Jari-Matti Latvala war in der lngsten Prfung der Rallye der Schnellste © Volkswagen

Nach erstem Rallye-Drittel: Volkswagen-Doppelführung in Argentinien - Jari-Matti Latvala und Sebastien Ogier kämpfen um Gesamtführung in WM-Lauf fünf

Duell der WM-Spitzenreiter um den Sieg bei der Rallye Argentinien: Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila und Sebastien Ogier/Julien Ingrassia sicherten Volkswagen mit Polo R WRC alle WP-Bestzeiten des ersten Rallye-Tages. Beim fünften Saisonlauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) lieferten sich Weltmeister und Tabellenführer Ogier sowie der WM-Zweite Latvala bei extrem anspruchsvollen Bedingungen ein packendes Duell um die Gesamtführung, die zwischen den beiden Volkswagen Duos am Freitag zweimal wechselte.

"Der Tag lief für uns sehr gut, vor allem auf der über 50 Kilometer langen Prüfung", sagt Latvala. "Ich habe mich in meinem Polo pudelwohl gefühlt und konnte die Strecke richtig genießen. Danke an Miikka, er hat auf dem Beifahrersitz einen perfekten Job gemacht. Die Rückschläge bei anderen Teams zeigen, wie schwierig die Rallye in diesem Jahr ist. Heute hat sie stark der 'Akropolis' geähnelt, bei der es immer darauf ankommt, nicht nur schnell zu sein, sondern nur dann ans Limit zu gehen, wenn die Strecke es wirklich erlaubt."

"Es ist natürlich schön, die Rallye Argentinien über Nacht anzuführen, aber es ist noch ein langer Weg bis ins Ziel. Wir werden uns weiterhin auf unsere Arbeit konzentrieren und unser Bestes geben." Latvala hat genau 17,7 Sekunden Vorsprung vor Ogier. Der erste Rallye-Tag in Argentinien war geprägt von zwei jeweils zweimal zu absolvierenden, langen und stark ausgewaschenen Wertungsprüfungen.

Die durch starke Regenfälle entstandenen Rinnen und Steine prüften Mensch und Material auf das Äußerste. Viele Teilnehmer büßten am ersten Rallye-Tag nach Zwischenfällen viel Zeit ein. "Das war der erwartet harte Auftakt in die Rallye Argentinien", bewertet Ogier die Etappe. "Aber ich bin mit meiner Platzierung nach dem ersten Tag sehr zufrieden. Wir haben einen guten Job gemacht, vor allem wenn man sieht, wie viele Konkurrenten ausgefallen sind."

"Auf der abschließenden WP des Tages hatte ich einige Probleme, was den Grip anging. Insgesamt lief der Tag aber problemlos. Unser Polo R WRC ist gut drauf und zuverlässig trotz der teilweise brutalen Bedingungen. Die 17 Sekunden Rückstand auf Jari-Matti machen mir keine Angst. Ich bin optimistisch, dass wir am Samstag aufholen. Für Julien und mich zählt hier nur eins: Wir wollen die Rally Argentinien gewinnen!"

Auch das dritte Volkswagen-Werksduo Andreas Mikkelsen/Mikko Markkula drückte dem Auftakttag der Rallye Argentinien seinen Stempel auf. Mikkelsen/Markkula mussten jedoch nach vier Top-3-Zeiten auf der fünften WP auf Gesamtrang drei liegend mit einem abgesprungenen Lichtmaschinen-Riemen aufgeben - wenige Kilometer vor dem Ende der abschließenden WP des Tages. Sie kehren jedoch am Samstag mit einer Fünf-Minuten-Zeitstrafe unter Rallye-2-Reglement als Gesamtsiebte zurück und haben weiter die Chance, wertvolle WM-Zähler einzufahren.

"Ich bin natürlich enttäuscht", sagt der Norweger geknickt. "Ich fühlte mich im Auto und mit meinem Aufschrieb sehr wohl und wir hatten einen guten Rhythmus. Wir haben nicht zu viel riskiert, waren aber dennoch schnell unterwegs. Wir waren von Beginn an vorn dabei und haben uns mit unseren Teamkollegen einen guten Kampf um die Top-Plätze geliefert. Leider ist uns wenige Kilometer vor dem Ende der abschließenden WP des Tages der Riemen der Lichtmaschine abgesprungen. Man kann es an den Ergebnissen ablesen: Der Polo R WRC ist das Auto, dass es hier in Argentinien zu schlagen gilt. Wir hatten leider einfach Pech."

Die Konkurrenz hatte deutlich mehr Probleme. Mit einer Ausnahme war der Polo kugelsicher. "Ein Tag mit ganz vielen Highlights für uns - und leider auch einem kleinen Rückschlag", fasst Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito zusammen. "Alle drei Volkswagen-Duos haben heute eine perfekte Leistung geboten und lagen durch die Bank an der Spitze des Feldes. Der teaminterne Dreikampf um die Spitzenplätze war spannend."

"Die Wertungsprüfungen waren heute alles andere als leicht und sind aufgrund der vielen Auswaschungen der vergangenen Wochen sehr hart zum Material. Viele Teams hatten damit heute zu kämpfen. Die mit knapp 52 Kilometern längste WP der Rallye war Jari-Matti-Latvala-Land, Sebastien hat der 27-Kilometer-Prüfung seinen Stempel aufgedrückt."

"Leider war für Andreas heute mit einem abgesprungenen Lichtmaschinen-Riemen früher Schluss, obwohl er immer unter den Top 3 gelegen hatte. Er kann auf seine Leistung genauso stolz sein wie seine beiden Teamkollegen und darf morgen unter Rallye-2-Reglement startend wieder zeigen, was in ihm und dem Polo R WRC steckt."

Und da war dann noch das Gefühl von Silke Hansen. Auf das muss sich die Wetter-Dame des Volkswagen-Werksteams in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) beim fünften Saisonlauf in Argentinien ganz besonders verlassen. Während beispielsweise in Deutschland 17 Wettersatelliten eine Fläche von 357.168 Quadratkilometern überlappend abdecken, stehen für ganz Argentinien nur drei zuverlässige Satelliten zur Verfügung. Und das bei der beinahe achtfachen Fläche von 2.780.400 Quadratkilometern.

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