Marco Wittmann feiert in Österreich seinen dritten Sieg
Marco Wittmann belegte im Endklassement 2013 Rang acht © getty

Der BMW-Pilot feiert beim Saisonauftakt in Hockenheim den ersten DTM-Sieg seiner Karriere. Mercedes kommt überhaupt nicht zurecht

Hockenheim - Beim Mercedes-Debakel zum DTM-Saisonauftakt in Hockenheim ist der junge BMW-Pilot Marco Wittmann mit seinem Premierensieg in den Kreis der Titelfavoriten gerast.

Der 24-Jährige aus Markt Erlbach setzte sich mit fast 13 Sekunden Vorsprung vor dem früheren Champion Mattias Ekström (Schweden) und dem Franzosen Adrien Tambay (beide Audi) durch.

Für BMW war es saisonübergreifend der vierte Sieg in Folge, Audi komplettierte mit Titelverteidiger Mike Rockenfeller (Neuwied) auf Rang vier ein starkes Ergebnis - Mercedes steckt nach dem schwachen Jahr 2013 dagegen weiter tief in der Krise und blieb zum Auftakt komplett ohne Punkte.

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Harte Arbeit zahlt sich aus

"Wir haben im Winter sehr, sehr hart gearbeitet", sagte Sieger Wittmann in der ARD: "Es lief schon bei den Tests verdammt gut, jetzt bin ich unheimlich glücklich, unheimlich dankbar. Besser kann man nicht in eine Saison starten." (DATENCENTER: Rennkalender 2014)

Routinier Ekström war mit Rang zwei nach einer Aufholjagd in der Schlussphase nicht ganz zufrieden. "Das hat Spaß gemacht, aber wenn es am Ende nicht für den Sieg reicht, hat es seinen Sinn nicht ganz erfüllt", sagte er schmunzelnd.

Di Resta und Petrow enttäuschen

Der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock (Wersau/BMW) wurde guter Fünfter vor Ex-Champion Bruno Spengler (Kanada/BMW).

Für Mercedes brachte nach dem schwächsten Qualifying der eigenen DTM-Geschichte auch das Rennen keine Besserung. Pascal Wehrlein (Sigmaringen) wurde als bester Stern-Pilot Elfter vor dem zweimaligen Champion Gary Paffett (England).

Die prominenten Neuzugänge mit Formel-1-Vergangenheit, Paul di Resta (Schottland) und Witali Petrow (Russland), erlebten auf den Rängen 14 und 17 ebenfalls einen enttäuschenden Auftakt.

"Der Spaß hielt sich in Grenzen, es stimmte hinten und vorne nicht", sagte daher Wolfgang Schattling, Leiter der DTM-Organisation bei Mercedes.

"Das beherrschende Gefühl ist Enttäuschung. Wir müssen jetzt ganz hart arbeiten, um uns zu verbessern", blickte er voraus.

Wittmann schnappt sich Tambay

Auf dem 4,574 km langen Hockenheimring hatte Polesetter Tambay einen ganz starken Start hingelegt, konnte seinen Vorsprung aber nicht lange halten.

Wittmann, der schon an zwei der vier Testtage vor der Saison und im freien Training von Hockenheim der Schnellste gewesen war, kam näher und zog schon früh vorbei - es sollte sein einziges Überholmanöver des Rennens bleiben.

Dahinter drehten im starken Rookie Antonio Felix da Costa und Glock zwei weitere BMW-Piloten ihre Runden, im Rückspiegel wurde zudem der frühere Meister Timo Scheider (Braubach/Audi) immer größer. .

Der Routinier zog schon bald nach einigen aggressiven Angriffen vorbei an Glock, deutlich schwerer machte es ihm anschließend da Costa - doch zur Rennhalbzeit musste auch der Neuling seinen Widerstand aufgeben, Scheider rückte auf den dritten Platz vor.

Ekström nutzt Kollision

Das Duell war damit jedoch noch nicht beendet. Da Costa blieb in Schlagdistanz und setzte im letzten Renndrittel zu einem verhängnisvollen Angriff an: Die Boliden kollidierten, Scheider verlor seinen dritten Platz und kam letzlich nur auf Rang neun, da Costa selbst musste eine Durchfahrtstrafe antreten und beendete wenig später das Rennen vorzeitig.

Profiteur war Ekström, der anders als der Rest der Spitze erst in der zweiten Rennhälfte auf die weichen Reifen gesetzt hatte und in der Schlussphase nun deutlich schneller als die Konkurrenten war. So kassierte der Schwede auch noch Tambay - doch Wittmann war selbst auf den harten Reifen zu schnell unterwegs.

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