Marcel Schrötter wurde in Brünn in zwei Zwischenfälle verwickelt © Andy Glänzel

Der Deutsche Marcel Schrötter wird in Brünn in zwei Zwischenfälle verwickelt und scheidet aus - Sein Renntempo hätte bei der Aufholjagd gepasst

Marcel Schrötter, der sich am Samstagnachmittag für den elften Startplatz qualifiziert hatte, musste nach einem arbeitsreichen Wochenende unbelohnt die Heimreise aus dem tschechischen Brünn antreten. Nach zwei Zwischenfällen im Rennen blieb der Deutsche ohne Punkte. Dabei begann das zehnte Saisonrennen für ihn recht verheißungsvoll, bis er in Runde drei aufgrund einer Kollision mit seinem Teamkollegen Xavier Simeon zu einem Ausritt ins Kiesbett gezwungen wurde.

Schrötter verdaute diesen Rückschlag erstaunlich schnell und startete von Position 31 eine tolle Aufholjagd, dank der sogar noch ein Punkte-Finish in Reichweite lag. Jedoch wenige Runden vor Rennende hatte unmittelbar vor ihm der Franzose Mike di Meglio einen schlimmen Unfall und Schrötter konnte dessen Motorrad nicht mehr ausweichen und kam ebenfalls zu Sturz. "In diesem Rennen ist einfach alles danebengegangen, was danebengehen kann."

"Dabei begann es wirklich gut, nachdem ich mich am Start gleich in der ersten Kurve gut einreihen konnte und das Gefühl für die Bedingungen super gepasst hat. Mein Motorrad war zudem optimal abgestimmt", berichtet Schrötter. "Leider kam es dann mit Xavier, meinem Teamkollegen, zu einem unschönen Manöver. Nach einem kleinen Fehler von mir wollte ich ihn wieder zurücküberholen. Auf der Start-/Zielgeraden startete ich schon einen Versuch und setzte mich mal kurz neben ihn."

"Auf der Gegengerade habe ich dann aus dem Windschatten heraus mein Überholmanöver gestartet und wollte mich sauber vorbeibremsen. Er hat mir aber die Tür brutal zugemacht, was meines Erachtens nach ein zu hartes Manöver war, zumal wir ja im gleichen Team fahren. Jedenfalls konnte ich nicht mehr ausweichen und bin ihm ins Motorrad gekracht. Zum Glück sind wir nicht gestürzt. Während er halbwegs seine Linie halten konnte, musste ich allerdings einen Ausflug ins Kiesbett machen"

"So ein Zwischenfall in der Anfangsphase eines Rennens, wo das Feld noch eng beisammen ist, wirkt sich natürlich fatal aus. Bis ich wieder auf der Piste zurück war, blieb mir nichts anderes übrig, als von Position 31 noch ein halbwegs gutes Rennen zu Ende zu fahren. Das wäre auch möglich gewesen; ich fand gleich wieder meinen Rhythmus und fuhr konstant schnelle Rundenzeiten. Ich konnte zügig zu jener Gruppe aufschließen, die letztendlich um Rang 15 gekämpft hat."

"Zumindest ein Punkt lag in Reichweite für mich. Unter diesen Umständen wäre das sogar noch ein respektabler Abschluss dieses Rennens gewesen. Aber ein paar Runden vor der Zielflagge ist Mike di Meglio unmittelbar vor mir gestürzt und ich hatte überhaupt keine Chance, seinem Motorrad auszuweichen. Bis auf die zwei Zwischenfälle verlief dieses Rennen von der Pace her ermutigend und außerdem ist es schade, dass wir dieses Wochenende für unser hartes schuften unbelohnt blieben. Brünn ist daher schnellstens abzuhaken und ich bin froh, dass es nächstes Wochenende schon wieder in Silverstone weitergeht."

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