Tom Lüthi macht sich große Sorgen um die Dunlop-Reifen der Moto2 © Paddock GP Racing

Nach einem guten Start am Vormittag leidet Tom Lüthi im zweiten Freien Training unter Auflösungserscheinungen der Reifen: "So ist es saugefährlich"

Eine Woche nach seinem grandiosen Podestplatz in Malaysia musste sich Tom Lüthi am ersten Tag des Grand Prix von Australien auf Phillip Island mit dem neunten Trainingsrang zufriedengeben. Nicht die Abstimmung seiner Suter, sondern schwere Reifenprobleme, die auch eine Reihe andere Moto2-Piloten hatten, waren schuld an dem vergleichsweise diskreten Auftritt des 27-jährigen Schweizers. Am Vormittag war Lüthi mit seiner Zeit von 1.34,010 Minuten als Siebter noch gut dabei gewesen.

Doch mit einem anderen, sehr früh verschleißenden Reifentyp kam er nach einer Änderung an der Vorauswahl von Hersteller Dunlop am Nachmittag nicht mehr an seine bisherige Bestzeit heran und fiel in der Wertung um zwei Plätze zurück. "Es sind mächtig große Probleme, die wir da haben, und zwar so ziemlich alle oder zumindest sehr viele der Fahrer", sagt Lüthi. "Uns hat es natürlich auch erwischt. Es zerfrisst die ganzen Reifen, sie halten überhaupt nicht. Nach sieben, acht Runden ist Feierabend, ist wirklich kein Gummi mehr drauf. Bei anderen Fahrern hat es ganz Stücke rausgerissen."

"Bei mir zwar nicht, aber mit dem Mangel an Grip kommen natürlich auch andere Probleme - Pumpen am Hinterrad, Lenkerschlagen, das Motorrad wird nach ein paar Runden eigentlich unfahrbar", so der Schweizer. "Deshalb kam es nach dem Training zu einem Meeting zwischen der Rennleitung und Dunlop, wo das weitere Vorgehen besprochen wurde. Heute früh wurde die Zuteilung der beiden Hinterreifen geändert, einer wurde zurückgeholt und gegen einen andern ausgetauscht. Ich war überrascht, denn ich bin das ganze Training heute morgen mit dem einen, später ausgetauschten Reifen gefahren und hatte wenig Probleme."

"Heute Nachmittag mit den anderen Reifen hatte ich jedoch keine Chance. Ich weiß nicht, was für morgen beschlossen wird, wenn aus Haltbarkeitsgründen zum Beispiel das Rennen gekürzt wird, dann müssen wir das Motorrad eben auf diese Reifen abstimmen. Doch so, wie das Motorrad jetzt dasteht, passt überhaupt nichts zusammen. Weil der Reifen nicht hält, passt die Abstimmung nicht, das Ding will mich permanent abwerfen. Jetzt warten wir ab, was entschieden wird. So jedenfalls ist es saugefährlich. Dass ganze Stücke wegfliegen, darf nicht passieren", so der 27-Jährige.

"Ansonsten möchte ich natürlich gerne den Schwung von Malaysia hierher mitnehmen. Ich war dort immer auf Platz zwei und bin dann immer näher an Rabat herangekommen. Das hat jetzt heute aus besagten Gründen nicht geklappt, ich bin eindeutig zu weit weg, will aber auf jeden Fall wieder näher herankommen und versuchen, am Sonntag in der Spitzengruppe mitzufahren. Von den Reifen abgesehen war es heute auch ein Kampf mit dem Wind. Es blies mit 30 km/h, und das merkt man schon, wenn man mit über 200 km/h in das Eck einbiegt. Sonst ist die Strecke schön, auch der neue Asphalt, mit dem viel von den früheren Bodenwellen weggebügelt wurde", sagt Lüthi.

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