Bruno Spengler wurde 2006 und 2007 Vize-Meister in der DTM © getty

Der Kanadier gewinnt in Oschersleben vor dem WM-Führenden Paffett und sorgt drei Rennen vor Schluss für Spannung im Titelkampf.

Oschersleben - Nach der Hatz durch die Motorsport Arena schoss Bruno Spengler dicht gefolgt von Gary Paffett über die Ziellinie - und machte seiner Erleichterung über den Boxenfunk Luft: "Großartig, Männer! Hervorragende Strategie, danke!"

Durch seinen knappen Sieg beim achten von zehn DTM-Läufen in Oschersleben (Renn-Zusammenfassung am Sonntag ab 21 Uhr im TV auf SPORT1) ist der kanadische BMW-Pilot nun erster Verfolger von Spitzenreiter Paffett im Mercedes, er sorgt für Hochspannung im Titelkampf.

Dritter wurde Paffetts Landsmann und Markenkollege Jamie Green, der zwei Rennen vor Saisonschluss nur noch Außenseiterchancen hat.

"Habe gehofft, dass alles hält"

Über 51 Runden in Sachsen-Anhalt war Spengler kaum Zeit zum Durchschnaufen geblieben. "Diese Strecke macht Spaß, ist aber auch sehr aggressiv", sagte der erschöpfte Kanadier: "Die letzten Runden habe ich nur gehofft, dass alles hält. Gary war sehr schnell."

Paffett hatte sich auf den letzten Runden herangearbeitet, letztlich reichte es jedoch nur zu Rang zwei - erstmals seit vier Rennen stand der Brite damit wieder auf dem Treppchen.

"Ich bin wieder auf dem Podium, das ist gut. Wir hatten hier die Chance auf den Sieg, haben aber bei den Stopps zu viel Zeit verloren. Daher bin ich ein bisschen enttäuscht."

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Nur noch elf Punkte zurück

In der Gesamtwertung liegt Spengler mit nun 116 Punkten nur noch elf Zähler hinter Paffett (127). "Noch hat keiner einen Fehler gemacht", sagte dieser zum bevorstehenden Duell: "Es sind noch zwei Rennen. Wir kennen diese Situation und sind vorbereitet."

Dritter im Klassement ist Green (108) vor Mike Rockenfeller, der in Oschersleben als bester Audi-Pilot Sechster wurde und sein Konto auf 75 Zähler aufstockte. (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse)

Große Zuschauer-Resonanz

Die Spannung schlug sich bislang auch in den Zuschauerzahlen nieder. Am Rennwochenende in Oschersleben zählten die Veranstalter 71.000 Zuschauer. Damit lockte die DTM in der laufenden Saison bereits 630.500 Fans an und erreichte vorzeitig die Zahl der zehn Wertungsläufe im Jahr 2011.

Mit den Mercedes-Piloten im Rücken behielt Pole-Setter Spengler beim Start die Nerven und behauptete seine Führung. In der Folge lieferte er sich mit Paffett bei bestem Spätsommerwetter ein Privatduell.

Auf Augenhöhe spulten beide Piloten ihre Rundenzeiten ab: Knapp zwei Sekunden trennten die Favoriten in der Endphase.

Vier Runden vor Schluss verkürzte Paffett den Abstand noch einmal, wurde in Spenglers Rückspiegel immer größer - doch der Kanadier fuhr den Sieg hoch konzentriert nach Hause. Dirk Werner als Vierter vor dem Brasilianer Augusto Farfus machten das gute Ergebnis für BMW perfekt.

Audi knöpft nicht an Dreifach-Erfolg an

Audi konnte derweil nicht an den beeindruckenden Dreifach-Erfolg vom letzten Rennen in Zandvoort anknüpfen.

Für Zandvoort-Sieger Edoardo Mortara war das Rennen schon früh beendet. In der ersten Kurve geriet der Italiener in eine Kollision mit Mercedes-Pilot Ralf Schumacher und musste seinen Boliden nach acht Runden abstellen.

"Es war eher meine Schuld, er konnte mich wohl nicht sehen", sagte Mortara: "Das tut mir sehr leid, ich versuche aus meinem Fehler zu lernen." Schumacher fuhr letztlich auf Rang 13.

Frust bei Tomczyk

Für Titelverteidiger Martin Tomczyk im BMW war es ein verlorenes Wochenende.

Der Rosenheimer war für seine Kollision mit Paffett beim letzten Lauf in Zandvoort bereits um fünf Startplätze nach hinten versetzt worden und musste von Position elf ins Rennen gehen. Nach 22 Runden war der Ritt durch die Motorsport Arena für ihn beendet.

"Es war ein Kühlerproblem, das Auto war von Anfang an nicht fahrbar", sagte Tomczyk: "An diesem Wochenende kommt alles zusammen. Der Frust ist sehr groß."

Am 30. September gastiert die DTM in Valencia, das Saisonfinale steigt am 21. Oktober am Hockenheimring.

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