Sandro Cortese und Jonas Folger sind meist im Spitzenfeld zu finden © KTM

Sandro Cortese schätzt die Leistungen seines Landsmanns Jonas Folger hoch ein und traut ihm im kommenden Jahr einen Angriff auf den WM-Titel zu

Seit dem Sommer kämpfen zwei Deutsche in der Moto3 an der Spitze. In Indianapolis stieg Jonas Folger erstmals auf die Kalex-KTM des Aspar-Teams und ist seither ein regelmäßiger Kandidat für das Podium. In diesem Zeitraum eroberte Sandro Cortese 141 WM-Punkte und Folger deren 88. Es wäre mehr möglich gewesen, aber in Motegi wurde Folger von Luis Salom auf Podestkurs liegend abgeräumt und zuletzt auf Phillip Island kassierte er eine Durchfahrtsstrafe für einen Frühstart. Der Sieg in Brünn war das große Highlight. Bei feuchter und anschließend abtrocknender Strecke war Folger eine Klasse für sich. Das erkennt auch Cortese an: "Man hat es in Brünn gesehen, bei außergewöhnlichen Situationen ist der Jonas noch stärker als sonst."

Cortese absolvierte eine Traumsaison und fuhr von Erfolg zu Erfolg. Der Titelgewinn unterstrich seine derzeitige Topform. Während der Berkheimer im KTM-Werksteam vorzügliches Material und Unterstützung hinter sich hat, musste Folger seine Karriere neu starten. Im Ioda-Team war das Motorrad überhaupt nicht konkurrenzfähig. Die Maschine war nicht nur langsam, sondern defektanfällig. Dennoch konnte Folger sein Talent aufblitzen lassen. Belohnt wurden die Mühen erst mit dem Vertrag bei Aspar.

An der Spitze hat Cortese zwar einen neuen Gegner bekommen, aber er würdigt die Leistungen seines Landsmanns: "In dieser Saison hat er sehr viel gelernt - gerade nach der schwierigen Phase zu Saisonbeginn mit dem Ioda-Team. Ihm ist bewusst geworden, wie wichtig es ist ein gutes Team und Motorrad zu haben und das besser zu nutzen. Als die Chance kam, ins Aspar-Team zu wechseln, hat er realisiert, dass es vermutlich seine letzte Chance ist", meint der neue Moto3-Weltmeister.

"Bis jetzt hat er diese Chance perfekt genutzt. Man kann ihm in keinem Training oder Rennen nachsagen, er habe nicht alles gegeben. Hut ab, gerade nach solch einer schwierigen Situation. Er fuhr in Indianapolis direkt aufs Podium. Das muss erst einmal einer nachmachen. Ich denke, er wird in der kommenden Saison sehr stark sein." Folger hat sich aufgrund seiner jüngsten Leistungen zu einem Geheimfavoriten für die kommende Saison gemausert.

Cortese rät aber, den Ball flach zu halten. "Man muss ihn dennoch ein bisschen in Ruhe lassen. Wenn man gewisse Fahrer zu sehr lobt, dann können sie meist im darauffolgenden Jahr ihre Leistungen nicht wiederholen", spricht der nächstjährige Moto2-Pilot aus Erfahrung. "Doch da bin ich mir beim Jonas ziemlich sicher, dass er es 2013 trotzdem hinbekommt. Ich bin glücklich, dass er in der Moto3 bleibt. Er hat mit der Kalex-KTM alle Chancen. Kalex will auch in der Moto3 den Titel."

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