Marc-VDS-Pilot Scott Redding wiegt etwa 17 Kilogramm mehr als seine Gegner © MarcVDS

Beim Grand Prix in Australien wurden die Moto2-Piloten gewogen: Bei der nächsten GP-Kommission wird beschlossen, ob es 2013 ein Mindestgewicht geben wird

Die Rennen in der Moto2 sind meist sehr spannend. Die Chancengleichheit durch identische Motoren und Reifen sorgt für geringe Abstände. Doch obwohl das Material der Protagonisten sehr ähnlich ist, gibt es dennoch unterschiedliche Vorzeichen: Scott Redding beklagt sich immer wieder über die körperlichen Nachteile. Der Brite ist durch seine Größe klar gehandicapt.

"Wir haben sehr auf ein Mindestgewicht gedrängt. Ich denke, jeder kann nachvollziehen, welchen Nachteil wir haben", wird er von 'Motor Cycle News' zitiert. Die Verantwortlichen haben sich dem Thema angenommen und beim vergangenen Grand Prix in Phillip Island alle Moto2-Piloten gewogen. "Ich lag bei 87,7 Kilogramm. Es sah so aus, als ob Marquez und Espargaro bei jeweils etwa 70 Kilogramm lagen", schildert Redding.

Große Gewichtsunterschiede

"17 Kilogramm ist ein heftiger Unterschied. Wenn wir ein Mindestgewicht hätten, wäre die Klasse noch interessanter, weil dann jeder eine faire Chance hätte", bemerkt er. "Wenn es ein kombiniertes Mindestgewicht gäbe, wäre das gut. Wenn andere Fahrer immer noch ein bisschen leichter sind als ich, dann kann ich das schon ausgleichen. Aber wenn der Unterschied 15 bis 20 Kilogramm beträgt, dann ist das zu viel."

"Marquez hat einen großen Vorteil", stellt Redding fest. "Beim Beschleunigen verliere ich am meisten. Die kleineren Fahrer haben da Vorteile, weil sie nichts verlieren." Tatsächlich konnte der neue Weltmeister der Moto2 mit seiner Suter in Australien ohne Windschatten einfach an der Kalex von Redding vorbeiziehen.

Für 2013 ist ein kombiniertes Gewicht von 220 Kilogramm im Gespräch. "Ich denke, das ist eine gute Idee", kommentiert Australien-Sieger Pol Espargaro. "Ich bin kein schwerer Fahrer. Es sollte sich für mich also nicht so viel ändern. Es würde aber den schweren Piloten entgegenkommen und die Sache gerechter machen. Marc hat einen Vorteil. Das ist klar. Vielleicht gilt das nicht unbedingt für den Topspeed, aber auf jeden Fall für die Beschleunigung."

"Für Scott ist der Unterschied sehr groß. Meiner Meinung nach ist der Unterschied ein bisschen zu groß. Für ihn wäre diese Regel also großartig", so Espargaro. Bei der IRTA genießt das Thema derzeit einen hohen Stellenwert. Die Verantwortlichen wissen, dass die größeren Piloten sich so sehr wie möglich runterhungern.

IRTA macht sich Sorgen

"Uns geht es um die Gesundheit der Fahrer. Wenn man eine Klasse mit einheitlichen Motoren und Reifen hat, dann möchte man nicht, dass sich die Fahrer Vorteile durch strikte Diäten verschaffen", stellt IRTA-Boss Mike Trimby klar. "Das Mindestgewicht wird in der Grand-Prix-Kommission in Valencia diskutiert werden."

"Wir haben in Phillip Island alle Fahrer gewogen, um eine Referenz zu erhalten, wo das Durchschnittsgewicht momentan liegt. Die IRTA hat vor einigen Jahren ein Mindestgewicht vorgeschlagen. Doch es wurde abgelehnt. Die Begründung war, dass die Vor- und Nachteile ausgeglichen sind, weil die größeren Fahrer mehr Kraft haben", so der IRTA-Chef

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