Simone Corsi war von seiner ersten Moto2-Pole selbst überrascht © Honda

Simone Corsi setzt sich in Aragon bei der Zeitenjagd durch und erobert seine erste Pole-Position seit 2008 - Die Schweizer sind im Trockenen weit abgeschlagen

Die Entscheidung um die Moto2-Pole-Position im Motorland Aragon fiel in den letzten Momenten. Auf trockener Bahn zauberten die Spitzenfahrer zum Schluss noch schnelle Runden aus dem Ärmel. Die Fahrer aus der Schweiz mischten dagegen nicht vorne mit und landeten abgeschlagen im Mittelfeld. Tom Lüthi (Suter) wurde nach einem Sturz 19. Auch Marcel Schrötter kam mit seiner Bimota nicht über Startplatz 25 hinaus. Überraschend setzte sich Simone Corsi bei der Zeitenjagd durch.

Der Italiener bescherte Ioda die erste Pole-Position der Saison. In der mittleren Klasse setzt das italienische Rennteam eine FTR-Honda ein. Die Uhr blieb bei Corsi bei 1:54.343 Minuten stehen. Damit überflügelte er noch Pol Espargaro (Kalex) um 0,191 Sekunden. Der Spanier verbesserte sich in seinen letzten Angriffen ebenfalls stetig, aber Corsi war einen Tick schneller. Zum ersten Mal seit Assen 2008 - damals noch in der 125er-Klasse - eroberte Corsi den besten Startplatz. "Ich freue mich sehr über meine erste Moto2-Pole. Die Bedingungen am Wochenende waren bisher schwierig."

"Im Nassen fühlte ich mich auf dem Bike nicht sehr wohl", berichtet Corsi. "Auch im Qualifying gab es hier und da noch rutschige Stellen, aber sobald die Strecke trockener wurde, kam ich besser zurecht. Hoffentlich erleben wir morgen ein trockenes Rennen. Es war für uns keine einfache Saison bisher. Ich hoffe, dass ich dem Team morgen ein gutes Ergebnis schenken kann." Für den zweitplatzierten Espargaro geht es um den wichtigen Heimsieg sowie um seine minimale WM-Chance.

"Ein Platz in einer der beiden vorderen Startreihen ist hier sehr wichtig, denn der Weg zur ersten Kurve ist sehr kurz", streicht der Pons-Pilot hervor und betont: "Für mich kommt es morgen darauf an, in den ersten drei, vier Runden nicht den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Startplatz zwei ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Zu Beginn des Qualifyings gab es an meinem Motorrad ein paar Probleme, aber ich konnte trotzdem noch eine ganz passable Rundenzeit fahren. Bis morgen haben wir noch einiges an Arbeit vor uns. Mit dem zweiten Startplatz bin ich zufrieden."

Die erste Reihe komplettierte Andrea Iannone mit der Speed Up: "Es war ein sehr schwieriges Wochenende bisher. Das Qualifying war die erste trockene Session, nachdem wir zuvor stets auf nasser Strecke unterwegs waren. Das Setup meines Motorrads war nicht ganz perfekt, aber immerhin wissen wir jetzt, in welche Richtung wir für morgen arbeiten müssen", meint der Italiener. Sein Rückstand auf Corsi betrug 0,275 Sekunden.

Lüthi weit zurück

Für die deutschsprachigen Fahrer war es kein erfolgreiches Qualifying. Lüthi stürzte bereits früh in der ersten Kurve. Er konnte seine Suter aber selbständig zurück an die Box bringen. Nach einer kurzen Reparaturpause konnte Lüthi weiterfahren und sich auch noch verbessern, doch mehr als Platz 19 war nicht drin. Nach den guten Trainings ein herber Rückschlag für den 26-Jährigen. Auch Dominique Aegerter verpasste sein gestecktes Ziel deutlich, denn er peilt immer die Top sieben an. Davon war er weit entfernt, denn sein Rückstand auf die Spitze betrug 1,7 Sekunden, womit nicht mehr als Startplatz 19 möglich war.

Am Ende des Feldes landeten die beiden weiteren Schweizer. Rooki Jesko Raffin, der die Kalex des verletzten Randy Krummenacher fährt, qualifizierte sich als 32. Die Lücke zur Spitze betrug knapp fünf Sekunden. Die rote Laterne trug Marco Colandrea (FTR). Etwas besser lief es für den einzigen Deutschen im Feld. Schrötter zog mit der Bimota Startplatz 25 an Land. Er hatte einen Rückstand von 2,3 Sekunden. An der Spitze waren andere Fahrer zu finden.

Platz vier in der zweiten Startreihe ging an Claudio Corti (Kalex). Neben dem Italiener werden am Sonntag die beiden Spanier und Aspar-Teamkollegen Jordi Torres und Nicolas Terol (beide Suter) stehen. Ein aus seiner Sicht enttäuschendes Qualifying erlebte Marc Marquez (Suter). Der erfolgsverwöhnte Spanier konnte vor heimischer Kulisse nicht in den Kampf um die besten Startplätze eingreifen und musste sich schlussendlich mit Startplatz sieben begnügen. In seiner letzten Runde fing Marquez am Ausgang der Zielkurve noch einen heftigen Rutscher ab.

Heute hatte der WM-Favorit eine halbe Sekunde Rückstand, doch in der WM-Wertung beträgt sein Polster komfortable 53 Punkte. Die dritte Startreihe komplettierten die beiden Briten Bradley Smith (Tech 3) und Scott Redding (Kalex). In den verregneten Trainings konnten einige Fahrer eine Rolle spielen, die nun im Trockenen wieder weit hinten waren. So konnte Gino Rea (Suter) seine Leistung nicht reproduzieren und versank auf Platz 22. Auch Anthony West (Speed Up) war wieder im gewohnten Bereich zu finden und klassierte sich als 20.

Abgesehen von Lüthi stürzten noch einige weitere Fahrer. So ging Ratthapark Wilairot gleich zweimal zu Boden. Alex de Angelis erwischte es gleich in den ersten Momenten. Tomoyoshi Koyama und Alessandro Andreozzi stiegen ebenfalls von ihren Motorrädern und landeten neben der Strecke. Wildcard-Starter Alex Marinelarena hatte sich im Vormittagstraining zwar gut in Szene gesetzt, doch diesmal zählte er zu den Sturzopfern und belegte Rang 24. Der Rennsonntag soll ebenfalls trocken sein.

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