Zum zweiten Mal nach Barcelona kletterte Tom Lüthi auf das SIegerpodest © Paddock GP Racing

Der Schweizer Tom Lüthi kämpft in Brünn um den Sieg und klettert als Dritter auf das Podest - Zum ersten Saisonsieg fehlt nicht mehr viel

Tom Lüthi ist zurück in der Weltspitze. Nach einigen schwierigen Rennen zeigte der Schweizer beim Grand Prix von Brünn eine beherzte Aufholjagd und kämpfte sich bis an die Spitze. Eine Soloflucht war in dem hart umkämpften Feld aber nicht möglich. Lüthi wurde im Rennen wieder von Chattering an seiner Suter heimgesucht. Deshalb konnten in der Schlussphase noch die beiden Kalex-Piloten Mika Kallio und Takaaki Nakagami vorbeiziehen. Lüthi kletterte als Dritter auf das Podest. Es war seine zweite Podiumsplatzierung in diesem Jahr.

"Zunächst war Terol an der Spitze, aber ich spürte, dass ich schneller fahren kann. Der Plan war, dass ich vielleicht vorne wegfahren kann, aber ich sah, dass Mika auch nur abwartete. Er konnte etwas schneller fahren als ich. Im letzten Streckenabschnitt war ich etwas limitiert. Er konnte sich etwas von mir absetzen und dann überholte mich noch Nakagami. Ich wollte mit ihm um Platz zwei kämpfen, aber ich hatte ebenfalls Probleme am Vorderrad, denn am Kurveneingang trat Chattering auf. Deshalb konnte ich in der letzten Runde in der Schikane nicht hineinstechen."

"Trotzdem hatte ich an diesem Wochenende eine gute Pace. Nach dem achten Platz im Qualifying wusste ich, dass ich schneller fahren kann. Wir müssen dieses Gefühl nun zum nächsten Rennen nach Silverstone mitnehmen", schildert Lüthi sein Rennen. "Wir haben die Probleme mit Chattering nicht ganz gelöst. Bei Rennmitte war das Tempo an der Spitze nicht ganz so hoch, weil Terol nicht so stark pushen konnte. Ich bin dann nach vor und habe mir gedacht, vielleicht geht etwas."

"Ich war dann allerdings beim Vorderreifen am Limit. Wenn einer etwas schneller ist, dann kann er dich ausbremsen. Ein, zweimal musste ich das Motorrad schon festhalten, damit ich nicht am Boden lag. Die Technik war aber nicht der Unterschied. Ich war nahe dran am Sieg, aber es hat eben nicht gereicht. Ich bin trotzdem zufrieden, weil es ein großer Aufwärtstrend war. Das war wirklich schön."

Am kommenden Wochenende muss seine Crew weiter an der Abstimmung arbeiten, um die letzten Probleme zu lösen. "Das Chattering war nicht mehr so schlimm wie im Qualifying. Im Warmup ist uns ein guter Schritt gelungen, aber es ist noch nicht weg. Wir müssen noch daran arbeiten", so Lüthi. Während seiner Aufholjagd kam es auch zu brenzligen Situationen. "In der ersten oder zweiten Runde hat mir Cortese die Türe voll zugeknallt."

"Es war gefährlich, er ist mir voll vors Vorderrad gefahren. Ich musste fast innen auf den Randstein ausweichen. Das waren schon Momente wo ich mir dachte, das kannst du nicht machen. Ich habe dann weitergepusht und das hat sich gelohnt. Am Anfang ist eben ein Durcheinander, später war es dann geordneter. Ich habe gesehen, dass der Sieg möglich ist und ich vorne mitfahren kann. Das ist das Wichtigste für das nächste Rennen in Silverstone."

Am kommenden Wochenende will Lüthi in Großbritannien das nachholen, was ihm 2010 knapp durch die Lappen gegangen ist. "Es sind natürlich noch die Erinnerungen an 2010 da", erinnert er sich an die knappe Niederlage. "Es ist lange her. Ich will das Gefühl von hier mitnehmen und an den Sachen arbeiten, die uns hier noch Probleme gemacht haben. Auf den Bodenwellen wurden die Probleme ausgelöst, in Silverstone gibt es fast nur solche Ecken. Dort schlägt es nur. Wir müssen die Sachen in den Griff bekommen, aber ich freue mich."

Deswegen ist sich Lüthi sicher, dass der erste Saisonsieg bald folgen wird. "Es fehlt nicht mehr viel. Taka hat versucht gegen mich zu verteidigen, wodurch Kallio vorne weggekommen ist. Es fehlt nicht mehr viel."

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