Sebastien Ogier verspielte die Chance, auf der neunten von 13 Stationen neuer WRC-Champion zu werden © imago

Mit einem Ausritt verspielt der VW-Pilot bei der Deutschland-Rallye die vorzeitige WM-Entscheidung - und stört danach den Sieger.

Trier - Ein potenzieller Champion im Weinberg und zwei Verfolger auf Erfolgskurs haben am zweiten Tag der Rallye Deutschland (Highlights ab 16.45 Uhr im TV auf SPORT1) wieder Spannung in den Lauf und die WM-Wertung gebracht.

Der gesamtführende VW-Pilot Sebastien Ogier verspielte durch einen Unfall auf der dritten Wertungsprüfung alle Chancen auf einen Sieg und seinen vorzeitigen Titelgewinn.

Seine Verfolger Jari-Matti Latvala (VW) und Thierry Neuville (Ford) nutzten den Ausrutscher und sind als Führende der "Deutschland" auf bestem Weg, den Abstand in der Gesamtwertung zu verkürzen.

Aufhängung zerstört

Ogier, auf den ersten beiden Wertungsprüfungen am Donnerstag hochüberlegen, verpasste auf der dritten Etappe an der Mittelmosel einen Bremspunkt, steuerte in einen Weinberg und zerstörte dabei die Aufhängung seines Autos.

Der Franzose fuhr zwar zunächst weiter, musste seinen Polo R aber auf der folgenden Wertungsprüfung abstellen und konnte damit auch die weiteren Etappen am Freitag nicht mehr fahren.

Für insgesamt fünf nicht beendete Prüfungen bekam Ogier 25 Minuten Strafzeit und fiel im Klassement weit zurück.

Ogier heiß auf Powerstage

"Ich bin sehr enttäuscht, und es tut mir leid für mein Team. Bei unserem Heimrennen hätte ich gerne gewonnen", sagte der 29-Jährige: "An der einen Stelle war es etwas rutschig, und ich habe zu spät gebremst."

Am Samstag wird der Franzose als letzter Fahrer der Rallye-Kolonne voraussichtlich wieder einsteigen. Als einer der drei Schnellsten auf der Powerstage im Dhrontal am Sonntag oder mit einer Aufholjagd könnte Ogier aber immer noch Wertungspunkte sammeln.

"Die Powerstage möchte ich jetzt unbedingt gewinnen", sagte Ogier.

Neuville mit Hattrick

Den Ausrutscher des WM-Führenden und Topfavoriten nutzten seine Verfolger.

Neuville (Ford) gewann die ersten drei Wertungsprüfungen am Freitag allesamt und hatte dabei auf der zweiten Etappe Glück, nicht mit dem auf der Strecke stehenden Ogier zusammenzustoßen.

"Ich war etwas überrascht, ihn da zu sehen, und musste ganz schön runterbremsen", sagte der Belgier. Ogier hatte noch versucht, die Aufhängung seines Polos zu reparieren. (NEWS: Alles zum Motorsport)

Latvalas Vorsprung schmilzt

Entscheidend entschleunigte den Gesamtwertungs-Zweiten Neuville die Episode aber nicht. Der Belgier holte insgesamt 4,6 Sekunden auf den nun führenden Latvala auf und lag vor den letzten drei Etappen des zweiten Renntags am Freitag in Schlagdistanz zu dem Finnen.

Die beiden Verfolger Ogiers haben die 25 Punkte für den Sieger der "Deutschland" dringend nötig. Vor dem neunten WM-Lauf lagen Latvala und Neuville punktgleich mit je 91 Zählern deutlich hinter dem Franzosen (181).

Ogier hatte rund um Trier sogar die theoretische Chance gehabt, sich den WM-Titel bereits vier Rennen vor Schluss zu sichern. Diese Gelegenheit ließ er allerdings in einem Weinberg an der Mosel liegen.

Weiterlesen