Johann Zarco (5) und Julian Simon (60) kamen vor Marcel Schrötter (23) ins Ziel © FGlaenzel

Durch die aggressiven Manöver seiner Konkurrenten verliert Marcel Schrötter beim Rennen in Indy viel Zeit und kommt nicht über Platz 15 hinaus

Nach seinen glanzvollen Vorstellungen an den Trainingstagen und schon aufgrund der guten Ausgangslage mit Position acht in der Startaufstellung hatte sich Marcel Schrötter für das Rennen am Brickyard einiges ausgerechnet. Bei brütender Hitze mit Temperaturen von knapp 30 Grad gelang noch dazu ein perfekter Start und von Beginn an konnte er sein Tempo aus den Trainings umsetzen, bis es ausgerechnet an den langsamsten Stellen des 4.216 Meter langen Kurses im Infield des Indianapolis Motor Speedway zu riskanten und unüberlegten Überholmanövern kam.

Nach einer Berührung mit dem Italiener Simone Corsi musste Schrötter einen Umweg durch die Wiese fahren und verlor dabei viel Zeit. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Kalex-Pilot in den Top 10 platziert, was sein Ziel für heute gewesen wäre. Letztendlich rettete er als 15. gerade noch einen WM-Zähler, doch vielmehr überwog nach der Zieldurchfahrt Frust und Ärger über das rücksichtslose Vorgehen einiger Konkurrenten.

"Ich bin enttäuscht, oder besser gesagt heute bin ich richtig sauer", bemerkt er. "Bei jedem Grand Prix machen wir Fortschritte und hier in Indianapolis erreichte ich in jedem Training ansprechende Ergebnisse und als Draufgabe wieder einmal einen guten Startplatz, gute Voraussetzungen also für einen tollen Abschluss des Wochenendes. Aber alle Anstrengungen helfen nichts, wenn manche Gegner dermaßen sinnlos agieren."

"Ich hatte einen guten Start und konnte meine Position halten, und auch vom Tempo her wäre heute einiges drinnen gewesen", grübelt Schrötter. "Aber es hat nicht lange gedauert, bis es mit dummen Überholmanövern von Simon losging. Ausgerechnet in der letzten Kurve vor der langen Gerade, wo man viel Schwung mitnehmen sollte, ist er ein paar Mal innen reingestochen und hat uns alle gebremst. Danach fuhr ich zusammen mit Zarco einen gutes Tempo, bis Corsi zu uns aufschloss und mich im hinteren Streckenteil in der engen Schikane überholen wollte."

"Natürlich hat er mich dabei berührt und ich musste geradeaus durch die Wiese fahren. In einer Kurve unverschuldet drei Positionen zu verlieren und noch dazu ist gleich eine riesengroße Lücke zu den Vorderleuten entstanden, darüber darf man sich zurecht ärgern. Es dauerte nur zwei Runden, bis ich wegen Sandro (Cortese; Anm. d. Red.) in der letzten Kurven beinahe nochmals geradeaus fahren musste. Diese Aktion verstehe ich überhaupt nicht, denn sein Motorrad war das gesamte Wochenende über pfeilschnell und er hätte auf der Geraden locker aus dem Windschatten überholen können."

"Okay, Aktionen wie diese gehören zu unserem Business, aber trotzdem ist es schade für mich und außerdem tut es mir für mein Team leid, dass wir nach diesem super Wochenende nur einen Punkt geholt haben, weil wegen drei Manöver das ganze Rennen ruiniert war. Jedenfalls habe ich deshalb mein Ziel in die Top 10 zu fahren verfehlt. Aber das Wochenende insgesamt betrachtet können wir sagen, dass wir uns gewaltig gesteigert haben", so der Kalex-Pilot.

Weiterlesen