Mittlerweile verdient Dominique Aegerter in der Moto2-Klasse ein Gehalt © FGlaenzel

Als Schweizer ist der Aufstieg in den Grand-Prix-Sport nicht einfach: Dominique Aegerter über seine Anfänge im Motocross, die IDM und sein Umfeld in der Moto2

Seit der Saison 2007 ist Dominique Aegerter im Grand-Prix-Fahrerlager anzutreffen. Nach drei Jahren in der 125er-Klasse entschied sich der Schweizer 2010 in die damals neu geschaffene Moto2-Klasse aufzusteigen. Noch wartet der 23-Jährige auf seinen ersten Sieg, doch mit jedem Jahr wird er besser. Seine erste volle WM-Saison beendete Aegerter auf Rang 23. Mit jedem Jahr ging es schrittweise nach vorne. Nach zwei achten Plätzen schaffte Aegerter 2013 den Sprung auf WM-Platz fünf. Der Suter-Pilot ist in der Weltspitze angekommen und zählt für 2014 zu den aussichtsreichsten Kandidaten.

Mit Ausnahme von Marc Marquez ist es für alle Rennfahrer ein langer Weg an die Spitze. So hat Aegerter schon eine lange Karriere hinter sich. "Meine Eltern besitzen eine Werkstatt für Autos und Motorräder. Sie kauften mir ein kleines Motorrad, als ich drei Jahre alt war", erinnert sich der Schweizer bei 'Crash.net' an die Anfänge zurück. "Ich fuhr damit in der Werkstatt herum. Als ich fünf Jahre alt war, nahm ich an meinem ersten Motocross-Rennen teil. Mein Vater schlug vor, dass ich Rennen fahren könnte. Ich war natürlich sehr glücklich."

Auf dem Motocross hat Aegerter das Gefühl für ein Motorrad entwickelt. "Ich fuhr bis zum 13. Lebensjahr Motocross. Mit neun war ich Schweizer Meister. Mit 13 wechselte ich dann auf die Rundstrecke und fuhr in Deutschland eine 125er. Für Schweizer ist es normal, dass man seine Karriere in Deutschland fortsetzt, denn wir haben in der Schweiz keine Rennstrecken. Um in den Grand-Prix-Sport zu kommen, ist Spanien natürlich das beste Terrain. Die deutsche Meisterschaft war aber in der Nähe."

"Wir hatten auch einige Kontakte zur Rennszene in Deutschland. Wir bekamen eine Testmöglichkeit auf einer 125er angeboten." Schließlich fuhr Aegerter bis 2006 in der IDM. Seine Eltern mussten die Renneinsätze finanziell stemmen. "Meine Familie war für alles entscheidend. Sie zogen mich auf, unterstützten mich und zahlten bis vor Kurzem alles. Das 125er-Bike war sehr teuer, über 100.000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 81.500 Euro). Die drei Jahre in Deutschland haben rund 200.000 Franken gekostet. Sie fanden einen Weg um alles zu bezahlen."

Obwohl die Schweiz mit Tom Lüthi einen Weltmeister in der jüngeren Vergangenheit hat, hat der Motorradsport einen ähnlich schwierigen Stand wie in Deutschland und Österreich. "Es war schwierig Sponsoren zu finden, denn über die deutsche Meisterschaft wird nicht viel berichtet. In der Schweiz ist es ohnehin schwierig Sponsoren zu finden", so Aegerter über den Ernst der Lage. Mit Hilfe der Familie konnte er sich schließlich in der WM etablieren.

"Es war mein siebtes Jahr im internationalen Rennsport und erst das zweite Jahr, in dem meine Familie nichts für den Rennsport zahlen musste. Obwohl ich jetzt Geld verdiene, findet mein Vater immer noch etwas, falls ich es brauchen würde, um mir zu helfen. Obwohl ich in den Jahren davor nicht der schlechteste Fahrer war, konnte ich keine Sponsoren finden. Glücklicherweise habe ich jetzt mit carXpert und Olivier Metraux gute Sponsoren gefunden."

Speziell Metraux war einer der treibenden Kräfte hinter Aegerters Karriere. Er brachte ihn mit Technomag in die Weltmeisterschaft und baute in der Moto2 das Team um das Nachwuchstalent auf. Seit 2010 fuhr der Schweizer im gleichen Team. Diese Konstanz schlägt sich auch in seinen Ergebnissen zu Buche: In den vergangenen 33 Rennen fuhr Aegerter immer in die Punkteränge. "Ich hatte in der Moto2 immer die gleichen Schlüsselfiguren, wie meinen Crew-Chief und meinen Dämpfungstechniker."

"Das ist ein großer Vorteil, denn sie wissen wie ich arbeite und kennen meinen Fahrstil", so Aegerter bei 'Crash.net'. "Das ist ein Vorteil, denn die Zusammenarbeit läuft dadurch viel einfacher. Mein Team ist sehr relaxt. Sie können schnell arbeiten, aber alle sind ruhig. Das kommt von den vielen Jahren der Zusammenarbeit." Die zahlreichen Zielankünfte verdeutlichen, dass es keine technischen Ausfälle gab. Zudem arbeitet Aegerters Crew schnell: In Motegi reparierten sie die beschädigte Suter bis zum Neustart. Trotz verletzter Schulter bedankte sich "Domi" mit einer starken Aufholjagd.

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