Jari-Matti Latvala muss seinen Fahrstil auf den Polo umstellen © xpbimages.com

Der Finne Jari-Matti Latvala muss seinen Fahrstil für den Polo umstellen - Die Ford-Boliden waren am Limit sehr gegensätzlich zu fahren

Jari-Matti Latvala ist mit einem Ausfall und einem vierten Platz in seinen neuen Karriereabschnitt bei Volkswagen gestartet. Sein Teamkollege Sebastien Ogier holte bei den ersten beiden Saisonrallyes einen zweiten Platz und einen Sieg. Fairerweise muss festgehalten werden, dass der Franzose seit über einem Jahr in die Entwicklung des Polo eingebunden ist und unzählige Testkilometer abgespult hat. Latvala hatte bisher deutlich weniger Zeit im Auto und muss erst die Geheimnisse des Polo ausloten. In Schweden experimentierte der Finne mit der Abstimmung und feilte an seinem Fahrstil.

Dabei wurden interessante Erkenntnisse gewonnen. "Ich habe eine lange Tradition mit Ford. Meine komplette Karriere als Werksfahrer habe ich bei Ford verbracht. Deswegen muss ich realistisch sein", sagt Latvala im Interview mit 'World-of-Rally.com'. Durch die Umstellung rechnet er damit, dass er erst im Frühling das Limit gefunden haben wird und angreifen kann. "Wir wissen, dass das Auto auf Schnee und Asphalt konkurrenzfähig ist", verweist er auf die Erfolge seines Teamkollegen. Aber auch Latvala ließ mit einigen starken Prüfungszeiten aufhorchen, auch wenn die Konstanz noch fehlte.

Das große Fragezeichen ist Mexiko. "Wir müssen erst sehen, wie gut das Auto auf Schotter ist. Deshalb dürfen wir nicht zu viel erwarten." Während der Rallye Schweden sagte Latvala in die Mikrophone, dass der Polo mehr wie ein Auto mit Frontantrieb gefahren werden muss - obwohl der Polo klarerweise über Allradantrieb verfügt. Latvala versucht das Fahrgefühl zu beschreiben: "Wenn man ein Auto mit Frontantrieb fährt, dann muss man sehr präzise fahren und prinzipiell fährt man dorthin, wo die Vorderreifen hinwollen."

"Der Polo ist sehr stabil und man muss ihn sehr präzise fahren." Die Boliden von Ford aus der Rallye-Schmiede M-Sport waren dagegen ganz anders zu fahren. "Bei Ford erinnerte es mehr an ein Auto mit Heckantrieb. Prinzipiell steuerte man das Auto mehr mit dem Gaspedal durch die Kurven. Das sind zwei komplett andere Fahrstile." Und genau mit dieser Umstellung hat Latvala noch zu kämpfen. Das berühmte "Popometer" muss sich umstellen.

"In machen Situation ist ein präziser Fahrstil schneller, aber in anderen Situationen kann der aggressivere Stil speziell bei rutschigen Verhältnissen besser sein. Das sind die Hauptunterschiede zwischen den Autos." In Mexiko wird Latvala in erster Linie an sich selbst arbeiten, denn die prinzipielle Abstimmung des Autos wird so wie in Schweden sein. "Ich kann es für Portugal verändern, aber nicht für Mexiko."

Der Grund dafür ist die Homologation und die Einschränkung der Veränderungen während der Saison. Somit bleibt es in Mittelamerika an Latvalas Fahrstil hängen. "Wenn ich meinen Stil nur ändern könnte, aber unglücklicherweise geht das nicht so schnell", meint der 27-Jährige realistisch. Im Vorjahr führte der Finne - damals noch in Ford-Diensten - die Rallye Mexiko an, doch das Ziel sah er nicht.

Diesmal will er kleinere Brötchen backen und es Schritt für Schritt angehen. "Ich denke derzeit nicht so sehr ans Gewinnen, denn ich brauche mehr Erfahrung mit dem Auto. Zunächst müssen wir einen Podestplatz schaffen. Ich gebe das als Ziel aus." In der WM liegt Latvala nach zwei Rallyes mit 14 Punkten an der fünften Stelle.

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