich war zu Beginn sehr vorsichtig. Ich habe viele Fahrer vor mit stürzen sehen und wollte kein zu großes Risiko eingehen", erklärt er. "Ich bin sehr froh, heute auf dem Podium zu stehen."

Öttl fuhr in seinem ersten Grand Prix einen starken elften Platz ein und holte damit seine ersten WM-Punkte. Alex Rins sicherte sich den Titel "Rookie of the Year". Salom reichte Platz zehn zum Vizetitel vor Vinales, der in Valencia Achter wurde. Luca Amato verpasste die Punkte deutlich. Mit 1:47 Minuten beendete der Aspar-Pilot das Rennen auf Platz 22.

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