Sebastien Ogier hat den ersten großen Triumph für Volkswagen zum Greifen nahe © Volkswagen

Sebastien Ogier (Volkswagen) führt weiterhin souverän in Schweden - Drama in "Kirkener": Überschlag von Jewegni Nowikow, Dani Sordo ausgeschieden

Sebastien Ogier steht vor seinem ersten großen Erfolg mit Volkswagen. Auf der 21. Sonderprüfung der Rallye Schweden war der Druck von Sebastien Loeb (Citroen) gebrochen. Dem Weltmeister unterliefen einige Fehler und er nahm Tempo heraus. Ogier meisterte die Prüfungen 19 bis 21 perfekt und hat vor der abschließenden Power-Stage einen Vorsprung von 35,4 Sekunden. Mads Östberg (Ford) sicherte Platz drei gegen Jari-Matti Latvala (Volkswagen) ab. Pech hatte Jewgeni Nowikow (Ford). Auf WP20 überschlug sich der Russe und rutschte auf Rang neun ab. Dani Sordo (Citroen) flog auf der gleichen Prüfung ab und schied aus. In der WRC2 ist der Deutsche Sepp Wiegand (Skoda) weiterhin Dritter.

Die dritte und letzte Etappe wurde am Sonntagvormittag mit der "Kirkener"-Prüfung fortgesetzt. Die 7,16 Kilometer kurze Strecke wurde gleich zweimal hintereinander absolviert. Dazwischen gab es ein Regrouping. Einfach war es für die WRC-Asse nicht, denn die Straße war vereist und die Bremspunkte demnach schwierig zu finden. Loeb war erneut schneller als Ogier und stellte seine dritte Bestzeit an diesem Tag auf. "Ich bin sehr gut gefahren, es sind keine Fehler passiert. Ich habe voll angegriffen. Es ist eine sehr knifflige Prüfung", kommentiert der Weltmeister.

Ogier war nicht ganz perfekt, doch er büßte lediglich 1,5 Sekunden ein und behielt sicher die Gesamtführung. "Mir ist ein Fehler passiert, ansonsten wäre ich schneller gewesen. Aber es ist okay." Sein Vorsprung betrug nach WP19 weiterhin komfortable 20,7 Sekunden. Auch im Duell um Platz drei blieb es spannend. Diesmal war Latvala um 1,2 Sekunden schneller als Östberg. "In einer Haarnadel bin ich am Kurvenausgang mit dem Reifen in den Schnee gekommen", berichtet der Finne.

"Dabei habe ich rund zwei Sekunden verloren. Das Duell läuft noch, aber ich glaube, dass ich zu viel Zeit liegengelassen habe." Hatte er nicht, denn Östberg war nicht zufrieden: "Ich habe an den engen Stellen mit dem Auto zu kämpfen, weil das Auto stark untersteuert." Sein Polster auf Latvala betrug nach WP19 knappe fünf Sekunden. Auch alle weiteren Fahrer kamen gut durch und es gab keine Platzverschiebungen in den Top 10.

WP20: Sordo scheidet aus, Glück für Nowikow

Nach dem Regrouping wurde "Kirkener" erneut absolviert. Große Probleme hatte Sordo: Der Spanier rutschte von der Strecke und blieb im Schnee stecken. Citroen bestätigte seinen Ausfall. Kurz darauf fehlte auch Nowikow. Der Russe hatte sich überschlagen, konnte mit Hilfe der Zuschauer aber weiterfahren. "Es war eine blinde Kurve und ich war zu schnell. Leider hat es lange gedauert bis das Auto wieder flott war. Es war mein Fehler. Abgesehen von der Windschutzscheibe ist das Auto okay", berichtet Nowikow im Ziel.

Die Windschutzscheibe des Fiesta war gebrochen und das Dach leicht eingedrückt. Die Zwischenfälle hatten natürlich Auswirkungen auf die Gesamtwertung. Auf Platz fünf rückte Thierry Neuville (Ford) nach vor. Dahinter folgten Juho Hänninen, Martin Prokop und Henning Solberg (alle drei Ford). Nowikow rutschte auf Rang neun ab. WRC2-Spitzenreiter Yazeed Al-Rajhi (Ford) komplettierte die Top 10.

Die Topfahrer hatten keinerlei Probleme. Ogier nahm Loeb 3,9 Sekunden ab und vergrößerte seinen Vorsprung auf 24,6 Sekunden. "Es war eine gute Prüfung für uns. Ich habe ein gutes Gefühl auf der Linie. Ich hoffe nicht, dass er mich einholt." Für den Volkswagen-Werksfahrer lief alles perfekt. Loeb kämpfte, doch es reichte nicht. "Diesmal war es schwieriger, denn es gab tiefere Spurrinnen. Ich versuchte eine gute Prüfung zu fahren."

"Links und rechts standen Autos", spricht er Sordo und Nowikow an. "Anzugreifen war nicht einfach. Ogier kann ich nicht einholen, aber ich halte den Druck hoch", blickt Loeb auf die letzten beiden Prüfungen voraus. Östberg und Latvala markierten exakt die gleiche Zeit. "Es war besser, weil wir Veränderungen am Auto vorgenommen haben", freut sich der Norweger über seine Fortschritte. "Mir ist zwar ein Fehler passiert, aber das Auto funktionierte besser. Es sind knifflige Prüfungen."

WP21: Loeb gibt Sieg auf

Schließlich wurde die Vormittagsschleife mit der zweiten Fahrt durch die 16,82 Kilometer lange "Finnskogen"-Prüfung abgeschlossen. Auf diesem Teilstück fiel auch die Vorentscheidung um den Sieg. Loeb ließ über zehn Sekunden liegen. "Ich bin in einer Schneebank hängengeblieben. Mir sind einige Fehler passiert." Anschließend nahm er Tempo heraus und gab den Angriff auf den Sieg auf. Ogier war hinter Loeb auf der Strecke und orientierte sich an dessen Zwischenzeiten.

"Ich habe nicht voll angegriffen. Nachdem ich die Zwischenzeiten gesehen habe, habe ich Tempo herausgenommen. Ich musste nur fahren und Fehler vermeiden." Damit hat der Franzose den ersten Sieg für Volkswagen zum Greifen nahe. Vor der abschließenden Power-Stage beträgt sein Vorsprung 35,4 Sekunden. Auch Platz drei scheint für Östberg in trockenen Tüchern zu sein. Der Norweger stellte die Bestzeit auf und vergrößerte seinen Vorsprung auf Latvala auf 8,3 Sekunden.

"Es war eine recht gute Prüfung. Ich habe kleine Veränderungen am Auto vorgenommen und es fühlt sich etwas besser an. Wir haben die Balance verändert. Hinten ist das Auto etwas härter eingestellt und vorne etwas weicher", erläutert Östberg. "Ich kann wieder pushen." Die Rallye war bisher für Latvala eine steile Lernkurve mit vielen Erkenntnissen: "Ich habe es versucht, aber ich kann diese Sekunden nicht mehr aufholen. Obwohl es das selbe Auto ist, kann ich nicht so schnell wie Ogier fahren. Ich habe keine Antwort darauf."

Auf den weiteren Positionen gab es keine Platzverschiebungen. Nun steht lediglich die 19 Kilometer lange Power-Stage aus, die den Namen "Torsby" trägt.

Gesamtwertung nach 21 von 22 Prüfungen (Top 10):

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