Auf Asphalt hat Sepp Wiegand in diesem Jahr nur wenig Kilometer sammeln können © Skoda

Skoda-Pilot Sepp Wiegand geht bei der Rallye Deutschland mit körperlichen Defiziten ins Duell mit der großen Konkurrenz um Robert Kubica

Mit der Rallye Deutschland steht für jeden deutschen Fahrer der Höhepunkt der Rallye-Saison an. Doch während es in der Rallye-Weltmeisterschaft mit einheimischen Piloten derzeit eher mau aussieht, können die Fans ihre Fahnen immerhin in der WRC2 schwenken. Sepp Wiegand wird mit seinem Skoda Fabia S2000 versuchen, die zahlreichen Zuschauern rund um die Etappen mit einem guten Ergebnis glücklich zu machen.

Doch für den Skoda-Piloten gab es schon einmal bessere Vorzeichen vor einer Rallye. Zwar konnte sich der 22-Jährige bei Testfahrten vor der Rallye gut auf die bevorstehende Herausforderung einstimmen und ein gutes Setup finden, doch körperlich plagen den Deutschen einige Defizite. Der WRC2-Pilot ist nach der Sardinien-Rallye beim Lauftraining umgeknickt und riss sich ein Band in seinem Gasfuß. Für ihn bedeutete dies fünf Wochen Trainingspause.

"Da konnte ich leider nichts machen", seufzt Wiegand bei 'wrc.com'. "Ich war zwei Wochen außer Gefecht gesetzt und konnte fünf Wochen keine Belastungen aufbauen und keinen Sport machen." Joggen war auch danach noch nicht möglich, "deswegen habe ich mein Training erst einmal auf Fahrradfahren und Schwimmen spezialisiert", erzählt er. Mittlerweile seien die Probleme aber ausgeräumt. "Ich habe natürlich in den letzten beiden Wochen versucht, das Versäumte nachzuholen. Das ist in zwei Wochen natürlich schwierig."

Beeinträchtigen würde ihn die Verletzung nicht mehr, versichert er. "Teilweise tut es noch ein bisschen weh, aber nicht beim Autofahren." Doch dafür erwarten den 22-Jährigen an diesem Wochenende noch andere Probleme - keine eigenen, sondern in Form von Wettbewerbern. "Ich glaube, dass die Konkurrenz sehr stark wird", tritt er mit einem mulmigen Gefühl an, was seine eigene Zielsetzung betrifft - und die heißt Podium.

Besonders einen Piloten hat Wiegand dabei besonders im Blickfeld: Robert Kubica. Der Pole zählt für den Sachsen zu den ganz großen Favoriten. "Der kommt aus der Formel 1 und wird den exakten Fahrstil auf Asphalt haben", sieht er besondere Erfahrungsvorteile beim ehemaligen Rundstrecken-Piloten. Doch damit hört die Gegnerliste für ihn nicht auf: "Dann haben wir natürlich Armin Kremer, der sehr, sehr erfahren ist. Ich habe sehr viel Respekt vor ihm", zieht er seinen virtuellen Hut vor dem Routinier.

"Er hat schon sehr viel erreicht, er hat ein gutes Auto - und mit der Kenntnis von der Rallye ist er auch wirklich extrem stark einzuschätzen." Ganz besonderen Respekt hat der Skoda-Pilot aber vor allem vor einem Auto - dem neuen R5. "Ich glaube, dass der Turbomotor in den Passagen mit den vielen Bergauf-Kehren im Vorteil ist", sagt Wiegand, dessen S2000-Bolide mit einem Saugmotor unterwegs ist. "Man sieht, dass alle auf den R5 wechseln."

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