Marcel Schrötter war mit seinem Qualifying nicht zufrieden © FGlaenzel

Marcel Schrötter kam im Qualifying der Moto2 auf Phillip Island nicht über den 18. Startplatz hinaus - Verkehr bremst den Kalex-Piloten immer wieder aus

Nur neun Zehntelsekunden Rückstand auf die Pole-Position, aber dennoch nur Startplatz 18. Im ersten Augenblick war Marcel Schrötter (Kalex) die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, als er nach Ende des Qualifying der Moto2 zum Großen Preis von Australien auf Phillip Island die Rangliste studierte.

Obwohl nach dem schweren Sturz gestern Vormittag, von dem er sich allerdings gut erholen konnte, das Gefühl heute für Motorrad und Bedingungen auf Anhieb wieder nahezu optimal war, wurde sein Vorhaben die Rundenzeiten über die Dauer der 45-minütigen Session bei besten Verhältnissen kontinuierlich zu steigern in erster Linie von einigen Gegnern empfindlich gestört. In den freien Trainings fuhr Schrotter allerdings ein konstant hohes Tempo, was für das morgige Rennen Zuversicht gibt.

"Der heutige Tag verlief im Großen und Ganzen nicht schlecht, nur im Qualifying war es unmöglich einen schnellen Vordermann zu finden und außerdem wurde ich immer wieder von langsameren Fahrern aufgehalten, die meine Runden ruiniert haben", sagt Schrötter. "Es lag aber auch vielleicht ein wenig an mir, dass ich im Endeffekt keine super Runde am Stück zusammengebracht habe. Der positive Aspekt ist, dass mein Gefühl für das Motorrad und die Bedingungen hervorragend passt. Am Nachmittag versuchte ich es mehrmals einen guten Windschatten zu erwischen, weil man hier nur damit auf anständige Rundenzeiten kommt."

"Ich fuhr auch zweimal hinter Torres, der hier an diesem Wochenende eine sagenhafte Pace fährt, aber jedes Mal hat er in der zweiten Kurve abgedreht. Ich bin überzeugt davon, dass ich mit einem schnellen Vordermann bestimmt noch etwas zulegen hätte können. Zum Schluss war dann so viel Verkehr auf der Piste, dass eine Zeitenjagd praktisch unmöglich war. Was dabei allerdings unverständlich ist, nämlich dass Piloten, die normal um Rang 25 platziert sind, im Qualifying sich an die richtigen schnellen Jungs anhängen wollen, anstatt ihre Linie zu fahren und darauf zu achten niemand anderen zu behindern", ärgert sich Schrötter.

"In einer Klasse, in der es so eng abgeht wie in Moto2, kommt bei einem derartigen Verhalten einfach Frust auf. Auf der anderen Seite muss ich ehrlich sagen, weil eben die Abstände dermaßen knapp sind, kann morgen im Rennen einiges möglich sein", hofft der junge Bayer. "Ich muss halt nur die Aggressivität wieder zeigen, die ich am vergangenen Sonntag beim Start aus der Boxengasse hatte. Klar, damals bin ich die ersten Runden alleine gefahren und konnte meinen Rhythmus durchziehen, was im Feld ungleich schwieriger ist, aber bei einer Sprint-Distanz muss man von Beginn an einfach voll auf Angriff fahren.

"Mit den Reifen gab es bislang an diesem Wochenende absolut nicht die geringsten Probleme, da der Abbau normal ist. Von dem her blicke ich dem Rennen gelassen entgegen", so Schrötter. Das Rennen wurde von 25 auf 13 Runden verkürzt, da es Bedenken bezüglich der Haltbarkeit der Reifen gibt. Auslöser dafür ist der erst kürzlich aufgetragene neue Asphalt-Belag. "Ich konnte auch die gestrigen Stürze gut wegstecken, kommt Schrötter auf den Sturz vom Freitag zu sprechen. "Bis auf einen steifen Nacken und ein paar geprellten Rippen, sowie einigen anderen Blessuren spüre ich nichts von dem heftigen Umfaller gestern Vormittag. Bestimmt werde ich mich bis morgen weiter erholen."

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