Robert Kubica erlebte in Finnland den nächsten Höhenflug © xpbimages.com

Robert Kubica konnte in der WRC2 trotz mangelnder Erfahrung den zweiten Platz einfahren und musste sich nur einem Lokalmatadoren geschlagen geben

In Griechenland und Italien konnte sich Robert Kubica schon in die WRC2-Siegerlisten eintragen, doch die Rallye Finnland stellte den Polen nun vor eine besondere Herausforderung, denn der Event in Skandinavien gilt seit jeher als besonders schwierig. Von daher ist es keine Überraschung, dass mit Jari Ketomaa ein Lokalmatador am Ende ganz oben stehen durfte. Dass dahinter aber gleich der ehemalige Formel-1-Pilot folgte, ist hingegen nicht unbedingt so voraussehbar gewesen.

"Ich habe nicht wirklich erwartet, auf Platz zwei ins Ziel zu kommen", meint auch Kubica selbst, "besonders da hier so viele gute Fahrer am Start waren, die viel Wissen über die Strecke mitbringen." Dennoch schaffte es der Pole schon am Donnerstag, sich hinter Ketomaa in die zweite Position zu bringen. Diese hielt er auch am Freitag, sodass er in den letzten Wertungstag mit einem zweiminütigen Vorsprung auf seinen ersten Verfolger gehen konnte. "Wir waren gleich bei der Musik und konnten den letzten Tag entspannt angehen", resümiert Kubica.

Doch was heißt entspannt? "Wir sind nicht gecruist, aber konnten unser Tempo gehen", so der Citroen-Pilot. "Wir haben die Konzentration hochgehalten und alle Informationen mitgenommen, die wir von dieser Rallye bekommen konnten." Den zweiten Platz rettete Kubica dann letztlich über den Zielstrich, auch wenn es nicht so einfach war, wie es aussah: "Ich war überrascht, wie sehr sich die Etappen vom Morgen auf den Nachmittag verändert haben, weil es immer wieder tiefe Furchen gab."

"Ich weiß nicht, ob das in jedem Jahr so ist, weil ich keine Erfahrung habe - ich habe die Finnland-Rallye nur im Fernsehen gesehen", spricht der 28-Jährige seinen offensichtlichsten Nachteil an, der ihm dann auch einen Schreckmoment verschaffte. Weil das Auto zu niedrig eingestellt war, flog der Pole einmal kräftig ab, als er in den Fahrspuren hängenblieb. "Dann haben wir das Setup verändert und die Fahrzeughöhe angehoben, und danach lief alles sehr gut. Wenn man keine Erfahrung mitbringt, macht jeder Kilometer einen großen Unterschied."

Und die Schotter-Erfahrung des Polen war vor dieser Rallye wirklich minimal: Vor der Rallye-Portugal hatte Kubica laut eigener Aussage rund 300 Kilometer auf Schotter absolviert. "Und vor April war ich noch nie auf Schotter unterwegs", berichtet der Ex-Formel-1-Pilot, der wohl eher auf dem Asphalt zuhause ist. Im Gegensatz dazu kannte Sieger Ketomaa die Tücken der Etappen schon fast zu gut. "Er hat mir gesagt, dass er manche Etappen in der finnischen Meisterschaft über 15 Mal gefahren ist", so Kubica. "Also war es nie einfach, ihn herauszufordern."

Doch den Erfahrungnachteil macht der Pole Schritt für Schritt wett: "Jede Rallye bringt mir eine Menge Erfahrung und ich denke, ich bewege mich in die richtige Richtung. Es wäre aber nicht normal, wenn ich nicht bei jeder Rallye einen Schritt vorwärts mache. Aber jede Rallye ist anders, und jede Rallye bringt mir daher neue Erfahrung." In Deutschland besteht für ihn die nächste Chance, sein Wissen anzuwenden.

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