Jubelt Thierry Neuville (2. von links) bald als Sieger vom WRC-Podium? © Volkswagen

Die Leistungen von Thierry Neuville im M-Sport-Ford ringen den Volkswagen-Piloten Sebastien Ogier und Jari-Matti Latvala Respekt ab: "Spannung tut allen gut"

Thierry Neuville ist eine der größten Überraschungen der laufenden WRC-Saison. Nach acht von 13 Rallyes liegt der 25-jährige Belgier in Diensten von M-Sport punktgleich mit Volkswagen-Werksfahrer Jari-Matti Latvala auf Rang zwei der Gesamtwertung. Zuletzt fuhr Neuville dreimal in Folge auf das Podest.

Diese Leistungen ringen auch WM-Spitzenreiter Sebastien Ogier Respekt ab. "Über die gesamte Saison gesehen ist es schon eine Überraschung", sagt der Franzose, der mit Volkswagen kurz vor dem Titelgewinn steht und urteilt über den Ford-Youngster: "Er leistet gute Arbeit, ist konstanter geworden. Seinen Speed stellte er schon im vergangenen Jahr manchmal unter Beweis, aber er war jung und unerfahren und hat ein paar Fehler gemacht - wie jeder zu Beginn."

Doch Ogier ist gewarnt: "Thierry ist Zweiter in der Meisterschaft und hat genauso viele Punkte wie Jari. Definitiv wird er bei den letzten Rallyes um den Sieg kämpfen, weil er Asphalt sehr mag. Wir können ihn daher sehr stark erwarten." Teamkollege Latvala stimmt zu. "Im vergangenen Jahr war er schnell, aber er hatte auch Unfälle. Das war auch in dieser Saison wieder der Fall, aber dann passte es plötzlich. Er ist wirklich gut", urteilt der Finne über seinen direkten Konkurrenten Neuville.

WRC-Dominator Loeb wird nicht vermisst

Latvalas Saisonziel ist klar: Hinter dem designierten Weltmeister Ogier, aber vor Überraschungsmann Neuville den Vize-WM-Titel einfahren. "Noch immer kämpfe ich um Rang zwei, auch wenn ich wohl nicht mehr Champion werden kann. Das ist jetzt mein Ziel. Ich verbessere mich auf Schotter und dann abwarten, wie es auf Asphalt läuft", so der Griechenland-Sieger.

Sebastien Loeb, der jahrelange WRC-Dominator, wird von Latvala jedenfalls nicht vermisst. "Sebastien Loeb mag der Beste der Geschichte sein, aber es wurde zu seiner Zeit langweilig, weil er immer gewonnen hat. Ich wollte ihn immer schlagen und es war toll, wenn mir das gelungen ist. Bei seiner Konstanz wurde es aber schon eintönig", blickt der Finne auf die Jahre 2004 bis 2012 zurück, in denen sich Loeb neunmal en suite die WRC-Krone aufsetzte. Einen möglichen zehnten Titel verpasste der Franzose in der Saison 2003 denkbar knapp.

In diesem Jahr sitzt Loeb nur bei vier Rallyes im Cockpit, drei davon hat er bereits hinter sich. Bei seinem Heimspiel in Frankreich Anfang Oktober gibt sich "Super Seb" letztmalig die Ehre. Dann übergibt er das Zepter endgültig an die nächste Generation.

Latvala hat schon jetzt großen Spaß. "Alles in allem ist die Meisterschaft interessant und das tut allen gut. Die Autos sind dicht beieinander. Spannend ist es schließlich nur, wenn gekämpft wird", sagt der Volkswagen-Pilot. In der Saison 2014 kommt in Form von Hyundai ein weiterer Hersteller hinzu. Zudem kehrt kehrt Pirelli auf die WRC-Bühne zurück und mischt so den Wettbewerb auf dem Reifensektor auf.

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