Sandro Cortese ist auf dem Weg zum ersten Moto3-WM-Titel © KTM

Sandro Cortese setzt sich in einem engen Moto3-Rennen durch und feiert in Misano seinen dritten Saisonsieg - In der WM baut der Deutsche seine Führung aus

Das Moto3-Rennen zum Grand Prix von San Marino in Misano war von Start bis ins Ziel eng umkämpft. Eine mehrköpfige Spitzengruppe lieferte sich über 23 Runden enge Duelle. KTM-Werksfahrer Sandro Cortese mischte immer vorne mit. Zunächst führte Rookie Romano Fenati (FTR-Honda) lange, doch drei Runden vor dem Ziel erhöhte Cortese das Tempo, übernahm die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach Portugal und dem Sachsenring war es der dritte Saisonsieg des Deutschen. In einer hektischen Schlussrunde wurde sein WM-Konkurrent Maverick Vinales (FTR-Honda) auf Rang fünf zurückgedrängt.

Dadurch vergrößerte Cortese seinen WM-Vorsprung auf den Spanier auf 46 Punkte. Das entspricht beinahe zwei vollen Siegen. Das Podium komplettierten Luis Salom (Kalex-KTM) und Fenati. Jonas Folgaer mischte mit seiner Kalex-KTM ebenfalls das komplette Rennen in der Spitzengruppe mit, aber am Ende reichte es nicht ganz für das dritte Podium in Folge. Folger kam als Sechster über die Ziellinie. Toni Finsterbusch (Honda) ging als 18. leer aus.

Der umjubelte Sieger des Tages hieß Cortese: "Es war eines der besten und schwierigsten Rennen der Saison", meint er nach der Zieldurchfahrt. "Maverick startete weit hinten und es gab die Chance auf viele Punkte. Es war schwierig, die Konzentration hochzuhalten. Als Rins und Roman am Ende attackierten, wollte ich es nicht auf die letzte Runde ankommen lassen. Also attackierte ich schon zwei Runden vor Schluss." Diese Taktik ging schlussendlich auf. Bevor der WM-Anwärter Champagner verspritzen durfte, standen 23 harte Runden an.

Beim Start setzte sich Cortese von der Pole-Position durch und übernahm in der ersten Kurve die Führung. Dahinter sortierte sich Folger ein und es gab eine deutsche Doppelführung. Auf den weiteren Plätzen folgten Danny Kent, Arthur Sissis (beide KTM) und Fenati. Im Mittelfeld kam es zu einer Kollision zwischen Mehreren Fahrern. Danny Webb (Mahindra), Alan Techer (TSR-Honda), Giulian Pedone (Suter-Honda) und Wildcard-Starter Kevin Calia (Honda) waren involviert. Kurz darauf schied auch Jasper Iwema (FGR-Honda) durch Sturz aus. Für Jack Miller (Honda) endete das Rennen auch früh im Kiesbett.

Am Ende der ersten Runde führte noch Cortese vor Folger, aber die Verfolger rückten auf. Vinales war lediglich auf Platz 15. In der Anfangsphase ging es in der Spitzengruppe wieder turbulent zu. Speziell die italienischen Piloten drehten auf. Fenati schnappte sich in der zweiten Runde die Führung und versuchte wegzuziehen. Cortese blieb dran. In der Spitzengruppe waren auch noch Folger, Niccolo Antonelli (FTR-Honda) und Sissis vertreten. Im hinteren Teil des Feldes gerieten erneut drei Fahrer aneinander. Das waren Alex Marquez (Suter-Honda), Armando Pontone (Ioda) und Wildcard-Starter Stefano Valtulini (Honda). Louis Rossi steuerte schon früh die Box des Racing-Team-Germany an.

Nach der turbulenten Anfangsphase beruhigte sich das Feld ein wenig. Fenati behauptete die Führung, während die Verfolger um die Plätze dahinter kämpfen. Vinales schaffte im ersten Renndrittel den Anschluss an die Spitzengruppe. Nach zehn Runden lag der Spanier auf Position acht. Währenddessen konnten sich an der Spitze Fenati und Folger ein wenig absetzen. Da sich die beiden aber ein Duell lieferten, konnte der Rest wieder aufschließen. Eine Sekunde Vorsprung war dahin und bei Rennhalbzeit war wieder alles offen.

Spitze bleibt eng zusammen

Fenati führte dennoch souverän, während Cortese als Zweiter die Angriffe von hinten abwehren musste. Vinales hatte sich kontinuierlich nach vor gearbeitet und lag fünf Runden vor dem Ende bereits hinter Alex Rins (Suter-Honda) auf Platz vier. In den letzten drei Runden wurde die Gangart härter. Cortese, Salom, Rins, Fenati und Vinales lagen ganz dicht beisammen und es gab in jeder Kurve Überholmanöver. Cortese setzte sich an die Spitze und probierte die Soloflucht.

Der Plan ging aber zunächst nicht auf, denn Salom klemmte sich an das Hinterrad des Deutschen. Vinales war als Dritter auch schon zur Stelle. Cortese ging als Führender in die letzte Runde, aber es war noch alles möglich. Wenige Kurven vor dem Ziel versuchte Vinales ein Überholmanöver, aber Cortese machte die Linie zu. Dadurch gewann der KTM-Werksfahrer einige Meter Vorsprung. Das war die Entscheidung. Cortese fuhr den Sieg sicher ins Ziel.

Auf der Linie hatte der Deutsche einen Vorsprung von einer halben Sekunde. Nach Estoril und dem Sachsenring feierte Cortese seinen dritten Saisonsieg in diesem Jahr. Außerdem baute er seine Podestserie aus. In elf der bisher zwölf Rennen stand der 22-Jährige auf dem Podium. Da Vinales in den letzten Kurven noch auf Platz fünf zurückfiel, hat Cortese in der WM seinen Vorsprung auf 46 Punkte ausgebaut.

Bis zur Ziellinie wurde um die weiteren Plätze gekämpft. Bereits zum achten Mal kletterte Salom in dieser Saison auf das Podium. In den Trainings hält sich der Spanier meist zurück, aber im letzten Renndrittel ist er immer zur Stelle. In Misano wurde es Platz zwei. Das Podium komplettierte Fenati. Zum ersten Mal seit Mugello stand der italienische Youngster wieder auf dem Podium. Rins schnappte Vinales noch in der letzten Kurve den vierten Platz weg, wodurch Vinales weitere Punkte einbüßte.

Folger war bis zum Schluss in der Spitzengruppe, aber diesmal reichte es nicht für einen Podestplatz. 1,8 Sekunden fehlten auf seinen Landsmann Cortese, aber es langte "nur" zu Platz sechs. Efren Vazquez (FTR-Honda) war als Siebter der letzte der Spitzengruppe. Wenige Sekunden dahinter kamen Antonelli und Miguel Oliveira (Suter-Honda) auf den Plätzen acht und neun über die Linie. Sissis fuhr am Ende ohne direkten Gegner und komplettierte die Top 10.

Auf den Positionen elf bis 13 wurden Zulfahmi Khairuddin, Danny Kent (beide KTM) und Hector Faubel (Kalex-KTM) gewertet. Alberto Moncayo und Jakub Kornfeil (beide FTR-Honda) nahmen die letzten WM-Punkte mit. Toni Finsterbusch (Honda) kam bei seinem ersten Rennen im Racing-Team-Germany als 18. ins Ziel und ging leer aus. Das nächste Rennen findet am 30. September im spanischen Motorland Aragon statt.

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