Wladimir Putin hat der DTM nur drei Wochen nach der Wasserflaschen-Affäre vom Norisring die nächste peinliche Posse beschert.

Offenbar für den russischen Staatspräsidenten wurde während des Qualifyings zum ersten Russland-Rennen der Tourenwagenserie der Luftraum über dem Kurs gesperrt, ein planmäßiger Abschluss des Zeittrainings wurde dadurch verhindert.

Beim Abbruch schon vor dem vierten Abschnitt war Gesamtspitzenreiter Mike Rockenfeller (Neuwied) der bis dahin schnellste Pilot und steht beim sechsten Saisonlauf am Sonntag auf der Pole Position.

"Andere Länder, andere Sitten", sagte Audi-Pilot Rockenfeller kopfschüttelnd: "Erst habe ich gehört, dass Q4 verspätet startet. Auf einmal hieß es dann, die Quali ist beendet."

Nach Informationen der ARD überflog Putin das Gebiet über dem Moskau Raceway, daher durfte der Medical-Helikopter nicht ausrücken, ein sicheres Qualifying war damit nicht mehr zu gewährleisten.

"Warten wir mal das Rennen ab und schauen, was es sonst noch für Überraschungen in Russland gibt", sagte Rockenfeller.

"Die Sicherheit der Fahrer geht vor", sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich: "Wenn der Hubschrauber nicht starten kann, dann kann man nicht ruhigen Gewissens weiter machen. Wir sind in einem besonderen Land, da muss man die Gegebenheiten akzeptieren."

Nach seiner viel kritisierten Disqualifikation am Norisring zeigte sich Audi-Pilot Mattias Ekström wenig beeindruckt und belegte Rang zwei.

"In Russland kann so etwas offenbar passieren", sagte der Schwede zum Abbruch und gab zudem Auskunft über seine Gemütslage nach dem Wertungsausschluss vor drei Wochen.

"Es war schwierig. Aber wir haben gezeigt, dass der Kampf auf die Strecke gehört. Jeder kann etwas daraus lernen", sagte der 35-Jährige. Ekström hatte am 14. Juli in Nürnberg gewonnen, war aber wegen eines Verstoßes gegen die Parc-ferme-Bestimmungen disqualifiziert worden.

Beim gemeinsamen Jubel hatten Ekströms Vater und ein Teammitglied den Schweden noch vor dem Wiegen mit Wasser übergossen.

Die zweite Reihe bildet in Augusto Farfus (Brasilien) und Titelverteidiger Bruno Spengler (Kanada) ein BMW-Duo. "Ich bin überhaupt nicht zufrieden", sagte Spengler, "das war heute kein richtiges Qualifying."

Vizemeister Gary Paffett (England) kam als bester Mercedes-Pilot nur auf den siebten Platz.

Die nächste Enttäuschung setzte es auch für den früheren Formel-1-Piloten Timo Glock.

Der BMW-Pilot schied bereits im ersten Qualifikationsabschnitt aus und startet von Platz 17. In der Gesamtwertung führt Rockenfeller (69 Punkte) mit nur zwei Punkten Vorsprung auf Spengler (67).

Dritter ist Christian Vietoris (55) vor Mercedes-Kollege Paffett (47).

Weiterlesen