Marcel Schrötter besiegt den Schmerz und fährt auf Startplatz zehn © FGlaenzel

Marcel Schrötter lässt sich von der Schulterverletzung nicht aus der Bahn werfen: Im Qualifying in Italien glänzt der Deutsche mit schnellen Zeiten

Marcel Schrötter stieg nach seinem schweren Trainingsunfall in Mugello am Samstag wieder auf seine Mistral des Tech 3-Teams. Im Qualifying eroberte der Deutsche den zehnten Startplatz. Trotz der angeschlagenen rechten Schulter ließ sich das Nachwuchstalent davon kaum etwas anmerken: "Auf dem Motorrad geht es besser als erwartet. Die Ärzte der Clinica Mobile helfen mir sehr. Wir mussten die Schmerzen so gut wie möglich mit Schmerzmitteln lindern, dazu müssen wir tapen, damit es so wenig wie möglich stört", gibt Schrötter im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' Auskunft.

"Am Vormittag war ich überrascht, dass es so gut ging. Klar hatte ich in der Schikane bei Richtungswechseln Schmerzen. Trotzdem war ich überrascht. Am Abend und heute Morgen hatte ich im Hotel Schwierigkeiten, meine Klamotten anzuziehen, weil ich den Arm kaum bewegen konnte. Deswegen ist es sehr positiv, dass es so gut läuft. Es ist erleichternd." Im Qualifying war Schrötter schnell unterwegs.

Offen ist noch, ob die Schulter über die Renndistanz größere Probleme bereiten wird. Im Training fuhr Schrötter nur eine handvoll Runden am Stück. "Unser Plan sind zwei Stopps. Wenn man bei langen Strecken mehr Runden am Stück fährt, dann kommt man da nicht hin. Deswegen plant man zwischen sechs und acht Runden, dann Stopp und dann wieder fünf Runden. Es ist also keine Renndistanz."

Trotzdem hat Schrötter für das Rennen ein gutes Gefühl: "In den ersten zehn Runden sollte es kein Problem sein. Dann hoffe ich, dass die Schmerzen nicht größer werden. Ich versuche mich so gut wie möglich zu konzentrieren, damit ich von der ersten bis zur letzten Runde kämpfen kann." Von Startplatz zehn sind WM-Punkte im Bereich des Möglichen. "Es war ein gutes Qualifying", ist der Tech-3-Pilot mit seiner Leistung zufrieden.

"Ich hatte ein gutes Gefühl für das Motorrad und es macht auch Spaß. Im Endeffekt glaube ich, dass trotzdem mehr möglich gewesen wäre. Uns fehlen beim Topspeed acht bis neun km/h. Bei so engen Zeitabständen ist das schon schwierig", spricht er seine sechs Zehntelsekunden Rückstand an. "Ich muss deshalb einen Windschatten finden."

"Trotzdem bin ich zügige Zeiten gefahren. Am Ende wollte jeder einen Windschatten erwischen, aber selbst die Nachzügler wollten nicht mehr ziehen. Ich bin dann alleine gefahren und konnte trotzdem meine schnellste Zeit erreichen. Leider habe ich einen Sektor verhaut. Auf der anderen Seite ist das auch ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass ich noch schneller fahren könnte."

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