Sepp Wiegand erhofft sich in Deutschland großen Zuschauerzuspruch © Skoda

Sepp Wiegand möchte seinem Heimpublikum bei der Rallye Deutschland ein gutes Ergebnis bieten, weiß aber, welche Hindernisse er dafür umschiffen muss

In allen Motorsportserien ist es doch so: Zuhause ist es meist am schönsten. Der Spruch sagt nicht aus, dass Piloten bei ihrem Heimspiel immer am erfolgreichsten sind, dennoch ist es für die meisten Motorsportler der Höhepunkt, wenn sie einmal im Jahr vor ihrem Heimpublikum fahren können - so auch für Sepp Wiegand. "Ich kann es kaum abwarten und bin froh, dass es losgeht", freut sich der WRC2-Pilot bei 'wrc.com' schon darauf, wenn er in Köln die ersten Meter in seinem Skoda zurücklegen kann.

"Ich kann mich noch gut an den Showstart in Trier erinnern. Der war schon echt fantastisch. Was da an Zuschauern da war - das war schon Gänsehaut pur", denkt der Sachse auch gern an den letzten Auftritt in der Bundesrepublik zurück. Mittlerweile begibt sich der Tross am Anfang aber nicht mehr vor die Porta Nigra, sondern zu einem anderen berühmten Bauobjekt: dem Kölner Dom. "Natürlich bin ich gespannt, wie das jetzt in Köln abläuft", so Wiegand. "Da ist man als Fahrer auch schon aufgeregt. Ich bin schon gespannt, wie das alles so funktioniert - und ob es so funktioniert, wie der Veranstalter das geplant hat."

Und wenn er mit seinem Skoda Fabia S2000 dann zum ersten Mal ordentlich aufs Gas getreten hat, dann wandern die Gedanken ganz schnell an die Strecke, denn die bietet genügend Herausforderungen, sodass man nicht auf die Idee kommt, die Gedanken schweifen zu lassen. "Die Charakteristik ist sehr speziell - so speziell, dass sie bei keiner anderen Asphaltrallye noch einmal vorkommt", weiß Wiegand.

"Das ist wirklich teilweise so, dass man kaum Platz für Fehler hat. Man hat teilweise die Weinreben auf der rechten Seite und die Steinmauern auf der linken Seite. Man hat Highspeed-Passagen, in denen man die engen Passagen mit Vollgas im sechsten Gang fährt. Dann hat man teilweise enge Stücke mit engen Kehren, wo man wirklich nur mit Hilfe der Handbremse rumkommt." So weit zu den natürlichen Voraussetzungen - fehlen noch die künstlich dazukommenden.

"Dazu kommt noch, dass die Strecken dann teilweise sehr ausgefahren sind", so der Deutsche weiter. "Wenn ein paar Autos durch sind, liegt sehr viel Dreck auf der Straße. Es wird sehr rutschig werden. Somit ist das echt eine große Herausforderung. Es verlangt einfach alles vom Fahrer ab." Wiegand weiß: "Der kleinste Fehler kann entweder im besten Fall einen Platten bedeuten - oder im schlimmsten Fall landet man neben der Strecke - meistens ist es hier dann vorbei."

Dann wäre auch der Traum von einem guten Ergebnis zuhause ausgeträumt. Darum ist für Wiegand erst einmal Fehlerminimierung angesagt, damit so viele Punkte wie möglich am Wochenende herausspringen. Das große Ziel ist aber der Sprung aufs Podium. "Das wäre beim Heimspiel perfekt", träumt der Skoda-Pilot, der den Zuschauern für ihre Unterstützung mit einem guten Ergebnis danken will.

"Natürlich merkt man die ganzen Fans, die einen als deutschen Fahrer beflügeln und die einen extra motivieren, ein gutes Resultat abzugeben", meint Wiegand. "Als deutscher Fahrer ist das ein ganz besonderes Gefühl, so viele Unterstützer im Rücken zu haben. Das ist etwas Einzigartiges, das in Portugal und auf Sardinien natürlich nicht so ist." Dafür aber in Deutschland. "Da freue ich mich sehr drauf."

Weiterlesen