Der VW-Pilot dominiert in Finnland und hat den Titel vor Augen. Auf der Ouninpohja schaltet sein Adrenalin die Vorsicht aus.

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Jyväskylä - Sebastien Ogier flog durch die Wälder Finnlands, bis zu 180 km/h schnell, zwischen Hunderttausenden von Zuschauern und noch mehr Bäumen hindurch.

Mit seinem VW Polo R gewann der französische Rallye-Pilot zum ersten Mal in seiner Karriere die "Formel 1 im Wald" und ist dem Titel wieder ein großes Stück näher gekommen.

"Mit diesem Sieg hat sich für mich ein Traum erfüllt. Ich fühle mich einfach unbeschreiblich", sagte der 29-Jährige.

Rekordzeit bei der "Ouninpohja"

Nach 23 Wertungsprüfungen lagen Ogier und sein Co-Pilot Julien Ingrassia bei der schnellsten Rallye des WM-Kalenders stolze 36,6 Sekunden vor dem Belgier Thierry Neuville und 57,6 Sekunden vor dem Norweger Mads Östberg (beide Ford).

Bei der Tempohatz im hohen Norden, über blinde Kuppen mit Sprüngen bis an die 60-Meter-Marke dominierte Ogier nach Belieben.

Zwölf Wertungsprüfungen gewann der überlegene WM-Spitzenreiter, darunter die legendäre "Ouninpohja", und das in Rekordzeit. Niemand hat die Königsprüfung zuvor so schnell bewältigt wie er.

Durchschnittlich mehr als 120 km/h

130,75 km/h im Schnitt fuhr der frühere Junioren-Weltmeister. "Ich wollte nicht zu viel riskieren. Nur auf der Ouninpohja habe ich alles gegeben", sagte Ogier.

Und er erläuterte: "Die Prüfung ist einfach fantastisch. Der Speed mit dem Polo R war einfach ohne Worte. Der Herzschlag wird deutlich schneller, man ist voller Adrenalin und genießt jeden Sprung und jeden Meter."

Im Gegensatz zu den anderen zwölf WM-Läufen, bei denen es durchschnittlich mit "nur" 80 km/h über die Rennpisten geht, hatten Ogier und Ingrassa bei der seit 1951 ausgetragenen Finnland-Rallye im Mittel 120,91 Sachen drauf.

Eine unvorstellbare Geschwindigkeit für jeden, der schon einmal mit dem Auto im Wald unterwegs war.

Konkurrenz nun 90 Punkte zurück

Durch seinen zweiten Platz hinter Neuville auf der abschließenden Powerstage sicherte sich Ogier zwei Bonuspunkte und geht nach acht Läufen mit 181 Zählern in das Heimspiel von Volkswagen bei der Rallye Deutschland (22. bis 25. August).

Punktgleich dahinter liegen mit bereits 90 Zählern Rückstand VW-Markenkollege Jari-Matti Latvala (Finnland) und Neuville (beide 91).

Rein rechnerisch können die beiden Franzosen, denen seit ihrer VW-Premiere bei der Rallye Monte Carlo im Januar 81 von 143 möglichen Bestzeiten gelangen, rund um Trier schon alles klar machen.

Loeb bald entthront

Setzen sie sich um weitere 22 auf 112 Punkte von ihren Verfolgern ab, ist ihnen der Titel nicht mehr zu nehmen.

Damit wäre die Serie ihres Landsmannes Sebastien Loeb, der in diesem Jahr nach neun aufeinanderfolgenden Triumphen in der WM kürzer tritt, beendet. (NEWS: Alles zum Motorsport)

"Mein Vorsprung ist jetzt nochmal größer, doch darauf achte ich heute nicht", sagte Ogier: "Jetzt will ich nur den Sieg mit meinem Team genießen. Ohne unsere eingeschworene Mannschaft wäre ich jetzt nicht hier oben."

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