Bruno Spengler (r.) gewann in der DTM bisher zwölf Rennen, davon drei diese Saison © imago

Die Dramatik spitzt sich zu in der DTM. Pünktlich zum Saisonfinale liefern sich Paffett und Spengler ein Duell auf Augenhöhe.

Köln - Gäbe es ein Drehbuch für die DTM, die Autoren hätten ganze Arbeit geleistet.

Seit Wochen spitzt sich die Dramatik zu, pünktlich zum neunten und vorletzten Saisonlauf in Valencia (Qualifying ab 19 Uhr im TV auf SPORT1) ist das Duell zwischen Gary Paffett im Mercedes und Bruno Spengler im BMW endgültig ein Kampf auf Augenhöhe - und die Rollen sind verteilt.

Auf der einen Seite Spitzenreiter Paffett, dessen souveräne Führung aus dem Sommer dahin ist. Der Champion von 2005 muss um seinen zweiten Titel kämpfen und tut dies auf und neben der Strecke energisch.

Ihm gegenüber Spengler, ein Verfolger in Topform, der zwei der letzten drei Rennen für sich entschieden hat. Der Kanadier hat wenig zu verlieren und hält sich verbal zurück.

Elf Punkte trennen die Kontrahenten in der Gesamtwertung (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse).

Vorsprung fast aufgebraucht

"Bruno hatte zuletzt sehr gute Ergebnisse", sagte Paffett der "BBC", "aber wir sind ihm mehr als gewachsen." Der 31-jährige Brite will keine Zweifel aufkommen lassen an seinem Favoritenstatus, an seiner Zuversicht.

Seit dem Saisonauftakt in Hockenheim führt er das Klassement an, doch sein einst souveräner Vorsprung ist fast aufgebraucht. Noch im Juni betrug der Puffer auf Spengler 40 Punkte.

Zwei unverschuldete Unfälle

Einmal mehr verweist Paffett auf die unverschuldeten Unfälle in Nürnberg und Zandvoort.

"Der Vorsprung ist kleiner geworden, aber in zwei Läufen lag es daran, dass andere Fahrer sich nicht konzentriert haben", sagt er: "Das war frustrierend und hat uns eine Menge Punkte gekostet."

Viel Pech habe er gehabt. "Vielleicht", hofft Paffett, "ist Spengler jetzt mal an der Reihe."

Von Rennen zu Rennen schauen

Der Kanadier, 2006 und 2007 bereits Vizemeister, gibt sich derweil betont gelassen. Der Titel mit Wiedereinsteiger BMW im Premierenjahr, zumal nach einer solchen Aufholjagd, wäre eine kleine Sensation.

Natürlich, so Spengler, zwei Rennen vor Schluss sei mit elf Punkten Rückstand alles möglich. Kampfansagen kommen ihm jedoch kaum über die Lippen.

"Wir dürfen uns jetzt nicht wegen der Meisterschaft verrückt machen. Rennen für Rennen müssen wir versuchen, alles zu optimieren - und am Ende werden die Punkte gezählt", sagt der 29-Jährige.

Green mit Außenseiterchancen

Die Konstellation lässt vieles zu. Paffett (127 Punkte) krönt sich schon in Valencia zum Champion, wenn er gewinnt und Spengler (116) höchstens Fünfter wird.

Spengler wiederum kann aus eigener Kraft den Titel holen, dazu braucht er Siege in Valencia und beim Saisonfinale in Hockenheim.

Paffetts Markenkollege Green (108) hat noch Außenseiterchancen, Mike Rockenfeller (Neuwied/75) kann als bester Audi-Pilot nicht mehr eingreifen.

2011 Titel-Entscheidung in Valencia

Paffetts Rechnung ist derweil einfacher. "Wir müssen Bruno in einem der beiden Rennen schlagen, dann hat er es sehr schwer", sagt der Brite: "Es wäre schön, mit einer klaren Führung nach Hockenheim zu fahren."

Dass schon Valencia ein guter Ort ist, um Titel zu feiern, zeigte sich im letzten Jahr. Im Audi machte damals Martin Tomczyk (heute BMW) mit einem dritten Platz alles klar.

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