Mattias Ekström tauscht das Cockpit mit Sebastien Ogier lieber nur kurz © Audi

Mattias Ekström schließt eine Karriere in der Rallyeszene aus, denn Kimi Räikkönen ist ein warnendes Beispiel - Sebastien Ogier könnte sich die DTM hingegen vorstellen

Rallyefahren nimmt im Motorsport häufig eine Sonderstellung ein, denn es ist schon etwas ganz anderes, wenn man auf einer dafür konzipierten Rennstrecke fährt - oder auf Schotter oder Schnee im wildesten Driftwinkel durch die Wälder prescht. Und während sich WRC-Ass Sebastien Ogier nach seiner Rallye-Zeit eine Karriere auf der Rundstrecke vorstellen könnte, käme das andersrum für DTM-Ass Mattias-Ekström nicht in Frage.

"Nein, das wird mit Sicherheit nie mein Ziel sein", winkt er auf die Frage, ob er mal aktiv bei der Rallye-Weltmeisterschaft dabei sein will, ab. Dabei kann der Schwede immerhin ein bisschen Rallye-Erfahrung von vor ein paar Jahren mitbringen, dennoch sei das bei weitem nicht genug. "Man braucht eine enorme Erfahrung und auch viel Engagement schon früh in der Karriere, um auf das Level von Sebastien zu kommen", sieht der Audi-Pilot keinen Sinn in einer halbherzigen Karriere.

"Ich bin ziemlich sicher, wenn ich eine Etappe immer wieder fahren würde, dann würde ich auf Pace kommen, aber um sich an den Aufschrieb zu gewöhnen und das Vertrauen zum Co-Piloten aufzubauen, braucht es tägliche Routine", weiß Ekström. 2005 holte der Schwede bei seiner Heimrallye immerhin den zehnten Platz, doch da kannte er die Strecke ziemlich gut. "Ich hatte den Aufschrieb in Schweden nur als Unterstützung. Ich kannte nahezu alle Etappen."

Doch bei einem erneuten Einstieg sei es etwas komplett anderes. Darum würde er den Sprung auch nicht mehr wagen. "Klar kann ich ein Auto fahren, aber mit Aufschrieb und Selbstvertrauen und Beachtung der Strecke ist das viel zu viel Stress", winkt er ab. "Wenn man mich ins Auto setzt und die Super Special fahren lässt, dann komme ich sicherlich auf eine gute Pace, aber ich weiß, was für ein großer Job es ist, im Wald zu fahren."

Sebastien Ogier, mit dem der DTM-Pilot kurzerhand die Autos getauscht hatte, stimmt dem 35-Jährigen zu, dass ohne Erfahrung im Rallyesport nichts geht. Dies hätten auch einige Formel-1-Piloten jüngst erfahren müssen: "Man kann sehen, Kubica oder Räikkönen waren ziemlich gut, trotzdem haben sie Zeit gebraucht", so Ogier. "Kimi hat sich nicht genug Zeit gelassen, um sich zu verbessern. Beim Testen war er nicht weit weg, aber im Rennen braucht es ein paar Jahre."

Dafür sei der Umstieg auf die Rundstrecke für den Franzosen nicht so schwer, weshalb er sich noch eine Karriere beispielsweise in der DTM vorstellen könnte. Beim kurzen Test gestern auf dem Nürburgring hat der Volkswagen-Pilot auf jeden Fall schon eine gute Performance gezeigt, wie ihm Ekström bescheinigt. "Es wäre leichter für mich, im DTM-Boliden nah dran zu sein, auch wenn es schwer sein würde, die letzten Zehntel zu finden", ist sich Ogier sicher.

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