Seit dieser Saison mischt BMW wieder im Kampf um DTM-Siege mit © getty

Vorentscheidung oder Führungswechsel? Die DTM biegt beim Lauf in Oschersleben in die entscheidende Phase der Saison ein.

München - Hochspannung in der Motorsport Arena: Wenn die DTM in Oschersleben gastiert, ist von der Vorentscheidung bis zum Führungswechsel im Titelkampf alles möglich.

Vor dem achten von zehn Läufen in Sachsen-Anhalt gehen drei Piloten mit realistischen Hoffnungen in die Endphase der Saison. Noch vor Wochen war eine solche Konstellation nicht absehbar.

"Sowohl im Kampf um den Sieg in Oschersleben (Qualifying-Zusammenfassung, Sa., ab 17.30 Uhr im TV auf SPORT1) als auch im Meisterschaftsklassement wird es weiter spannend zugehen", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der Wurm drin

Er muss es wissen, Gary Paffett und Jamie Green, zwei seiner Piloten, spielen gemeinsam mit BMW-Pilot Bruno Spengler die Hauptrollen im Kampf um den Gesamtsieg - wobei die Stuttgarter wohl gerne auf derartige Spannung verzichtet hätten. Vor allem Paffetts Ergebniskrise verdankt die DTM ein nach wie vor offenes Rennen. (DATENCENTER: Alle DTM-Ergebnisse)

Spätestens seit der Sommerpause ist bei dem Briten der Wurm drin.

Mit einem Vorsprung von 26 Punkten war Paffett, Champion von 2005, Anfang Juli in den Urlaub gegangen. Bis dahin hatte er in vier von fünf Rennen auf dem Podium gestanden.

Paffett unter Druck

Seit mittlerweile drei Läufen hat er das Treppchen allerdings nur noch aus der Ferne betrachten dürfen. In Nürnberg, am Nürburgring und in Zandvoort kamen Green und Spengler jeweils vor Paffett ins Ziel - zweimal waren es dabei unverschuldete Unfälle, die Paffett zurückwarfen.

Für den Briten, mit 109 Punkten an der Spitze, geht es in Oschersleben deshalb nun um einiges. Ein Sieg bei gleichzeitigem Straucheln der Konkurrenz, und er könnte sich wohl vorentscheidend absetzen. Im schlechtesten Fall jedoch verliert Paffett seine Führung in der Gesamtwertung, Green (93 Punkte) und Spengler (91) sind mittlerweile in Schlagdistanz.

Wut bei Mercedes

Angesichts der Kollisionen in den vergangenen Rennen machte sich Wut breit bei Mercedes. Es gefalle ihm nicht, sagte Haug dem "Kölner Stadt-Anzeiger", "wenn der Führende auf der Strecke gedreht wird. Es wäre besonders ärgerlich, wenn das entscheidend ist." (BERICHT: Audi feiert Dreifach-Sieg)

Besonders der Crash in Zandvoort hatte für die Stuttgarter einen Beigeschmack. Titelverteidiger Martin Tomczyk war es, der mit Paffett kollidierte und damit seinem BMW-Kollegen Spengler einen Vorteil verschaffte.

Tomczyk strafversetzt

Die Piloten lieferten sich ein heftiges Wortgefecht, Tomczyk entschuldigte sich bei Haug - wurde als Verursacher des Crashs aber dennoch bestraft. In der Motorsport Arena wird der 30-Jährige am Start fünf Plätze nach hinten versetzt.

Eine Spitze in Richtung der Konkurrenz kann Paffett sich vor Oschersleben nicht verkneifen. Er sei optimistisch, die Rennpace seines Mercedes sei ja sehr gut gewesen in Zandvoort. "Ohne Zwischenfälle sollten wir in Oschersleben ein gutes Resultat erzielen können", sagt der Brite.

Audis Dreifach-Sieg in Zandvoort

Einiges zu erwarten ist jedoch auch von Audi.

Die Ingolstädter meldeten sich mit ihrem Dreifach-Triumph in Zandvoort eindrucksvoll zurück. Edoardo Mortara (Italien) auf Rang vier der Gesamtwertung (74 Punkte) hat als bester Audi-Pilot zwar nur noch Außenseiterchancen.

Im Rennen ist dennoch mit den Ringen zu rechnen.

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