Citroen-Motorsportchef Yves Matton setzt mit stberg und Meeke auf neue Karten © Citroen

Citroen-Motorsportchef Yves Matton hat sich mit Östberg und Meeke ambitionierte Ziele gesteckt - Zudem erklärt er die Gründe, warum es mit Kubica nicht klappte

Über ein Jahrzehnt lang galt die Kombination Sebastien Loeb und Citroen als praktisch unschlagbar. Für 2014 sehen die Voraussetzungen komplett anders aus. Citroen steigt in die Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) ein. Loeb und WTCC-Weltmeister Yvan Muller sollen die Franzosen auch auf der Rundstrecke zu Erfolgen führen. In der Rallye-WM weht ein neuer Wind. Zum ersten Mal gibt Citroen-Motorsportchef Yves Matton nicht den Gewinn der Weltmeisterschaft als Ziel aus. Mads Östberg und Kris Meeke sollen lernen und im Idealfall einige Rallyes gewinnen.

Citroen tritt damit mit einer komplett neuen Fahrerpaarung an, obwohl Meeke schon in der abgelaufenen Saison zwei Rallyes im DS3 WRC bestritten hat. "Wir standen seit einiger Zeit mit drei Fahrern in Verhandlungen. Das waren Mads, Robert und Kris. Wir wussten, dass wir mit Robert ein anderes Problem hatten", so Matton bei 'WRC.com'. "Es war ein Partner. Es war schließlich unmöglich etwas mit Robert zu machen. Also hatte ich Mads und Chris, die in meine Philosophie für das nächste Jahr gepasst haben."

Mit Robert ist natürlich der ehemalige Formel-1-Pilot Robert Kubica gemeint. Matton gab dem Polen beim Saisonfinale in Wales eine Chance im DS3 WRC. Schließlich unterschrieb Kubica für 2014 bei M-Sport. Damit wird der 29-Jährige auch nicht für das WTCC-Programm zur Verfügung stehen. Warum kam es zu keiner Einigung mit Citroen? "Es war nicht möglich. Total hat viel versucht um zu akzeptieren, dass Lotos ein persönlicher Sponsor von Robert ist."

"Am Ende wollte Lotos nichts verändern. Es war nicht möglich. Total ist seit 45 Jahren ein Sponsor von Citroen. Manche Dinge kann man nicht akzeptieren", erläutert Matton die Details. "Deshalb mussten wir die Verhandlungen abbrechen." Mit Östberg und Meeke hat der Belgier zwei talentierte Fahrer verpflichtet, die in der WRC bisher nicht ihr Potenzial in durchschlagende Ergebnisse umsetzen konnten. Östberg galt lange als heißes Talent, doch 2013 hatte der Norweger bei M-Sport ein schwieriges Jahr.

Trotzdem gab Matton dem 26-Jährigen eine Chance: "Wir wollen natürlich einige Rallyes gewinnen. Der positive Punkt war, dass Mads nach dem ersten Test sehr glücklich mit dem Auto war. Die Philosophie von Citroen ist etwas anders als bei anderen Autos. Ich hatte etwas Angst, dass er etwas Zeit brauchen würde. Es war aber wirklich gut. Wir können nicht leugnen, dass wir nicht versuchen werden mit Mads etwas in Schweden zu versuchen, wo er in den vergangenen Jahren auf dem Podium war. Die Rallye ist natürlich sehr früh im Jahr."

Einzelsiege sind das Ziel

"Schritt für Schritt wollen wir das Level der Fahrer verbessern, damit wir einige Siege erzielen", gibt Matton die Zielsetzungen für 2014 vor. "Mit Kris wird das etwas Zeit brauchen. Wir konzentrieren uns darauf. Wir fanden einige Dinge, an denen wir mit Kris arbeiten werden. Wir wissen, dass er eine gute Pace hat, aber er hatte auch einige Schwierigkeiten. Wir werden daran arbeiten, damit wir es schaffen."

Meeke zeigte bei seinen Starts in Finnland und Australien seinen Speed, doch Unfälle sorgten für ein getrübtes Bild. Eine alte Weisheit im Motorsport besagt, dass es einfacher ist einen schnellen Fahrer konstant zu machen, als einen langsamen Fahrer schnell. Schwierig gestaltet sich dagegen das Programm von Citroen. 2014 muss der Parallelakt WTCC und WRC geschultert werden. "Es wartet mit beiden Programmen viel Arbeit und viel Stress", ist sich Matton bewusst.

"Wir sind nun seit über zehn Jahren in der Rallye-WM engagiert und kennen uns aus. Über die Tourenwagen-WM wissen wir gar nichts. Vor einem halben Jahr begannen wir mit der Arbeit an diesem Auto. Es wird sehr interessant, denn wir müssen viel lernen. Wir hoffen, dass wir im nächsten Jahr in beiden Meisterschaften gewinnen können."

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