Der Franzose Louis Rossi feierte einen umjubelten Heimsieg in Le Mans © racepix.de

Louis Rossi vom Racing-Team-Germany gewinnt in einer Regenschlacht sein Heimrennen in Frankreich - Sandro Cortese baut als Sechster die WM-Führung aus

Der Franzose Louis Rossi feiert bei einer Regenschlacht in Le Mans seinen ersten Grand-Prix-Sieg. Reihenweise stürzten die Fahrer. Darunter waren auch Maverick Vinales und Romano Fenati (FTR-Honda). Rossi machte keine Fehler und kam schließlich mit knapp einer halben Minute Vorsprung ins Ziel. Die Fans feierten den Heimsieg ihres Rossi. Platz zwei ging an den Spanier Alberto Moncayo (Kalex KTM). Alex Rins (Suter-Honda) kletterte als Dritter zum ersten Mal auf das Podium. KTM-Werksfahrer Sandro Cortese baute mit Platz sechs seine WM-Führung aus. Jonas Folger (Oral), Marcel Schrötter (Mahindra) und Kevin Hanus (Honda) kamen auch in die Punkteränge.

Bereits der Aufwärmrunde hatte Efren Vazquez (FTR-Honda) ein Problem und schaffte es nicht in die Startaufstellung. Dadurch fuhren nur zwei Piloten aus der ersten Reihe los. Mehrere Fahrer kamen nach der Aufwärmrunde auch an die Box. Als die Lichter ausgingen, setzte sich Vinales von der Pole-Position an die Spitze. Dahinter folgten Zulfahmi Khairuddin (KTM), Jakub Kornfeil (FTR-Honda) und Hector Faubel (Kalex-KTM). Brad Binder (Kalex-KTM) stürzte in der ersten Kurve und räumte dabei auch Niklas Ajo (KTM) ab.

Im Laufe der ersten Runde übernahm Khairuddin die Führung. Am Ende des ersten Umlaufs lautete die Reihenfolge hinter ihm: Vinales, Faubel, Kornbeil, Luis Salom (Kalex-KTM) und Rossi. Folger hatte sich auf Platz acht katapultiert, während Cortese auf Rang elf zurückrutschte. In der zweiten Runde war die gute Vorstellung von Folger bereits vorbei. Der Deutsche war in einen Sturz mit dem Franzosen Alexis Masbou (Honda) verwickelt, konnte aber weiterfahren. Fenati rutschte so wie zuletzt in Estoril aus und schied aus.

In den ersten Runden entwickelte sich eine Spitzengruppe mit sieben Fahrern, in der die Positionen mehrfach wechselten. Nach vier Runden hatten sich Faubel und Salom einige Motorradlängen von den Verfolgern abgesetzt und fuhren an der Spitze. Cortese war zu diesem Zeitpunkt an der Spitze der zweiten Gruppe auf Platz neun. Während im hinteren Teil des Feldes zahlreiche Fahrer stürzten, ging es vorne ruhig zu. Die Fahrer spulten ihre Runden ab. In Führung lag lange der erfahrene Faubel.

Sechs Fahrer lagen nach neun Runden in der Spitzengruppe. Hinter Faubel waren das Miguel Oliveira (Suter-Honda), Kornfeil, Vinales und Rossi. Cortese kam dagegen nicht von Platz neun nach vor und spielte keine Rolle im Kampf um die Podestplätze. Zwölf Runden vor Schluss verabschiedete sich Faubel durch einen Sturz. Kurz darauf ging auch Kornfeil zu Boden. Das Bild an der Spitze änderte sich schlagartig.

Oliveira führte nun vor Vinales und Rossi. Cortese wurde durch die Ausfälle auf Platz sechs gespült. Der Deutsche machte eine weitere Position gut, denn Salom stürzte auf Platz vier liegend. Cortese fuhr ein sicheres Rennen und schnappte Khairudding den vierten Rang weg. Neun Runden vor Schluss stürzte der Führende Oliveira. Somit kämpften nur noch Vinales und Rossi um den Sieg. Cortese brachte das bereits auf den dritten Rang nach vor.

Fans feiern Rossi

Die Fans auf den Tribünen feuerten ihren Rossi an, der Franzose ist und nicht mit dem großen Valentino verwandt ist. Das Duell war aber acht Runden vor dem Ende entschieden, denn Vinales ging in der Zielkurve zu Boden. Somit führte Rossi und hatte die Chance auf den Heimsieg. Cortese war dadurch bereits Zweiter. Sein Rückstand auf den Franzosen betrug sieben Runden vor dem Ende 22 Sekunden. Von hinten hatte der Deutsche auch keinen Druck mehr, denn Khairuddin stürzte ebenfalls.

Drei Runden vor Schluss ging für Cortese alles schief. Der dreifache Grand-Prix-Sieger stürzte, hielt seine KTM aber am Laufen und fuhr als Sechster weiter. Hinter Rossi waren zu diesem Zeitpunkt Moncayo und Rins auf den weiteren Podestplätzen. Rins fuhr nach einem Trainingssturz mit einem gebrochenen kleinen Finger. Der Spanier kam in den letzten Runden noch unter Druck von Niccolo Antonelli (FTR-Honda). Zwei Youngster kämpften in ihrem vierten Grand Prix um den letzten Podestplatz.

An der Spitze ließ Rossi nichts anbrennen und machte keinen Fehler. Unter tosendem Jubel überquerte der 22-Jährige als Erster die Ziellinie. In seinem 51. Rennen war es sein erster Triumph. Rossi fährt für das Racing-Team-Germany, das somit auch den ersten Sieg als Privatteam in der neuen Moto3-Klasse feierte. Im Vorjahr gewann die Mannschaft rund um Dirk Heidolf zwei Rennen mit Cortese.

Vier Deutsche in den Punkterängen

Moncayo kam 27 Sekunden dahinter über die Linie und wurde Zweiter. Rins konnte die Angriffe von Antonelli in Schach halten und kletterte zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere auf das Podium. Hinter Antonelli wurde Arthur Sissis (KTM) Fünfter. Cortese rettete schließlich noch den sechsten Platz ins Ziel. Da Vinales und Fenati ausschieden, baute der 22-Jährige seine WM-Führung auf zwölf Punkte aus.

Jasper Iwema (FGR-Honda), Alan Techer (TSR-Honda), Ivan Moreno (FTR-Honda) und der Schweizer Giulian Pedone (Suter-Honda) komplettierten die Top 10. Es kamen lediglich 15 Fahrer ins Ziel. Folger eroberte mit der unterlegenen Oral als Elfter sein bestes Saisonergebnis. Schrötter kam als Zwölfter über die Linie und sammelte ebenfalls seine ersten WM-Punkte in diesem Jahr.

Wildcard-Starter Hanus (Honda) feierte mit Platz 13 ein Erfolgserlebnis. Die letzten Punkte gingen an Alessanro Tonucci (FTR-Honda) und Ajo. Toni Finsterbusch war nicht am Start, da er sich bei einem Trainingssturz ein Schlüsselbein gebrochen hat. Das nächste Rennen findet am 3. Juni in Barcelona statt.

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