BMW feiert ausgelassen den ersten Sieg nach 20 Jahren DTM-Abstinenz © imago

Der erste Sieg im zweiten Lauf für BMW sorgt beim Kanadier für Hochgefühle. An den Titel denkt er nicht.

München - Bruno Spengler sitzt auf der Terrasse eines Kölner Nobelhotels mit Blick auf den Dom, im Gesicht das strahlende Lächeln eines Menschen, der etwas Außergewöhnliches geleistet hat.

Bei dem Kanadier war es wenige Tage zuvor der Sieg auf dem Lausitzring im zweiten Rennen (Bericht) seines neuen Arbeitgebers BMW nach der Rückkehr in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft ( 549092 DIASHOW: Die Favoriten auf den DTM-Titel 2012 ).

"Das war wirklich etwas Spezielles. Ich wollte einfach aus dem Auto rausspringen, laufen, rennen und schreien", sagte Spengler.

Vergleichbar mit der Premiere

Dieses Bravourstück wird der 27-Jährige nicht mehr vergessen, für ihn ist das Gefühl allenfalls vergleichbar mit seinem "ersten Mal". "Ich würde ihn mit meinem ersten DTM-Sieg am Norisring 2006 vergleichen", sagte Spengler.

Stolz war der frühere Mercedes-Pilot, den BMW sich ebenso wie Meister Martin Tomczyk wegen der großen DTM-Erfahrung geangelt hatte, vor allem auf sein Team.

Seine Boxencrew erlaubte sich während des gesamten Rennens ebenso wie er selbst trotz des großen Drucks von Mercedes-Pilot und DTM-Spitzenreiter Gary Paffett (Großbritannien) keinen Fehler. "Das Team hat einen tollen Job gemacht, mit so wenig Erfahrung so gute Boxenstopps hinzubekommen", lobte Spengler.

Spengler hebt nicht ab

Trotz des Erfolges, mit dem er sein Saisonziel eigentlich schon nach dem zweiten von zehn Läufen erfüllt hat, hebt Spengler nicht ab.

"Es hat in der Lausitz super geklappt, aber wir müssen jetzt mit den Füßen auf den Boden bleiben und weiter sehr hart arbeiten. Der Wettbewerb in der DTM ist sehr hart", sagte er:

"Klar, die ersten beiden Rennen sind sehr gut für uns gelaufen. Doch jetzt werden Rennstrecken kommen, auf denen wir mit unserem Auto noch nie waren, Brands Hatch, Nürburgring, Zandvoort, das könnte ein bisschen schwierig sein."

[kaltura id="0_fnfcpd1s" class="full_size" title="BMW Freudentanz in der Lausitz"]

Es geht bei Null los

Am kommenden Sonntag (23.20 im TV auf SPORT1+) auf dem englischen Traditionskurs in Brands Hatch geht es für Spengler und BMW wieder bei Null los.

"Wir sind mit unserem neuen Auto noch nie in Brands Hatch gefahren. Von daher weiß ich nicht, was zu erwarten ist, ganz ehrlich gesagt", gab Spengler zu:

"Brands Hatch ist eine sehr spezielle Strecke, es geht sehr viel Berg hoch und runter. Sie ist sehr kurz, es ist schwierig, Reifen und Bremsen auf Temperatur zu bekommen. Das Qualifying ist extrem wichtig dort, weil man nur schwer überholen kann."

Neue Motivation

Der Wechsel zu BMW hat bei Spengler für neue Motivation gesorgt.

"Ich war sieben Jahre bei Mercedes, habe Siege geholt, war ziemlich erfolgreich, viermal nah an der Meisterschaft und wurde dort auch toll unterstützt. Aber für mich war die Marke BMW immer sehr interessant, für mich war die neue Herausforderung reizvoll", sagte er:

"Das passiert nicht oft in einem Leben. Ich dachte, diese Chance muss ich jetzt nutzen, wirklich von Anfang an mit einem Hersteller wie BMW anzufangen."

Kein Gedanke an den Titel

An den Titel denkt Spengler in diesem Jahr noch nicht. "Klar, wenn es klappt, ist es mega. Aber jetzt ist nicht die Zeit, an den Titel zu denken. Wir sind beschäftigt mit allem, was wir bei jeder Rennstrecke lernen müssen", sagte er:

"Wir müssen uns von Rennen zu Rennen konzentrieren, um alles zu optimieren. Wenn das alles gut läuft, wer weiß, wo wir dann am Ende der Saison stehen."

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