Im Duell mit Bradley Smith kämpfte Tom Lüthi mit stumpfen Waffen © Paddock GP Racing

Von der Technik eingebremst: Probleme mit der Vorderradgabel machten Tom Lüthi in Misano das Leben schwer und zwangen in zu defensiver Fahrweise

Tom Lüthi (Suter) stand beim Großen Preis von San Marino in Misano auf dem sechsten Startplatz und war überzeugt, im Rennen der Moto2-Klasse vorne mitfahren und vielleicht sogar ums Podest kämpfen zu können. Doch dann kam vieles anders als gedacht. Schon nach vier Runden wurde der Lauf abgebrochen, weil ein kapitaler Motorschaden des Briten Gino Rea (Suter) eine Ölspur auf der Strecke nach sich gezogen hatte.

Lüthi, der die dritte Runde als Siebter beendet hatte, musste beim Neustart deshalb in der dritten Startreihe Aufstellung nehmen, kämpfte sich mit einem Blitzstart und einigen entschlossenen Überholmanövern jedoch wieder nach vorn und hielt drei Runden lang den fünften Platz. "Bei dem Abbruch habe ich zwar einen Platz in der Startaufstellung verloren, konnte ihn mit einem guten zweiten Start aber sofort wieder gut machen", sagt der Schweizer. Dann allerdings machten ihm mysteriöse Probleme mit der Vorderradgabel zu schaffen: "Zunächst konnte ich dann auch noch vorne mitschwimmen, habe dann aber ein Problem mit der Gabel bekommen", berichtet Lüthi.

"Sowie ich versucht habe, spät zu bremsen und reinzuhalten, hat das Motorrad vorne nur rumgerührt", klagt der Schweizer. Statt spät bremsen und präzise einlenken zu können, ging seine Suter auf einen schwer zu kontrollierenden Schlingerkurs. Weil das Motorrad die Kurvenlinien nicht hielt und immer wieder nach außen wanderte, musste Lüthi erst den Finnen Mika Kallio (Kalex), in der Schlussphase dann seinen Schweizer Landsmann Dominique Aegerter (Suter), sowie die beiden Briten Scott Redding (Kalex) und Bradley Smith (Tech3) vorbeilassen und beendete den Lauf an neunter Stelle. Die Vordergabel wurde wegen des Verdachts auf einen Defekt ausgebaut und Hersteller Öhlins zur Inspektion übergeben.

"Wir haben uns mittlerweile die Daten angeschaut, da zeigen sich richtige Wellen beim Reinfahren in die Kurve. In Mugello, war ich stark auf der Bremse, doch wenn ich heute versucht habe, genauso spitz reinzuhalten und genauso spät auf der Bremse zu sein, war ich sofort in akuter Sturzgefahr", sagt Lüthi. "Drei, viermal habe ich mich schon am Boden gesehen. Und weil ich die Linie nicht mehr halten konnte, konnten meine Gegner leicht überholen und sind innen vorbei wie nichts. Wir haben die Gabel ausgebaut und zu Öhlins gebracht. Dort wird untersucht, ob etwas kaputtgegangen ist. Anders kann ich mir die Probleme nicht erklären", so der ratlose Schweizer.

"Wir haben ein Problem gehabt vorne. Tom konnte nicht aggressiv genug bremsen", besättigt auch Teambesitzer Daniel Epp "Zu Beginn war das Tempo langsam, da hat es noch gepasst, doch dann, als das Renntempo schneller wurde, konnte er nicht entsprechend reagieren und wurde nach hinten gereicht. Dabei ist das Bremsen eigentlich Toms Stärke, beim letzten Rennen in Brünn hat er extrem stark gebremst. Warum es hier nicht ging, werden wir jetzt genau analysieren!"

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