Sandro Cortese behielt im Moto3-Rennen von Misano die Oberhand © KTM

In einem spannenden Moto3-Rennen setzt sich Sandro Cortese gegen seine jungen Verfolger durch und baut nach dem dritten Saisonsieg die WM-Führung aus

Das Moto3-Rennen beim Großen Preis von San Marino in Misano hielt die Zuschauer gleich in Atem. Harte Kämpfe an der Spitze mit mehreren Führungswechseln sorgten für ein spannendes Rennen. Am Ende lag mit Sandro Cortese (KTM) der Fahrer vorne, der auch auf der Pole-Position gestanden hatte. "Heute ist einfach alles sehr gut gelaufen. Das Motorrad war sehr gut, da hat das Team einen sehr guten Job gemacht", sagt Cortese. "Es war sehr schwierig, die richtige Abstimmung zu finden, da außer dem Qualifying alle Trainings nass waren."

Der Auftakt verlief für den 22-Jährigen gleich nach Maß: "Ich hatte einen perfekten Start und habe in den ersten Runden versucht, davonzuziehen. Ich wusste, dass Maverick (Vinales, Anm. d. Red.) von ziemlich weit hinten startete und sehr viel riskieren musste, um an die Spitze zu fahren." Die Flucht nach vorne führte jedoch nicht zum Erfolg, weshalb Cortese seinen Plan änderte: "Nach einigen Runden habe ich gemerkt, dass ich nicht wegkomme, denn Romano (Fenati, Anm. d. Red.) hatte einen guten Rhythmus. Ich habe ihn schließlich vorbeigelassen. Dann hat er versucht, mir zu enteilen, aber es ist auf dieser Strecke sehr schwierig, eine Lücke herauszufahren."

Doch Fenati war nicht der einzige Fahrer, mit dem sich Cortese duellieren musste: "Als Rins dann in jeder Kurve innen reingestochen ist, wusste ich, dass ich einiges riskieren muss, um beide zu überholen. Ich wusste, dass die jungen Wilden hinter mit ein wenig kopflos sind, und wenn die sich in ein oder zwei Kurven richtig bekämpfen, bin ich weg. Ich bin meinen Rhythmus gefahren, und wenn sie einmal schlecht aus des Kurve herauskommen, habe ich eine halbe Sekunde Vorsprung. Das aufzuholen, ist auf dieser Strecke sehr schwierig", erklärt Cortese.

Diese Theorie setzte er in der Schlussphase des Rennens im Zweikampf mit Rins in die Tat um: "Das war auf der Gegengeraden. Wenn dort einer nicht richtig aus der Kurve herauskommt und ich ganz normal beschleunigen kann, macht das einen sehr großen Unterschied. Die KTM geht oben raus extrem gut, wenn die Honda dann schlechter herauskommt, habe ich die besseren Karten." Auch sein schonender Fahrstil brachte Cortese in der Schlussphase einen Vorteil. "Ich habe mir die Reifen gut eingeteilt und gemerkt, dass sie bei Fenati und den anderen abbauen. Die waren ziemlich am Limit."

Den Kampf der Verfolger gewann schließlich Luis Salom (Kalex-KTM). "Es war sehr schwierig. Ich habe in der letzten Runde versucht, Sandro zu überholen, aber dann hat mich Vinales angegriffen, wobei ich eine Menge Zeit verloren habe", berichtet der Spanier. "Sandro lag dann eine halbe Sekunde vor mir, daher war es nicht mehr möglich, ihn einzuholen. Ich musste dann hart kämpfen, um Rins und Maverick wieder zu überholen. Ich bin zufrieden, es war ein unterhaltsames Rennen." Lokalmatador Romano Fenati (FTR-Honda) wurde Dritter: "Zusammen mit Sandro und Luis war ich heute der Schnellste. Es war ein toller Kampf und ein fantastisches Rennen", freut sich der Italiener.

Mit seinem Sieg vergrößerte Cortese seinen Vorsprung auf Vinales in der Weltmeisterschaft auf 46 Punkte. Salom als WM-Dritter hat 56 Punkte Rückstand auf den Deutschen. "Beide haben noch Chancen in der Meisterschaft, daher muss ich auch auf beide achten", schätzt Cortese die WM-Situation ein. "Aber ich werde weiterhin versuchen, jedes Rennen zu gewinnen oder zumindest auf dem Podium zu stehen. So wird man Meister, die Konstanz ist entscheidend. Mit diesem Vorsprung ist es natürlich etwas einfacher, als wenn ich nur 15 Punkte Vorsprung hätte."

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