Marcel Schrötter fuhr bereits die halbe Saison 2012 beim Team SAG © Team SAG

Nach Problemen mit einem Sponsor stand die Moto2-Saison von Marcel Schrötter auf der Kippe, doch nun ist die vollständige Finanzierung des Deutschen gesichert

Endlich ist es fix: Marcel Schrötter wird mit dem spanischen Team SAG die Moto2-Weltmeisterschaft 2013 bestreiten. Es handelt sich dabei um den gleichen Rennstall, für den der 20-Jährige vergangenes Jahr in der mittelschweren Grand-Prix-Kategorie ab Halbzeit die Saison zu Ende fuhr. Im Gegensatz zum Vorjahr wird man dieses Jahr jedoch Rennmaschinen des deutschen Herstellers Kalex einsetzen.

"Vorweg möchte ich nochmals an alle Beteiligten für die tatkräftige Unterstützung und das Mitwirken ein riesengroßes Dankeschön dafür ausrichten, dass mein Startplatz in der Moto2-WM für dieses Jahr nun endgültig gesichert ist", freut sich der Deutsche. "Ich bin mehr als happy darüber und nach dem schier endlos langen Warten auch dementsprechend erleichtert. Jetzt kann ich endlich ernsthaft mit den Saisonvorbereitungen auf der Rennstrecke beginnen und beruhigt in die Saison starten."

Die notwendigen Deals wurden zwar bereits vor Beginn des Jerez-Tests beschlossen, während seine Klassenkameraden ab Dienstag jedoch bereits eifrig wichtige Testkilometer sammelten, musste Schrötter erneut zuschauen, bis er am Nachmittag des zweiten Test-Tages erwartungsvoll die erste Sitzprobe vornehmen konnte und gleich danach auch das erste Roll-Out mit seinem neuen Arbeitsgerät unternahm.

Bedingungen beim Test nicht optimal

"Dass ich beim Jerez-Test eineinhalb Tage zuschauen musste hatte den Grund, da für mich eine 2012er Kalex von Marc VDS gekauft wurde", erklärt Schrötter. "Mit diesem Motorrad mussten bei trockenen Bedingungen noch wichtige Tests mit einigen Evolutionsteilen durchgeführt werden. Deshalb konnte die Auslieferung an uns erst am Mittwochnachmittag erfolgen."

Bis auf wenige Runden bei optimalen Bedingungen im Trockenen musste er vorrangig bei widrigen Verhältnissen trainieren, da ein Wetterumschwung am abschließenden Donnerstag für Mischverhältnisse mit zunächst regennasser und später dann abtrocknender Fahrbahn des anspruchsvollen 4.423 Meter langen Circuito de Jerez sorgte. "Leider hat dann ein Wetterumschwung am abschließenden Tag für regennasse Verhältnisse gesorgt, sodass die wenigen Runden am Vortag auf trockener Fahrbahn bei weitem nicht ausreichend waren, um ein Gefühl für die Kalex aufzubauen", beschreibt der Deutsche. "Im Regen habe ich mir diesbezüglich schwer getan, weil die Kalex im Gegensatz zu meiner letztjährigen Bimota einen wesentlich steiferen Rahmen hat."

Im Endeffekt war Schrötter aber mit dem ersten Test mit seiner Rennmaschine zufrieden, da es ihm gelang wertvolle Erfahrungen zu sammeln und ein erstes Gefühl für das für ihn neue Motorrad aufzubauen. "Trotzdem war es wichtig am Donnerstag möglichst viele Runden zu fahren, um einerseits auch den Winterrost loszuwerden, nachdem ich ja bis auf zwei, drei Stunden in Valencia noch nicht viel zum Fahren gekommen bin und so gesehen gegenüber der Konkurrenz mächtig Aufholbedarf habe, und auf der anderen Seite viel über das Motorrad in Erfahrung zu bringen", so Schrötter.

Kein Training vor dem zweiten Jerez-Test

"Die Rundenzeiten waren dabei absolute Nebensache", erklärt er weiter. "Sondern es ging ausschließlich nur darum ein Gefühl aufzubauen und Spaß zu haben." Bisher stehe jedoch fest, dass sein erster Eindruck und Gefühl für das neue Motorrad "sehr, sehr gut" seien. "Selbstverständlich wären ein oder zwei zusätzliche Trainingstage auf einer Rennstrecke vor dem zweiten Jerez-Test Mitte März mehr als hilfreich", klagt er, doch ändern kann er dies nicht.

"Über dieses Thema haben wir uns auch schon unterhalten, aber wahrscheinlich wird die Zeit nicht reichen, da das Motorrad nach diesem Test erstmals in den Workshop des Teams gebracht wird, wo es von Grund auf neu aufgebaut wird. Außerdem haben wir auch noch nicht ausreichend Ersatzteile dafür", beschreibt der Moto2-Pilot das Problem.

Doch dieses nimmt er nun gerne in Kauf: Bis vor Kurzem stand eine komplette Moto2-Saison für Schrötter noch auf wackligen Beinen, nachdem ein Sponsor im Dezember abgesprungen war und 150.000 Euro im Budget für ein Engagement fehlten. Umso erleichterter ist der Deutsche, dass die Finanzierung endlich gesichert ist: "In jeden Fall freue ich mich schon jetzt auf den abschließenden Test in drei Wochen, bei dem ich mich weiter an die Kalex gewöhnen werde."

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