Mike Rockenfeller gewann diese Saison in Brands Hatch und Moskau © getty

Der Audi-Pilot macht am Nürburgring einen großen Schritt Richtung DTM-Titel. Titelverteidiger Spengler rutscht ab, Wickens siegt.

Nürburgring/München - Die Sonne blitzte schon wieder durch die dunklen Regenwolken über dem Nürburgring, als Mike Rockenfeller den nächsten großen Schritt zu seinem ersten Meistertitel in der DTM machte.

Nach einer Aufholjagd von Startplatz elf fuhr der Audi-Pilot als Vierter über die Ziellinie, hat dank der Ausrutscher der Konkurrenz nun bereits 35 Zähler Vorsprung in der Gesamtwertung - und das berüchtigt wechselhafte Eifelwetter hatte bei seinem Heimrennen die Hauptrolle gespielt.

Spektakulärstes DTM-Rennen des Jahres

"Es war ziemlich chaotisch, das beschreibt es wohl am besten", sagte Rockenfeller, der nur 40 km entfernt vom Ring in Neuwied aufgewachsen ist, in der "ARD": "Dass es für mich noch so weit nach vorne gehen würde, hätte ich nicht mehr gedacht."

Für Audis DTM-Leiter Dieter Gass war es gar das "spannendste und spektakulärste DTM-Rennen des Jahres", in dem der 29-jährige Rockenfeller auf nasser Strecke sogar am Sieg geschnuppert hatte.

Doch den sicherte sich am Ende erstmals der junge Mercedes-Pilot Robert Wickens (Kanada) vor Augusto Farfus (Brasilien) im BMW und Christian Vietoris (Mercedes).

Vorsprung ausgebaut

Kein Beinbruch für Rockenfeller, der seine Gesamtführung dennoch ausbaute. Denn Titelverteidiger Bruno Spengler (Kanada) landete im BMW zum zweiten Mal in Folge nicht in den Punkten und wurde nur 14., Vizemeister Gary Paffett (England/Mercedes) musste sich gar mit dem 17. Platz zufrieden geben.

Rockenfeller hat nach dem siebten von zehn Rennen bereits 106 Punkte auf dem Konto, neuer Zweiter ist Vietoris (71) vor Wickens (70). Erst dann folgt Spengler (67) (DATENCENTER: Der DTM-Kalender 2013).

"Wir müssen trotzdem immer weiter arbeiten und schauen, was am Ende rauskommt", mahnte Rockenfeller.

Die nächste Enttäuschung setzte es derweil für den früheren Formel-1-Piloten Timo Glock (Wersau/BMW), der nur 18. wurde.

Mit Slicks bei Regen

Dass das Wetter das Zünglein an der Waage sein würde, hatte sich angedeutet. Dunkle Wolken hingen am Sonntagmorgen über dem Kurs in der Eifel, und pünktlich zum Start setzte in der Tat der Regen ein, alle Boliden waren jedoch mit Slicks ausgerüstet.

Entsprechend turbulent verliefen die ersten Runden. Rockenfeller kam noch in der ersten Kurve von der Strecke ab und fand sich weit hinten im Feld wieder, zahlreiche weitere Dreher auf der rutschigen Strecke sorgten noch in der ersten Runde für eine Safety-Car-Phase.

Bis an die Spitze

Diese nutzte Rockenfeller, als erster Pilot ging er in die Box und holte sich die Regenreifen fast ohne Zeitverlust. In der Folge pflügte der Audi-Pilot durchs Feld, seine Markenkollegen leisteten keinen Widerstand, zudem war er den Konkurrenten auf Slicks auf der nassen Strecke in dieser Phase deutlich überlegen.

Als auch die restlichen Fahrer wenig später die Reifen wechselten, lag Rockenfeller plötzlich an der Spitze. Da sein früher Stopp allerdings noch vor dem vorgeschriebenen Fenster stattgefunden hatte, trug er für den Rest des Rennens den Ballast von einem Pflichtstopp Rückstand durch das Rennen, doch die Hauptkonkurrenten hatten ganz andere Probleme.

Spengler fällt aus Top 10

Spengler fiel erst spät im Rennen im engen Positionskampf um Rang sechs aus den Top 10, Paffett hatte sich dagegen völlig verpokert. Der Brite hatte auf eine schnell abtrockende Strecke gehofft und zunächst weiter auf Slicks gesetzt, fiel dadurch aber aussichtlos zurück.

Rockenfeller führte auch nach seinem ersten Stopp weiter das Rennen an, doch Zeitverluste beim Überrunden kosteten ihn kurz vor Rennende die Chance auf den Sieg. Als Vierter kam er nach seinem zweiten Pflichtstopp hinter Vietoris aus der Box und ins Ziel.

Dank des Pechs der Konkurrenten war es dennoch ein Heimrennen nach Maß für den Mann aus Neuwied.

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