Trotz Höhen und Tiefen ist Tom Lüthi mit seiner Saison zufrieden © Paddock GP Racing

Tom Lüthi hat 2012 die beste Saison seit seines WM-Titels absolviert - Ganz zufrieden ist der Schweizer allerdings nicht, denn übers Jahr fehlte die Konstanz

Am Sonntag saß Tom Lüthi nach dem Saisonfinale in Valencia enttäuscht in der Team-Hospitality. Der Schweizer beendete die Saison mit einem vierten Platz und verpasste dadurch WM-Rang drei um lediglich drei Zähler an Andrea Iannone. Dieser wird im kommenden Jahr in der MotoGP bei Pramac-Ducati fahren, während Lüthi seine vierte Moto2-Saison in Angriff nimmt. Der 125er-Weltmeister von 2005 zählt zu den Spitzenfahrern in der mittleren Klasse, doch gegen Marc Marquez und Pol Espargaro hatte er nur selten eine Chance. Der Blick auf den WM-Endstand zeigt eindeutig, dass bei Lüthi die Konstanz gefehlt hat.

Speziell in der Moto2 hat das große Auswirkungen, denn wenn drei, vier Zehntelsekunden fehlen, dann ist man gleich im Mittelfeld verschwunden. Wenn man sich aber die nackten Zahlen ansieht, dann Stand Lüthi sechsmal auf dem Podium. So oft wie seit seiner WM-Saison nicht mehr! Der Höhepunkt war der Sieg in Frankreich. Deshalb zählt 2012 auch zu seinen besten Jahren. "Das auf jeden Fall. Für mich wäre der dritte Platz aber schön gewesen und nicht wieder der Vierte", ärgert sich Lüthi dennoch über die WM-Endabrechnung.

"Das ist sehr enttäuschend für mich. Trotzdem war es eine gute Saison. Es hat gut angefangen und dann ist irgendetwas passiert, was nicht gut war. Jetzt ist es wichtig, dass wir eine Richtung für das nächste Jahr finden, damit ich konstant vorne dabei sein kann." Bis Barcelona war Lüthi in der WM ein Faktor. Dann bauten die Leistungen aber ab und der Anschluss an Marquez/Espargaro ging verloren. Nach dem kurzen Tief war der Schweizer in Mugello und Tschechien wieder auf dem Podium. Aber dann ging es wieder bergab.

In Sepang und Malaysia schrieb Lüthi gleich zwei "Nuller" hintereinander. Was waren die Gründe für diesen Leistungsabfall? "Wir haben den Rahmen gewechselt und das müssen wir jetzt herausfinden. Es ist schwer zu sagen", rätselt der 26-Jährige. Das Paddock-Team wollte in Valencia und beim Test am Tag danach viel an der Abstimmung ausprobieren und Vergleichstests machen, um die Gründe für die Leistungsschwankung festzustellen. "An diesem Wochenende sind wir einen Schritt zurück gegangen" erklärte Lüthi in Valencia.

"Damals habe ich mich auch dazu entschieden den neuen Rahmen zu fahren. Er war schneller und positiv. Dann kam Indianapolis. Dort war es ohnehin schon schwer genug, aber das Rennen war dann irgendwie okay. Brünn war sehr gut. Dadurch waren die Zweifel beseitigt", blickt er auf die ersten Rennen mit dem neuen Suter-Rahmen zurück. "Dann kam eine schwierige Zeit. Vielleicht war Brünn einfach zu speziell", rätselt Lüthi.

Aus den gesammelten Daten will das Paddock-Team lernen und die nötigen Schritte für die kommende Saison vornehmen. "Wir haben die Saison schon ausgewertet. Jetzt müssen wir alles nachprüfen und Vergleichstests mit dem Rahmen machen. Dann weiß ich hoffentlich, warum ich nicht so konstant war. Es kamen vor allem auch viele Stürze hinzu. Das ist recht ungewöhnlich für mich, weil ich normalerweise das Motorrad spüre, bevor ich auf der Nase liege", macht Lüthi einen weiteren Umstand aus.

Dass Lüthi an der Spitze mitmischen kann, hat er mehrfach bewiesen. Wenn in Zukunft auch die Konstanz klappt, dann könnte der Schweizer eine bedeutende Rolle bei der Vergabe des WM-Titels spielen. Bis zum Saisonstart wird im Detail an der Abstimmung der Suter gefeilt. "Neue Teile haben wir nicht getestet. Wir können verschiedene Komponenten mixen. Mit dem Team zusammen muss man die beste Abstimmung für das Gefühl des Fahrers finden. Es ist immer ein Mix auf sehr hohem Niveau", streicht Lüthi heraus und merkt an: "Das haben wir in diesem Jahr nicht ganz geschafft."

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