Kurz nach der Bestzeit stürzte Romano Fenati von seiner FTR-Honda © RACE-PRESS.com

Romano Fenati fährt in Misano bei widrigen Bedingungen die schnellste Zeit - Jonas Folger Dritter, während Sandro Cortese nichts riskiert und sich als Achter einreiht

Die Strecke von Misano war auch im zweiten Freien Training der Moto3-Klasse nicht komplett trocken. Der kurze Regenschauer vor der Mittagspause setzte den Kurs an der Adria-Küste unter Wasser. Es trocknete aber zusehends auf und im zweiten Training war der Asphalt noch feucht, aber es spritzte keine Gischt von den Reifen hoch. Langsam bildete sich auch eine trockene Ideallinie. Durchwegs waren alle Fahrer mit Regenreifen unterwegs. In den letzten Minuten gingen dann immer mehr Leute mit Slicks auf die Bahn.

Im Zusammenspiel mit der immer trockener werdenden Strecke wurden die Bestzeiten ganz zum Schluss gefahren. Am Ende katapultierte sich Jerez-Sieger Romano Fenati an die Spitze. Kurz nachdem er über die Linie kam und in 1:49.965 Minuten gestoppt wurde, flog der Youngster ab. Der rechte Knieschoner hatte sich gelöst und flog in das Hinterrad. Dadurch wurde die FTR-Honda ausgehebelt und Fenati rutschte über den Asphalt. Er hatte sich dabei aber nicht verletzt und konnte sich wenige später über seine Bestzeit freuen.

Diesmal zeigte auch Maverick Vinales (FTR-Honda) mit der zweitschnellsten Zeit, dass er auch bei rutschigen Bedingungen flott sein kann. Auf Fenati fehlte dem Spanier allerdings schon eine Sekunde. Bis kurz vor Schluss lag Jonas Folger (Kalex-KTM) an der Spitze. Über weite Teile des Trainings gab der Deutsche das Tempo vor und wurde erst am Ende auf Platz drei zurückgereicht. Fenati war noch um 1,123 Sekunden schneller gewesen.

Dagegen ging Sandro Cortese kein Risiko ein und wechselte nicht auf Slicks. Der KTM-Werksfahrer spulte kontrolliert seine 15 Runden ab und reihte sich an der achten Stelle ein. Auf die Spitze fehlten zwar 3,5 Sekunden, aber bei einem Sturz und einer damit verbundenen Verletzung hätte Cortese viel mehr zu verlieren gehabt. Das Wetter soll an den nächsten beiden Tagen ebenfalls wechselhaft bleiben, aber sich etwas bessern. In der WM führt Cortese mit einem Vorsprung von 32 Punkten auf Vinales.

Ein Ausrufezeichen setzte Wildcard-Starter Kevin Calia, der sich mit seiner Honda auf dem vierten Platz meldete. Auf den weiteren Positionen folgten Alberto Moncayo (FTR-Honda), Danny Kent (KTM) und Alex Rins (Suter-Honda). Hinter Cortese komplettierten Jakub Kornfeil (FTR-Honda) und Zulfahmi Khairuddin (KTM) die Top 10. Mit Ausnahme von Adrian Martin (FTR-Honda), der keine Runde am Nachmittag fuhr, konnten alle Fahrer ihre Zeiten verbessern.

Obwohl es wieder rutschig war, gab es weniger Ausrutscher als am Vormittag. Kurz neben der Bahn war wieder einmal Jack Miller (Honda). Das Racing-Team-Germany tritt in Misano erstmals mit zwei Fahrern an. Neben Louis Rossi stieß Toni Finsterbusch ins Team, denn MZ ist durch den Insolvenzantrag nicht mehr in der WM. Rossi fährt eine FTR-Honda während Finsterbusch mit seiner Standard-Honda unterwegs ist. RTG hat einen fixen zweiten Startplatz für die restliche Saison beantragt. Dieser muss noch genehmigt werden. In der Zeitenliste reihte sich Finsterbusch als 31. ein.

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