Der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock fährt seit 2013 in der DTM © imago

Auch vor seinem zweiten DTM-Jahr kämpft Glock mit der Umstellung. 2014 will er dennoch ein Wort um die Meisterschaft mitreden.

Hockenheim - Es gibt Tage, da fühlt sich Timo Glock noch immer wie ein Frischling in der DTM.

Ein Jahr liegt sein viel beachteter Wechsel aus der Formel 1 nun schon zurück, triumphale Höhen und ernüchternde Tiefen hat der 30-Jährige in seiner ersten Saison erlebt.

"In Fleisch und Blut", sagt Glock, sei ihm die Tourenwagenserie noch nicht übergegangen: "Ich muss mich da immer noch reinkämpfen."

Glock will um Titel kämpfen

Bevor die DTM am Sonntag in Hockenheim in ihre neue Saison geht, hat der BMW-Pilot dennoch eines gelernt über diese Serie - und das treibt ihn an.

"Jeder der 23 Fahrer", sagt Glock, "kann ein Wort um die Meisterschaft mitreden, alle können Ausrufezeichen setzen. Und das will ich auch tun."

Überraschung beim Saisonfinale

In der vergangenen Saison war ihm das gelungen, spät zwar, aber eindrucksvoll.

Völlig überraschend raste Glock beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring zu seinem ersten Sieg in der neuen Serie.

Es war der erleichternde Abschluss eines in jeder Hinsicht anstrengenden Jahres. Denn sportlich hatte es zuvor außer einem dritten Rang in Österreich nur Enttäuschungen gehagelt.

Sofort das Gesicht der DTM

Schon lange vor dem Saisonstart musste Glock sich zudem an seine neue Rolle gewöhnen: Noch keinen Wettkampf-Kilometer hatte er in seinem BMW-Boliden zurückgelegt, da reihte sich bereits PR-Termin an PR-Termin.

Denn der Mann aus der Königsklasse war nicht einfach nur der Neue. Wie so viele frühere Formel-1-Piloten vor ihm sollte auch Glock gleich das Gesicht der DTM sein.

Heute sei das nicht anders, sagt Glock, "an die vielen Termine habe ich mich aber schon eher gewöhnt als an das Rennen fahren."

Kaum Zeit zur Eingewöhnung

Denn die Umgewöhnung nach fünf Jahren im Formel-1-Cockpit an das doppelt so schwere DTM-Auto ist weiterhin eine große Aufgabe, und das hat ganz praktische Gründe.

Die DTM macht es Neuankömmlingen nicht leicht, sie haben kaum Zeit, das Auto kennenzulernen.

Nur zehn Läufe umfasst die Meisterschaft, und auch die beiden jeweils viertägigen offiziellen Testfahrten vor der Saison seien "nicht wirklich viel", sagt Glock. Zudem wurde das freie Training am Freitag schon im vergangenen Jahr gestrichen.

"Feld unheimlich eng beisammen"

"Ich hätte gerne fünf Rennen mehr, den Freitag zurück, einfach mehr Zeit im Auto", sagt Glock deshalb, "das ist es, was man als Fahrer will."

Doch an den Feinheiten muss Glock auch 2014 im laufenden Wettbewerb feilen. Dass er grundsätzlich konkurrenzfähig ist, hat er im vergangenen Jahr bereits bewiesen - und weitere Erfolge sind nicht unwahrscheinlich.

"Das ist ja das Phänomen DTM", sagt Glock: "Im einen Rennen gewinnst du, im nächsten landest du nicht mal in den Punkten. Das Feld ist unheimlich eng beisammen, die Qualität unheimlich hoch. Das macht es so schwierig und spannend."

Die Hoffnung lebt daher bei Timo Glock. Auf einen weiteren Erfolg in Hockenheim - und darauf, dass ihm die DTM bald in Fleisch und Blut übergeht.

Interview von Timo Glock mit SPORT1.fm

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