Volkswagen Motorsportchef Jost Capito ist stolz auf seine Rallye-Mannschaft © Volkswagen

Volkswagen Motorsportchef Jost Capito hat ein starkes Team versammelt, das perfekt eingespielt für die Siege in der Rallye-WM sorgt

Volkswagen hat die Rallye-WM im Sturm erobert. Sechs Siege in den bisherigen acht Rallyes gingen nach Wolfsburg. Bis auf Kinderkrankheiten lief der Polo R WRC wie am Schnürchen. Kleinere technische Probleme konnten meist im Service-Park behoben werden. Der Polo ist nicht nur schnell, sondern auch standfest. Volkswagen hat das Level in der Rallye-WM auf eine neue Stufe gestellt. M-Sport und Citroen haben Schwierigkeiten, das neue Team zu schlagen, obwohl die drei WRC-Boliden von der Performance auf einem vergleichbaren Niveau sind. Die Teamarbeit macht den Unterschied aus, dazu kommt Sebastien Ogier, der bei der Rallye Deutschland den ersten Matchball für den WM-Titel hat.

"Es gibt verschiedene Erfolgsfaktoren", meint Volkswagen Motorsportchef Jost Capito bei 'WRC.com'. "Einer davon ist, dass das Team als eine Einheit arbeitet. Jeder Bereich unterstützt den anderen und arbeitet zum großen Teil fehlerlos. Wenn ein Fehler passiert, wird er mit Unterstützung des gesamten Teams ausgebügelt. Wir haben eine sehr gute Stimmung im Team, alle halten zusammen. Ich glaube das ist für den langfristigen Erfolg sehr wichtig."

"Was die Technik betrifft, so haben wir ein tolles Engineering-Team, welches bei der Entwicklung des Autos die Freiheiten hatte, das Konzept sehr diszipliniert durchzuziehen. Dann aber auch sehr gute Zulieferer, die fehlerlose Teile liefern; Mechaniker, die das Auto fehlerlos zusammenbauen und ein Team, welches es fehlerlos einsetzt. Nicht zuletzt hatten wir bei der Entwicklung drei Fahrer. Die meiste Zeit im Auto hat Carlos Sainz mit seiner enormen Erfahrung aus der Rallye-Weltmeisterschaft verbracht."

"Dieter Depping, der sehr eng mit dem Team zusammenarbeitet und jeden Tag da ist, hat sehr viel Erfahrung eingebracht. Und Sebastien Ogier war zu einem sehr frühen Zeitpunkt bei Volkswagen und hat in Kauf genommen, im vergangenen Jahr in der zweiten Kategorie, der Super 2000 zu fahren. Dafür hatte er aber ein ganzes Jahr, um das Auto zu entwickeln und auf sich abzustimmen. Alle diese Faktoren zusammengenommen hatten zur Folge, dass wir im ersten Jahr mit dem Polo R WRC schon so erfolgreich sein konnten."

Jari-Matti Latvala eroberte in Griechenland seinen ersten Saisonsieg. Ansonsten war es Ogier, der es umsetzte und die großen Siege holte. Ogier schickt sich an, in die Fußstapfen seines Landsmanns Sebastien Loeb zu treten. Er könnte die Rallye-WM in den nächsten Jahren dominieren und mehrfacher Weltmeister werden. "Der Faktor Ogier spielt eine sehr große Rolle", streicht auch Capito hervor.

"Nicht nur wegen seiner fahrerischen Fähigkeiten, die niemand anzweifeln kann, sondern auch menschlich. Er hat es verstanden, das Team um sich aufzubauen. Das Team arbeitet für ihn. Jeder Ingenieur, jeder Mechaniker gibt absolut alles für ihn, jeder im Team gönnt ihm den Erfolg und möchte, dass er erfolgreich ist. Übrigens gilt das gleiche auch für Jari-Matti Latvala, weil wir keine Unterschiede zwischen Nummer-eins- und Nummer-zwei-Fahrer machen. Auch die Fahrer zusammen agieren sehr gut, respektieren und unterstützen sich."

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