Sandro Cortese hat sich mit dem Sieg auch die Führung in der WM geschnappt © RACE-PRESS.com

Sandro Cortese gewinnt den Grand Prix von Portugal und beschert KTM den ersten Sieg beim Comeback - Dazu übernimmt der Deutsche auch die WM-Führung

Beim Grand Prix von Portugal entwickelte sich ein enger Zweikampf zwischen Maverick Vinales (FTR-Honda) und KTM-Werkspilot Candro Cortese. Nach einer hart umkämpften letzten Runde setzte sich der Deutsche im Zielsprint durch und gewann mit einem Vorsprung von 55 Tausendstelsekunden. Es war sein dritter WM-Sieg und der erste in der neuen Moto3-Klasse. Außerdem war es für KTM der erste Triumph beim WM-Comeback. Das perfekte Wochenende mit der Pole-Position und dem Sieg wurde mit der WM-Führung gekrönt. Da Sensationsmann Romano Fenati (FTR-Honda) ausfiel, führt nun Cortese zwei Zähler vor Vinales.

Cortese nutzte beim Start seine Pole-Position perfekt und gewann den Sprint zur ersten Kurve. Auf Platz zwei sortierte sich Vinales ein, gefolgt von Zulfahmi Khairuddin (KTM) und Miguel Oliveira (Suter-Honda). Vinales übernahm noch im Laufe der ersten Runde die Spitze von Cortese. Am Ende des ersten Umlaufs lautete die Reihenfolge Vinales, Cortese, Oliveira, Efren Vazquez (FTR-Honda) und Khairuddin. Auf der Zielgeraden schnappte sich Cortese allerdings gleich wieder Vinales und übernahm wieder die Führung. Oliviera zog nach und schob sich auf Platz zwei. Der Portugiese hatte aber wieder einmal Pech und schied mit technischen Problemen aus.

In der Anfangsphase entwickelt sich eine kleine Spitzengruppe von Cortese, Vinales, Vazquez und Luis Salom (Kalex-KTM). Die Führung und die Positionen wechselten häufig. Es ging eng zu und es herrschte mehr Action als beim MotoGP-Rennen davor. Nach neun Runden versuchten Vinales und Cortese dem Duo Salom und Khairuddin wegzufahren. Zwei Sekunden dahinter kämpften Niccolo Antonelli (FTR-Honda), Vazquez, Danny Kent (KTM) und Fenati miteinander.

Vinales und Cortese konnten sich vom Feld absetzen. Dagegen lief es für Fenati überhaupt nicht. Der Sensationsmann der bisherigen Saison stürzte neun Runden vor Schluss in Kurve vier und schied aus. Auch Louis Rossi vom Racing-Team-Germany musste das Rennen vorzeitig beenden. Danny Webb parkte seine Mahindra an der Box. Es gab technische Probleme. Jasper Iwema ging in Kurve sechs zu Boden und war ebenfalls raus.

Der Sieg wurde zwischen Vinales und Cortese entschieden. Fünf Runden vor Schluss drehte der Deutsche die schnellste Runde und schnappte sich den Spanier in Kurve eins. Nachdem Cortese Vinales über weite Strecken des Rennens beobachtet hatte, war nun Vinales an der Reihe und suchte nach Schwachstellen des KTM-Piloten.

Die Taktikspielchen hatten begonnen. Vinales bremste sich zu Beginn der vorletzten Runde wieder an Cortese vorbei. Als es zum vorletzten Mal auf die Zielgeraden ging, fuhr Cortese vorbei, doch Vinales konterte in der dritten Kurve.

Die Entscheidung fiel auf den letzten Metern. Im Infield drückte sich Cortese wieder vorbei und deckte in der engen Schikane innen ab. In den letzten beiden Kurven liefen beide auf überrundete Fahrer auf. Zwischen den langsamen Piloten preschten die beiden durch und Cortese hatte auf der Linie die Nase um 55 Tausendstelsekunden vorne.

Cortese feierte seinen insgesamt dritten Grand-Prix-Sieg seiner Karriere und bescherte KTM beim dritten Rennen nach dem Comeback den ersten Triumph. Vinales musste sich schließlich knapp geschlagen geben. Auch um Platz drei wurde bis zum Zielstrich gekämpft. Schließlich setzte sich Salom durch und kletterte erneut auf das Podium. Khairuddin lieferte als Vierter die beste Leistung eines Rennfahrers aus Malaysia in der Motorsport-Geschichte ab.

Hinter den Top 4 kämpfte eine größere Verfolgergruppe um den fünften Platz. Diesen eroberte schließlich Vazquez knapp vor Antonelli, Alex Rins (Suter-Honda) und Kent. Anschließend folgte eine noch größere Gruppe, die die letzten WM-Punkte unter sich ausmachte. Alexis Masbou (Honda) und Jakub Kornfeil (FTR-Honda) komplettierten die Top 10. Abgesehen von Cortese kam kein weiterer Deutscher in die WM-Ränge. Den letzten Zähler staubte Alex Marquez (Suter-Honda) ab.

Marcel Schrötter (Mahindra) ging als 19. leer aus. Rookie Toni Finsterbusch vom MZ-Team sah als 22. die Zielflagge. Wildcard-Starter Kevin Hanus war einer der Fahrer auf die Cortese/Vinales aufliefen. Dadurch wurde der Deutsche überrundet und belegte den letzten Platz. Der Schweizer Giulian Pedone (Oral) gab kurz vor Schluss an der Box auf.

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