Sebastien Ogier war auch in Finnland nicht zu stoppen und feierte Saisonsieg Nr. 5 © Volkswagen

Der Dominator triumphiert: Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier gewinnt in souveräner Manier die Rallye Finnland und fährt unaufhaltsam dem Weltmeistertitel entgegen

Sebastien Ogier und Volkswagen setzen ihren Marsch Richtung WM-Titel in der Rallye-Weltmeisterschaft unbeirrt fort. Der Franzose gewann souverän die Rallye Finnland und feierte damit beim achten Lauf der Saison 2013 bereits den fünften Sieg. Zudem sicherte sich der 28-Jährige bei der abschließenden Power-Stage als Zweiter zwei Zusatzpunkte. "Eine Menge Punkte für die Meisterschaft und der Sieg", jubelt der Franzose. "Der Schlüssel war, sich hin und wieder etwas zurückzuhalten und die Reifen sowie das Auto zu schonen."

Starker Zweiter wurde Ford-Pilot Thierry Neuville, der zudem die Power-Stage gewann und damit drei Zusatzpunkte für die Meisterschaft kassierte. "Unglaubliches Gefühl, wie haben einen wirklich guten Job gemacht. Wir sind sauber durchgekommen und werden heute Abend feiern", freute sich auch der jungen Belgier über seine Leistung. "Wenn wir mit diesem Budget mit Volkswagen und Citroen kämpfen können, ist das fantastisch."

Dritter wurde Mads Östberg (Ford), der sich lange mit Neuville einen packenden Zweikampf um Platz zwei geliefert hatte: "Es war ein sehr, sehr gutes Wochenende. Es war schön in einer Rallye zu kämpfen, ohne dass etwas passiert, das alles zerstört. Wir haben geführt, waren Zweite und beenden die Rallye als Dritte. Es ist schön, Selbstvertrauen zu tanken, nachdem mich die erste Saisonhälfte sehr heruntergezogen hat. Es war wirklich gut, ich bin sehr glücklich, fantastisch", sagt der Norweger.

Neuville fährt auf WM-Rang zwei

Nachdem zu Beginn der Rallye Finnland die Führung fast nach jeder Wertungsprüfung (WP) gewechselt war, zeigte Ogier ab Freitagnachmittag, wer derzeit der schnellste Fahrer in der Rallye-WM ist. Mit sechs WP-Bestzeiten in Folge legte der Franzose den Grundstein für den Sieg, den er am Samstag mit einer kontrollierten Fahrt verwaltete. Durch seinen Sieg und die zwei Zusatzpunkte stockte der Volkswagen-Pilot sein WM-Konto auf 181 Punkte auf. Erste Verfolger sind Neuville und Jari-Matti Latvala (Volkswagen), die mit 91 Punkten aber nur etwa halb so viele Zähler auf dem Konto hat.

Das bedeutet, dass Ogier theoretisch schon in drei Wochen bei der Rallye Deutschland den WM-Titel unter Dach und Fach bringen kann - das Timing wäre aus Sicht von Volkswagen perfekt. Auch in der Herstellermeisterschaft fährt das Werksteam in seiner ersten Saison in der WRC klar dem Titel entgegen. Allerdings trugen die beiden anderen Fahrer in Finnland nur wenig zu diesem Ergebnis bei.

Andreas Mikkelsen fuhr nach seinem Ausfall am Freitag heute unter Rallye2-Regeln wieder nach vorne und nahm als Zehnter immerhin noch einen WM-Punkt mit - und viele nützliche Erfahrungen, nachdem er erstmals mit einem WRC-Auto an der Rallye Finnland teilnahm. "Es war eine steile Lernkurve, wir mussten fürs kommenden Jahr möglichst viele Kilometer fahren. Es war eine großartige Erfahrung", freut sich der Norweger.

Enttäuschung bei Citroen

Für Teamkollege Latvala verlief seine Heim-Rallye allerdings überhaupt nicht nach seinen Erwartungen. Der Finne war bereits bei der zweiten WP mit seinem Polo R WRC von der Strecke abgekommen und ging seit Freitag ebenfalls unter Rally2 an den Start. Sein Rückstand war jedoch zu groß, um noch in die Punkteränge zu fahren. Da war auch der eine Zusatzpunkt, den er als Dritter der Power-Stage gewann, nur ein schwacher Trost: "Es war ein schwieriges Wochenende, an dem es von Anfang an schlecht lief", so Latvalas Fazit.

Mit weitgehend leeren Händen reist auch das Citroen-Werksteam aus Finnland ab. Mikko Hirvonen hatte bei seinem Heimspiel den Sieg angepeilt, war jedoch nicht in der Lage, dieses Vorhaben durch entsprechende Leistungen in die Tat umzusetzen. Die Zeiten der Schnellsten konnte Hirvonen nur allzu selten mitgehen, im Ziel sprach ein Rückstand von 1:21,6 Minuten eine deutliche Sprache: "Wir haben einige brenzlige Momente erlebt, aber wir haben es ins Ziel geschafft", übte sich Hirvonen, der immer noch seinem ersten Saisonsieg hinterherfährt, in Zweckoptimismus.

Teamkollege Dani Sordo erlebte in Finnland sein persönliches Waterloo. Der Spanier war völlig indisponiert und trat ohne jedes Selbstvertrauen auf. Dementsprechend schlecht waren seine Zeiten. Nachdem sich sein Teamkollege Kris Meeke nach einer starken Vorstellung auf der vorletzten WP überschlagen hatte, erbet Sordo zwar Gesamtrang fünf, doch ein Rückstand von über sechs Minuten war angesichts einer weitgehend problemlosen Rallye fast schon indiskutabel. "Ich bin nicht zufrieden mit mir selbst. Meine Position ist okay, aber ich bin wirklich enttäuscht von mir", zeigte sich der Spanier selbstkritisch.

Ford Fiesta R5 siegt beim WRC-Debüt

Ford-Pilot Jewgeni Nowikow fuhr nach seinem Unfall vom Freitag, bei dem er in einen Holzstapel gefahren war, noch bis auf Position sechs nach vorne. Die Rallye Finnland hakte der 22-Jährige als Lernerfahrung ab. "Es ist gut im Ziel zu sein. Wir sind für das nächste Jahr gut vorbereitet. Es war nicht unsere beste Rallye, aber wir haben Erfahrung gesammelt und nehmen einige positive Punkte mit."

In der WRC2 geriet die WRC-Premiere des neuen Ford Fiesta R5 zum Triumph. Jari Ketomaa fuhr in dem von M-Sport entwickelten Fahrzeug auf Gesamtrang sieben und zum Klassensieg. Im Ziel der Rallye hatte der Finne gut anderthalb Minuten Vorsprung auf Robert Kubica (Citroen). "Es ist perfekt, unglaublich. Ich habe das so oft versucht, es ist perfekt - ich kann es nicht glauben", jubelte der Finne über seinen Klassensieg. Auf Rang drei der WRC2 fuhr Skoda-Pilot Haydon Paddon.

Die Wertung der WRC3 gewann Keith Cronin vor Sebastien Chardonnet und Jussi Vainionpää (alle Citroen). Der deutsche Starter Christian Riedemann hatte sein Fahrzeug am Freitag vor WP15 mit technischen Problemen abstellen müssen. Der Sieg in der Junior-WRC ging an den Finnen Andreas Amberg (Ford).

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