Marcel Schrötter kam am Samstag in Sepang deutlich besser zurecht © FGlaenzel

Auf schwachen Auftakt folgt die Steigerung: Marcel Schrötter findet in Sepang die richtige Abstimmung für seine Kalex und fährt in der Moto2 auf Startplatz zwölf

Im Vergleich zum vergangenen Grand Prix in Aragon verläuft für Marcel Schrötter dieses Wochenende umgekehrt. Während der 20-Jährige vor zwei Wochen einen starken Auftakt hatte und dann am Samstag nicht darauf aufbauen konnte, fand man heute einen Weg aus der leichten Krise, die gestern noch für nachdenkliche Mienen gesorgt hatte. Zusammen mit seiner erfahrenen Crew des spanischen Rennstalles SAG analysierte Schrötter in einer Nachtschicht die Datenaufzeichnungen.

Dank der gewonnenen Erkenntnisse wurde die Abstimmung der Kalex-Moto2 beim abschließenden freien Training heute Vormittag vollkommen umgebaut und den Anforderungen der selektiven Strecke von Sepang sowie den vorherrschenden Bedingungen angepasst. Schrötter agierte daraufhin wie ausgewechselt und war in der Lage in beiden heutigen Trainingssitzungen auf Anhieb konkurrenzfähige Rundenzeiten zu fahren. Abgesehen von zwei kleinen Fehlern in seiner schnellsten Runde während des Zeittrainings für die Startaufstellung war er mit seinem Tagewerk mehr als zufrieden.

Mit einer Zeit von 2:08,036 Minuten landete der 20-Jährige auf Position zwölf und wird das morgige Rennen aus der vierten Startreihe in Angriff nehmen. "Mit diesem zwölften Startplatz bin ich wirklich sehr zufrieden. Gegenüber Aragon ist es eine schöne Steigerung und nach all den gestrigen Probleme hätte ich nicht damit gerechnet, dass so ein Sprung überhaupt möglich ist", sagt Schrötter. "Nach den ersten zwei Trainings wusste ich ehrlich gesagt nicht, wie und wo der Hebel anzusetzen ist. Ich hatte mich absolut am Limit gefühlt und wusste wirklich nicht, wie es schneller gehen könnte."

"Die Position und der Abstand zur Spitze waren irgendwo im Niemandsland, also absolut inakzeptabel. Aber gestern Abend sind wir anhand der Datenaufzeichnungen die die Strecke Kurve für Kurve abgegangen und dabei haben wir Lösungen gefunden, die schon heute Vormittag erfolgreich umgesetzt wurden. Die Abstimmung wurde mehr oder weniger komplett umgekrempelt und auch ich selbst konnte mich gewaltig steigern, nachdem das Gefühl und das Vertrauen auf Anhieb wieder vorhanden waren. Die Basis für ein gutes Abschneiden war geschaffen und umso schöner war, dass dieser Aufwärtstrend auch im Qualifying anhielt."

"In meiner ersten fliegenden Runde fuhr ich schon eine tiefe 2:08er Zeit, was eigentlich überraschend kam. Es war dermaßen viel Grip vorhanden und das Motorrad fühlte sich von Beginn an super an. In meiner schnellsten Runde passierten dann leider ein, zwei kleinere Fehler, die Zeit gekostet haben. Mit meiner Ideal-Rundenzeit hätte ich mich heute für die zweite Startreihe qualifiziert. Schade, dass es nicht dazu gereicht hat, aber ich freue mich auch so über dieses gute Quali-Ergebnis."

"Das Setup haben wir soweit toll hinbekommen, allerdings ist die Reifenwahl noch nicht geklärt, da die härtere Mischung nur für ein, zwei Runden taugt. Deshalb werde ich wahrscheinlich für das Rennen den weicheren Hinterreifen bevorzugen. Dafür wird es aber notwendig sein, noch ein wenig an der Abstimmung zu feilen, um damit auch über die Distanz zu kommen. Ansonsten denke ich ist das Gesamtpaket konkurrenzfähig und ich freue mich auf ein schönes Rennen", so Schrötter.

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