Marc Marquez setzte sich im Zweikampf gegen Pol Espargaro durch © Repsol

Marc Marquez schlägt Pol Espargaro in Misano und baut seine WM-Führung mit dem siebten Saisonsieg weiter aus - Dominique Aegerter Sechster

Das Moto2-Rennen in Misano war am Ende wieder eine spanische Angelegenheit. Lange führte Lokalmatador Andrea Iannone (Speed Up), doch in der Schlussphase kämpften die beiden Spanier Marc Marquez (Suter) und Pol Espargaro (Kalex) um den Sieg. In der letzten Runde war es ein beinhartes Duell, bei dem Marquez die Oberhand behielt. Es war sein siebter Saisonsieg in diesem Jahr. Durch die Niederlage ist der WM-Rückstand von Espargaro auf 53 Punkte angewachsen. Das Podium komplettierte Iannone als Dritter. Bester Schweizer wurde Dominique Aegerter (Suter) als Sechster. Tom Lüthi (Suter) kam als Neunter über die Linie. Der Deutsche Marcel Schrötter (Bimota) ging als 22. leer aus.

Als die Lichter der Startampel ausgingen, setzte sich Marquez sofort an die Spitze und übernahm die Führung. Dahinter folgten Espargaro und Iannone. Lüthi lag nach den ersten Kurven auf Platz sechs. In den ersten Runden verteidigte Marquez die Führung, aber Iannone übte Druck aus und ging in der dritten Runde schließlich dabei. Die Fans auf den Tribünen jubelten ihrem Lokalmatador zu. Im Laufe der vierten Runde wurde das Rennen plötzlich abgebrochen. Der Grund dafür: Der Honda-Motor von Gino Rea war geplatzt. Dabei wurde Öl in der Zielkurve verteilt. Aus Sicherheitsgründen brach die Rennleitung ab.

Die Streckenposten trugen in Kurve eins Ölbindemittel auf und säuberten den Asphalt. Währenddessen entschied die Rennleitung, dass die Startaufstellung nach dem Stand am Ende der dritten Runde erfolgen würde. Außerdem wurde die Distanz für den Neustart auf 14 Runden festgelegt. Da drei Runden bereits absolviert waren, wurden insgesamt zwei Drittel der vollen Distanz absolviert, wofür es volle Punkte gab. Die erste Reihe beim Neustart lautete: Iannone vor Marquez und Espargaro. Lüthi griff von Position sieben an.

Beim Neustart übernahm Iannone sofort die Spitze vor Marquez. Dahinter hatte Lüthi einen guten Start und kam in den ersten Kurven an einigen Gegnern vorbei. Hinter dem Top-Duo sortierten sich zunächst Esteve Rabat (Kalex), Espargaro und Lüthi ein. Aegerter lag nach der ersten Runde auf Rang acht. Einen Umlauf später wäre Marquez beinahe per Highsider in der Zielkurve abgeflogen, aber er konnte sich auf der Suter halten. Dennoch war der Spanier etwas verunsichert und wurde von Espargaro und Rabat überholt. Diese Situation spielte Iannone in die Karten, der sich an der Spitze einen Vorsprung von 1,3 Sekunden auf die Verfolger herausfahren konnte.

Marquez fing sich nach einer Runde und griff seine unmittelbaren Gegner wieder an. Bei Halbzeit bildete sich eine dreiköpfige Spitzengruppe bestehend aus Iannone, Espargaro und Marquez. Mika Kallio (Kalex), Rabat und Lüthi kämpften drei Sekunden dahinter um den vierten Rang. In der Schlussphase musste Iannone Federn lassen. Espargaro und Marquez gingen an dem Italiener vorbei und trugen in den letzten drei Runden ihr spanisches Privatduell um den Sieg aus. Espargaro ging als Führender in die letzte Runde.

Marquez zog sein Manöver auf der Bremse durch. Espargaro wollte kontern, aber es klappte nicht. Auf der Gegengeraden zog Espargaro vorbei, aber Marquez blockte ab. Es wurde beinhart gefahren. Marquez deckte in der letzten Kurve die Innenbahn ab und die Geschichte war entschieden. Es war der siebte Grand-Prix-Sieg für Marquez in diesem Jahr. Durch den Sieg über Espargaro vergrößerte er seinen WM-Vorsprung auf 53 Punkte. In der WM ist die Favoritenrolle dadurch klar vergeben.

Nach langer Führung konnte sich Iannone am Ende nicht mehr in das Duell um den Sieg einmischen. Vor heimischer Kulisse wurde der nächstjährige Ducati-MotoGP-Pilot schließlich Dritter. In der großen Verfolgergruppe setzte sich schließlich Kallio durch. Auf das Podest fehlten dem Finnen schon vier Sekunden. Dicht dahinter kamen Rabat und Aegerter ins Ziel. Nach einer starken Aufholjagd wurde er bester Schweizer und feierte als Sechster. Lüthi musste sich noch hinter den beiden Briten Scott Redding (Kalex) und Bradley Smith (Tech 3) anstellen und kam an der neunten Position über die Linie.

Die restlichen WM-Punkte gingen an Johann Zarco (MotoBI), Takaaki Nakagami (Kalex), Julian Simon (Suter), Alex de Angelis (FTR), Claudio Corti (Kalex) und Nicolas Terol (Suter). Der Deutsche Schrötter beendete das Rennen auf Platz 22. Dafür wurde er nicht mit Punkten belohnt, aber der Moto2-Rookie braucht jeden Meter, um Erfahrung zu gewinnen. Sein Rückstand im Ziel betrug 33 Sekunden.

Für mehrere Fahrer endete das Rennen vorzeitig. Neben Rea und nahm auch Cardus-Ersatz Steven Odendaal (AJR) nicht am Neustart teil. Xavier Simon (Tech 3) war auf Kurs zu einem WM-Punkt und stürzte. Yuki Takahashi (FTR) und Simone Corsi (FTR) schieden gleichzeitig durch Sturz aus. Randy Krummenacher nahm am Rennen nicht teil. Im gestrigen Training hatte sich der Schweizer im rechten Fuß einen Mittelfußknochen zweimal gebrochen. Nach dem Warmup entschied sich Krummenacher gegen den Rennstart. Der nächste Grand Prix findet am 30. September in Aragon statt.

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