Mike Rockenfeller (r.) fährt seit 2007 für Audi in der DTM © getty

Audi-Pilot Rockenfeller kann auf dem heimischen Nürburgring dem Titelgewinn in der DTM einen großen Schritt näher kommen.

Nürburg - Es ist kein Ort wie jeder andere, an dem Mike Rockenfeller den nächsten großen Schritt machen will auf dem Weg zu seinem ersten Titel in der DTM.

"Der Nürburgring ist meine Heimat", sagt der Audi-Pilot, "nur 40 Kilometer entfernt in Neuwied bin ich aufgewachsen." Vieles hat der 29-Jährige hier erlebt, von ersten motorsportlichen Gehversuchen im Kart über die Premiere in einem Formel-Auto - nur ein DTM-Sieg war Rockenfeller in der Eifel noch nicht vergönnt.

Das soll sich für den Spitzenreiter der Gesamtwertung am Sonntag ändern, wenn die DTM ihren siebten von zehn Saisonläufen am Nürburgring austrägt. Die Aussichten sind bestens, denn Audi setzt im Endspurt um den Titel alles auf die Karte Rockenfeller (DATENCENTER: Der DTM-Kalender 2013).

Rockenfeller rechnet mit Schützenhilfe

"Wir sind im siebten Rennen, es gibt bei uns nur noch einen, der es schaffen kann - und ich gehe nicht davon aus, dass ich mit einem Audi kämpfen muss", sagt Rockenfeller.

Von einer offiziellen Teamorder will Audis DTM-Leiter Dieter Gass zwar nicht sprechen, doch Rockenfeller hält sogar einen Positionstausch im Rennen für möglich. "Das ist erlaubt und legitim", sagt er, "wenn ich jemanden vor mir habe, der keine Rolle in der Meisterschaft spielt, könnte das im Zweifel passieren."

Doch auch ohne derartige Schützenhilfe hat Rockenfeller sich bereits eine starke Ausgangsposition erarbeitet, ein Sieg in der Eifel könnte vorentscheidenden Charakter haben: Mit 27 Punkten Vorsprung (94:67) auf BMW-Pilot Bruno Spengler (Kanada) führt der Le-Mans-Sieger von 2010 nach seinem Erfolg in Moskau vor zwei Wochen das Klassement an.

Seuchenjahr gut überstanden

Die aktuelle Stärke kommt dabei durchaus überraschend. Noch nie stand Langstreckenspezialist Rockenfeller in der DTM so gut da wie in dieser Saison, besonders nach dem Seuchenjahr 2012 für Audi hätten die Wenigsten mit einem solchen Saisonverlauf gerechnet.

Damals war schon frühzeitig klar gewesen, dass die Ingolstädter mit der Titel-Entscheidung nichts zu tun haben würden, das ganze Jahr lief Audi der Konkurrenz von BMW und Mercedes hinterher.

"Wir haben versucht, den Rückstand aufzuholen, und dabei haben wir uns verrannt. Haben neue Teile ausprobiert, obwohl wir die alten noch gar nicht verstanden hatten", sagt Rockenfeller heute.

"Deutlich näher am Optimum"

Das änderte sich erst im Winter, nachdem das Reglement eingefroren worden war. In Ingolstadt setzte man sich intensiv mit dem auseinander, was man hatte, anstatt sich auf der Suche nach neuen Lösungen zu verlaufen - mit Erfolg.

"Jetzt schaffen wir es regelmäßig, das Setup zu treffen. Unser Auto hat ein schmales Fenster, aber wenn du das triffst, dann ist es sehr schnell. Wir sind jetzt deutlich näher am Optimum, und das macht Spaß", sagt Rockenfeller.

Und selbstbewusst macht es auch: "Ich weiß jetzt, dass wir in diesem Jahr den Titel holen können", sagt der Mann, der im siebten Jahr in der Tourenwagenserie endlich den maximalen Erfolg will. Dafür hat er sogar auf die 24 Stunden von Le Mans verzichtet, alles der DTM untergeordnet - im Heimspiel am Sonntag kann er erneut zeigen, dass es sich gelohnt hat.

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